Bergwaldprojekt Blog
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Biomasse als Putbus' Erbe
Biomasse aus Steinfeldern kratzen: Warum machen wir diese Sisyphusarbeit eigentlich? 1840 meinte Rügens Inselheiliger Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus (1783-1854) Gutes zu tun. Als Großgrundbesitzer gründete er nicht nur eine Residenzstadt mit seinem Namen, sondern wollte seinen Besitz auch vor der Ostsee schützen. Er ließ auf der Schmalen Heide einen Küstenschutzwald anlegen, forstete auf. Die Kiefern wuchsen und schützten auch die 4000 Jahre alten blitzblanken Feuersteinfelder vor der See.
Folge: keine natürliche Dynamik und keine regelmäßigen Überflutungen mehr, die den Humus und den Aufwuchs aus den Feuersteinen spülen.
Mehr und mehr Vegetationsinseln entstanden, die offenen Steinstreifen zwischen den Kiefernbeständen wurden immer schmaler. Wieder einmal zeigte sich: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut. Doch dieses nationale Naturerbe wird nicht verschwinden. Zweieinhalb Hektar Gerölle werden dieses Jahr wieder durchgepflegt. Winzigste Vegetationsspuren zwischen den Steinen werden entfernt. Kleinteilige meditative Sitzarbeit. Honoriert wird mit dem Fund eines Hühnergottes zwischen den Steinen. Davon gibt es nicht nur einen.
