Bergwald­projekt Blog

Lesen, was geht

29. Juli 2023 - Draußen

Kostet Kraft, gibt aber Energie

„Ich hatte viel über Wald gelesen. Durch Gespräche und die Arbeit habe ich jetzt einen anderen Blick, z.B. auf den Boden und auf Jungpflanzen, wo die am besten wachsen. Mein Blick ist informierter, aber mehr noch emotionaler geworden, weil ich die Dramatik wahrgenommen habe beim Anblick von Kahlflächen."

Der Impuls, in Unterschönau eine Woche mitzuarbeiten, kam mit dem Bergwaldprojekt-Newsletter. Den bekommt David (43) seit er vor Jahren bei einem Klimaallianztreffen erstmals vom Bergwaldprojekt gehört hat.

„Am meisten Eindruck hat die Ankunft des LKWs voller Eichen am Montag gemacht. Ich konnte mir das nicht vorstellen, 

die Menge, 6000 Eichen! Das gibt Verantwortung.

Ein bewegender Moment zu wissen: Die werden wir jetzt pflanzen müssen!

Krass ist es, eine Eiche zu pflanzen. Wir werden sie nie groß erleben, selbst wenn ich wieder zurückkomme. Es fasziniert und berührt mich, wenn ich sehe, wie ein alter Mann Bäume pflanzt; aber es muss so sein, sonst geht es nicht weiter. Es ist wichtig, dass es ein Zusammenwirken aller Altersschichten gibt [Teilnehmende mit David waren zwischen 15 und 75].

Ich war sehr angetan von der schönen Stimmung in der Gruppe und das zusammen Spass zu haben sowie 

trotz Anstrengung mit Lockerheit und Humor zu arbeiten.

Ich dachte eher an krass durchgetaktete Arbeit, aber alle konnten nach ihren Möglichkeiten arbeiten.

Statt den Tag mit dem Blick in den Laptop zu starten gibt es ein anderes Lebensgefühl, auf das Kompostklo und dann in den Wald zur Arbeit zu gehen: 

das fühlt sich besser, gesünder und schöner an.

Toll ist die Augenhöhe von Leitern und Teilnehmerinnen. Niemand tut so, also er ob er alles oder mehr wüsste als andere. Alle haben Demut vor dem komplexen Ökosystem und zeigen ihr Nichtwissen. Es gibt keine Überheblichkeit, alle sind auf einer Ebene.

Es hat richtig Freude gemacht, mich erfüllte diese Woche. 

Es hat mehr Energie gegeben als Kraft gekostet, es hat mich körperlich geschlaucht, aber ich war nach der Woche voll aufgeladen.

Ich habe mega Lust als Gruppenleiter zu arbeiten. Ich will weiter dranbleiben, weil die Kombi aus handwerklicher Arbeit und Interaktion mit Menschen: Das gibt Resonanz in mir und ich lebe auf. Es ist beeindruckend, dass so viele Leute mitmachen und es funktoniert. 

Das ist mutmachend, da möchte ich Teil davon sein."

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