Bergwaldprojekt Blog
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Mehr biologische Vielfalt!
Heute ist Tag der biologischen Vielfalt. Biologische Vielfalt ist die Grundlage für sauberes Wasser und fruchtbare Böden. Sie hat weitreichende Funktionen für die Selbstregulierung aller Ökosysteme und für den Erhalt der Lebenskreisläufe.
Der dramatische globale Verlust von Biodiversität und die ungebremste Klimakrise bedrohen das Leben in jeder Form.
Sie erfordern die Anpassung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systeme an die Kreisläufe des Lebens: Beendigung von Abholzungen zur Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen, konsequenter Ausbau regenerativer Landwirtschaft, Stoppen der Treibhausgasemissionen.
In unserem Zukunftswald Unterschönau gingen diese Woche Studierende des Studiengangs „sozialökologisches Waldmanagement“ der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde mit Prof. Dr. Pierre Ibisch der Frage nach, wie die sozial-ökologische Waldwirtschaft einen artenreichen und damit resilienten Wald fördert. Der Artenreichtum natürlicher Ökosysteme ist ein wesentlicher Garant ihrer Stabilität, denn je mehr Arten, umso effizienter kann Sonnenenergie aufgenommen werden und über die Nahrungsnetzwerke diese Energie vielfältig im System gehalten werden. Das Zusammenspiel der Arten ist für ein stabiles Ökosystem und damit für eine gesunde Umwelt unentbehrlich.
Was tun wir im Zukunftswald dafür?
Wir versuchen, die naturfernen Fichtenmonokulturen in ihrer Entwicklung hin zu artenreichen Ökosystemen zu unterstützen. Von Natur aus wäre dies der Hainsimsen-Buchenwald mit beigemischten Arten des Bergmischwaldes, also Bergahorn, Weißtanne, Bergulme, Linde, Eberesche, Birke etc., bevorzugt durch Naturverjüngung. Dort wo dies auf Grund des naturfernen Ausgangsbestandes nicht funktioniert, unterstützen wir vorsichtig mit kleineren Initial-Saaten und -Pflanzungen. Weitere Faktoren für einen naturnahen Wald sind Strukturreichtum, liegendes und stehendes Totholz und eine Vielfalt an Lebensräumen für z. B. Wildkatze, Gartenschläfer etc.
