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4. November 2026 - Wissen & Aktuelles

Zukunft dank genetischer Vielfalt

Vor 25 Jahren war sie schon einmal Baum des Jahres. Damals feierten wir die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) als einen unserer schönsten Laubbäume: Berühmt für ihr zähes, elastisches Holz, ihre einzigartigen schwarzen Knospen und als Yggdrasil, die nordische Weltenesche.

Heute steht die akute Bedrohung der Eche im Mittelpunkt. Schuld ist das Eschentriebsterben. Ein eingeschleppter Pilz, das Falsche Weiße Stengelbecherchen, reist mit Luftsporen von Baum zu Baum und befällt zunächst Blätter und Triebe. Er schwächt die Esche so sehr, dass weitere Schädlinge leichtes Spiel haben. Die meisten Eschen, oft ganze Bestände, sterben.

Und trotzdem: Es gibt Hoffnung. Ein kleiner Teil der Eschen scheint genetisch tolerant oder sogar resistent zu sein und übersteht die Krankheit. Diese Bäume lassen sich vermehren und werden in Züchtungs- und Aufforstungsprogrammen gezielt gefördert. 

Dahinter steckt ein uraltes Prinzip: natürliche Selektion.

Anfällige Eschen fallen eher aus, die wenigen widerstandsfähigen überleben und geben ihre Veranlagung weiter. Generation für Generation passt sich der Bestand langsam an den Erreger an.

Was bedeutet das für die Praxis? Es gilt: die genetische Vielfalt der Esche sichern, vitale Altbäume zu erhalten, Naturverjüngung pflegen, vielversprechende Genotypen testen und vermehren und die Esche behutsam auf Versuchsflächen zurückbringen. Ersatzbaumarten können Lücken im Ökosystem füllen, die Gemeine Esche selbst wird aber einstweilen zur Rarität in unserer Natur werden.

Die Esche ist angeschlagen, aber nicht verloren. Ihre genetische Vielfalt wird auch für die Esche eine Zukunft bieten. Sie beginnt als Baum des Jahres 2027.

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