Bergwald­projekt Blog

Lesen, was geht

21. August 2026 - Wissen & Aktuelles

El Niño trifft Klimakrise

Es braut sich was zusammen: El Niño, ein natürliches Klimaphänomen im pazifischen Ozean, formt sich gerade mit seinem vermutlichen Höhepunkt im Winter. El Niño tritt alle zwei bis sieben Jahre unregelmäßig auf, schwächt die Passatwinde ab, lässt warmes Wasser sich im äquatorialen Pazifik ausbreiten und verändert weltweite Wettermuster stark. Die Folgen sind Dürren in Asien und heftige Regenfälle in Südamerika. 

Die menschengemachte Klimakrise wirkt dabei wie Öl im Feuer. 

Sie verstärkt die Regen- und Temperaturanomalien, die El Niño ohnehin bringt, da das natürliche Wetterphänomen auf die bereits stark aufgeheizte Atmosphäre und erhitzte Ozeane trifft. Besonders sind die Länder im und am tropischen Pazifik sowie im globalen Süden bedroht:

• extrem starke Niederschläge an der Westküste Südamerikas, die zu erheblichen Überschwemmungen führen können
• an der peruanischen Küste fehlt das kühle nährstoffreiche Wasser, sodass die Fischbestände zurückgehen 
• In Indonesien und Australien kommt es zu starken Dürren, was die Reisproduktion beeinträchtigt und Waldbrände begünstigt
• Im Pazifik steigt die Wahrscheinlichkeit für starke Wirbelstürme
• In Südasien schwächt sich der Monsun ab, was zu Ernteausfällen in Indien und anderen Ländern führen kann.

Also heizt auch im Gegenzug El Niño die Klimakrise an, indem etwa Ökosysteme durch ihn unter Stress gesetzt werden und somit weniger als Senken wirken können und mehr CO2 durch trockengefallene Moore und Waldbrände entweicht. 

Auch auf Europa wirkt sich das Phänomen aus. 

Expert*innen rechnen mit längeren und intensiveren Hitzewellen, größeren Temperatur- und Wetterschwankungen und damit mit höheren Belastungen für unsere Gesundheit, die Landwirtschaft und die Ökosysteme, die so weiter geschwächt werden.

Um die Klimakrise einzudämmen und Wetterphänomene abzupuffern, sind konsequenter Klimaschutz und die Wiederherstellung widerstandsfähiger Ökosysteme (naturnahe Wälder, intakte Böden und mehr Wasser in der Landschaft) unverzichtbar.

Genau daran arbeiten wir beim Bergwaldprojekt.

Aktuelle Beiträge