Bergwaldprojekt Blog
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Wald- und Bauwende als Klimaretter
Die Dauerwaldwirtschaft mit seinen ökonomischen wie ökologischen Vorteilen ist per se das „dynamisch stabilste, kulturelle Produktionssystem, das existiert“, so Autor und Forstakademiker Wilhelm Bode. Mit seinem aktuellen Buch beschreibt er abermals die Überlegenheit der Dauerwaldidee im Gegensatz zum vorherrschenden Altersklassenwald, der uns zu flächigen Waldverlusten der Gegenwart geführt hat.
Andererseits geht es in dem kompakten Buch „Overshoot - rettet uns der Dauerwald?" um den „Elefant im Klimaraum“, den Bausektor, als Haupttreiber des Klima- und Biosphärenwandels. Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber plädiert daher qua ausführlichen Interviews für einen Paradigmenwechsel im Umwelt- und Naturschutz. Statt Natur unberührt zu lassen, müsse der Mensch nun zum „Gärtner der Biosphäre" werden, da - wie umfangreich im Buch dargelegt - durch die Menschheit bereits die natürlichen Gleichgewichtsbedingungen unseres Planeten nachhaltig gestört sind. Der Gärtner arbeitet in Dauerwäldern für den notwendigen Baustoff Holz; hilft, dort der Atmosphäre CO₂ zu entziehen.
Dauerwald und Bauwende können sich demnach zu einem gelingenden „Overshoot Management“ ergänzen.
Bode und Schellnhuber sehen nüchtern, dass die weitere Entwicklung des Planeten mit einer wachsenden Menschheit nicht ohne Erderwärmung unter 2° möglich ist. Für Negativemissionen muss daher der Wald sorgen und die Bauwende, die mit dem mittels Dauerwaldwirtschaft gewonnenen Holz für die "Gebaute Umwelt" zu einer „Rückbiegung der globalen Temperaturkurve" führt. Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen wie Holz muss schnell und umfassend Beton und Stahlverwendung ersetzen, was zu weniger Emissionen bei der Herstellung und langfristigen CO₂-Bindung im Gebäude führt.
Städte aus dem Baustoff Holz werden enkeltaugliche CO2-Speicher - als „urbanes Pendant des Dauerwaldes".
