Bergwaldprojekt Blog
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Fertigkompost als Initialzellen für Bodenleben
Der Boden im Zukunftswald bekommt eine Frischzellenkur mit 40 Kubikmeter Fertigkompost aus der Rhön. Das sind aufgrund seiner Rohdichte von 669 kg/m³ ungefähr 26,8 t (26.800 kg!) Kompost, regional hergestellt aus nachhaltigen Rohstoffen in Nordbayern, mit einem pH-Wert laut Herstellerangaben von 8,8. Das humusreiche mittelkörnige Material ist Grundlage eines Versuchs der Professur für Bodenökologie der Universität Freiburg. Versucht wird auf fünf unterschiedlichen aber dank ähnliche Bedingungen vergleichbaren Flächen in den alten Fichtenreinbeständen den extremst versauerten und quasi kleinstlebewesenfreie Waldboden - mit geringen pH-Werten zwischen 3,5 und 4,5 - zu revitalisieren.
Je geringer der pH-Wert desto ungünstiger für Nahrstoffaufnahme und Pflanzenwachstum; Ziel ist daher den pH-Wert wieder deutlich zu steigern.
Dazu muss der angelieferte Kompost nun in die Bestände. Per Radlader, Zugfahrzeug, Hänger, Schaufelhände der Freiwilligen und Schubkarren kommt das dunkle Gold in die Fläche. Es entstehen fünf kreisrunde Initialzellen mit einer 10 cm starken Kompostauflage. Jede soll 100 m² groß sein, mit √ und π im Kopf wissen die Freiwilligen, dass dies Kreise mit einem Radius von gut 5,60 m sein müssen.
Sieht aus wie Landart, ist aber eine effektive Art wieder Leben in den Boden zu bekommen. Aus den Initialzellen soll sich das Leben konzentrisch in die Breite und etwas in die Tiefe ausweiten. Wind, Wasser und Wild unterstützen den Ausbreitungsprozess.
Forschung braucht einen langen Atem, Bodenproben werden erst die nächsten Jahre zeigen, wie der Fertigkompost wirkt.
Mit den Sinnen werden eventuell auch neue Arten und anwachsende Biomasse wahrnehmbar, die zu einem neuen Netzwerk an Lebensverbindungen werden.
