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2. August 2023 - Draußen

Auf den Spuren der Vorfahren

„Das Steile war super anstrengend und es war interessant wie unterschiedlich die Böden waren. Nur staubige, trockene Erde auf der Freifläche, richtig lebenswidrig und trostlos. Das gab negative Stimmung, ich hatte nicht viel Hoffnung. Im Schatten war es lebensfreundlicher, weil es feuchte Erde gab;

hier, dachte ich, kann mit den Pflanzen etwas Neues entstehen.“

Katja hatte sich ursprünglich für eine andere Woche angemeldet. Im elterlichen Garten in Steinbach [Einheimische in Steinbach-Hallenberg sagen nur Steinbach] sitzend, merkte sie, sie will hier vor Ort im Zukunftswald mitmachen und eine Woche Eichen pflanzen.

„Beeindruckt hat mich die Woche als Natur- und Landschaftserlebnis. Meine Heimat ganz anders zu sehen, mit Freiflächen, auf den Höhen, die Kahlschläge: das hat mich sehr berührt. 

Die Aussichten von den Höhen [nun z.T. baumfrei] ergaben neue Perspektiven.

Jeder Vortrag war informativ. Wald ist nicht einfach nur da und war nicht immer nur da, sondern er wird bewirtschaftet und gepflegt. Es stecken große wirtschaftliche Interessen dahinter. Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht, dass er ein Wirtschaftsfaktor ist und nicht nur der Erholung dient.

Es war monoton, immer nur zu pflanzen. Ich dachte, kann man nicht was anderes machen? Der Kopf erzählt ständig: 'Gib auf, es ist zu anstrengend!' Es ist eher mentale Stärke als körperliche gefragt. Der Körper hat auf Automatismus umgestellt, es ging von allein, trotz Hitze, Monotonie und Steilheit.

Die Energie der Gruppe, mit Humor, Sprüchen und Lachen, und die Stimmung hat alle getragen.

Ich hatte anfangs etwas Berührungsängste und Bedenken wegen der vielen sozialen Kontakte. Nichts davon hat sich erfüllt, alles war positiv. Es gab eine gute Energie in der Gruppe. Die Anderen waren total interessant, Vorurteile nach dem ersten Eindruck haben sich beim gemeinsamen Arbeiten und Reden aufgelöst. Am Ende war ich überrascht wie gut es lief, es war total zufriedenstellend, zu sehen was alles möglich ist.

Am letzten Tag dachte ich, vielleicht standen schon meine Vorfahren auf dem Hang. 

Jetzt verteufeln wir die Fichten, die sie eventuell gepflanzt haben, aber damals machten sie es aus guten Gründen und mit gutem Gewissen. Jede Generation hat andere Antworten. Vielleicht arbeiten wir künftig wieder mit Pferden - oder es wird noch techniklastiger. Ich fände es schön, wenn im Zukunftswald Ideen mit möglichst wenig Einsatz von schwerer Forsttechnik und vielleicht sogar in ganz ursprünglicher Art und Weise mit Pferden umgesetzt werden könnten.

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