Bergwaldprojekt Blog
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Großeinsatz im Moor
Die Folgen der menschengemachten Klimakrise haben im Roten Moor deutliche Spuren hinterlassen – viele Bereiche sind in diesem Sommer wieder trockengefallen.
Hinzu kommen die in weiten Teilen irreparablen Schäden, die die Anlage von Entwässerungsgräben und der jahrzehntelange Abbau von Torf bis Anfang der 1980er-Jahre mit sich gebracht hatten.
Um die verbliebenen Relikte als Lebensraum für viele geschützte Arten erhalten und entwickeln zu können und um den gebundenen Kohlenstoff im Hochmoorkörper zu halten, fand bereits 1981 bis 1985 im Roten Moor eines der ersten Renaturierungs- und Wiedervernässungsprojekte für Hochmoore in Deutschland statt. Mit großem Aufwand wurden die Entwässerungsgräben mit Holzspundwänden wieder verschlossen und sogenannte Mönche zur Wasserregulierung eingebaut. Diese hölzernen Bauwerke sind heute, rund 40 Jahre später, weitgehend verrottet und nicht mehr funktionstüchtig. Der Hochmoorkörper kann deshalb die Niederschläge nicht mehr optimal speichern, und in dem abgetorften Bereich, der Leegmoor genannt wird, haben sich Wasserrinnen entwickelt.
Seit Ende Juli sind nun mit dem Bergwaldprojekt e.V. insgesamt fast 60 ehrenamtliche Teilnehmende drei Wochen im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön im Einsatz, die Mönche vollständig rückzubauen und die Abläufe zu verschließen. Die Teilnehmenden bewegen sich in den sensiblen Bereichen des Hochmoors ausschließlich auf Bohlenwegen und setzen diese Arbeiten händisch um.
Der Wasser-Abfluss soll verringert werden, sodass der noch vorhandene Torfkörper wieder stärker vernässt und sich im abgetorften Leegmoor wieder die moortypischen Pflanzengesellschaften entwickeln können.
Durch das Anheben des Wasserspiegels soll das Rote Moor sowohl als Kohlenstoff-Speicher und CO2-Senke als auch als Lebensraum für seltene, an den Lebensraum Moor angepasste Arten wie die Kleine Moorjungfer, den Hochmoor-Perlmuttfalter und den Sonnentau erhalten werden.
Im direkten Umfeld des Hochmoorkörpers befinden sich weitere wasserabhängige Lebensräume – Birken-Moorwald, Feuchtwiesen und Borstgrasrasen –, die ebenfalls von den Maßnahmen profitieren sollen. Hier sind sehr seltene klimasensible Arten wie die Arktische Smaragd-Libelle, der Skabiosen-Scheckenfalter und die bodenbrütende Bekassine zu Hause.
Finanziell großzügig unterstützt wurde je eine Einsatzwoche im Roten Moor von der Targobank Stiftung und der Firma BROTHER. Herzlichen Dank!
