Bergwaldprojekt Blog
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Wald im Hitzestress
Hitze belastet den Organismus, das merken wir gerade alle. Und auch die Wälder leiden unter den Extremtemperaturen.
Vielerorts gilt bereits Waldbrandstufe 4, die zweithöchste Warnstufe. Für die Waldökosysteme bedeutet die klimakrisebedingt schon im Mai / Juni auftretende starke Hitze massiven Stress:
- Höhere Verdunstung und Verschluss der Spaltöffnungen: weniger Photosynthese, weniger Wachstum
- Bei längeren Hitzeperioden Embolien durch Luftblasen in den Wasserleitungsbahnen: einzelne Äste und ganze Bäume sterben ab
- Schwächung der Abwehrkräfte und erhöhte Anfälligkeit für Pilzkrankheiten und Schadinsekten
- Durch anhaltende Trockenheit im Gesamtboden (bis in 2 Meter Tiefe) sterben langfristig Feinwurzeln ab, ganze Bestände werden geschwächt
Die vorhandene Feuchtigkeit und jeder Niederschlag müssen möglichst im Wald gehalten werden:
- Entwässerungsgräben in den Beständen verschließen
- intelligentes Wassermanagement mit Versickerungsgruben, Rigolen und Kleinbiotopen entlang von Wegen
- Erhöhung der Totholzanteile (Wasserspeicher und Pufferung von Trockenphasen)
- dynamischer, naturnaher Waldumbau mit Laubholz und stufiger Naturverjüngung
- Erhalt des Kronenschlusses alter Bäume durch eine extensive Bewirtschaftung, um die Aufheizung im Bestandesinneren zu begrenzen
Das Bergwaldprojekt ist Tag für Tag mit Freiwilligen aktiv für die Stabilisierung der Wälder und eine schonendere Bewirtschaftung im Einsatz.
Für die Wälder und für uns entscheidet sich in den kommenden Jahren, ob wir es schaffen, die Erwärmung bei + 2°C bis 2100 zu stabilisieren oder bei + 4 bis + 5°C auf disruptive Entwicklungen zusteuern.
Anpassung allein wird nicht reichen. Neben der Waldtransformation brauchen wir konsequenten Klimaschutz in Unternehmen, im privaten Alltag und in der Politik. Nur wenn wir die Emissionen endlich massiv reduzieren, können die Anstrengungen zum Umbau unserer Wälder langfristig Wirkung entfalten.
