Bergwaldprojekt Blog
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Alle wollen Wollgras
Zum Schluss der Moorwiedervernässungwoche nochmals rein in die Wathosen. Auf geht's in die feuchteren Regionen des Krempertsbruch. Dort wartet noch Arbeit zwischen den schon euphorisch wahrgenommenen Wollgrasbolten.Wollgräser kommen aus der Familie der Sauergrasgewächse, bekannteste Art ist das schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium), das zusammen mit Torfmoosen Torfmoosschwingrasen bilden kann.
Charakteristisch: ihre weißen Wattebäusche aka Wollschöpfe, was ihre Samenstände sind.
Wollgräser lieben nährstoffarme, saure und nasse Moorböden. Damit sie hier noch üppiger die Fläche besiedeln, wird die Fichtenverjüngung händisch entnommen, ausgezupft aus dem Torfkörper. Bei der Renaturierung abgetorfter Moorflächen sind sie Erstbesiedler der nach Vernässung entstandenen Flächen aus Torfschlamm. Zusammen mit Initialstadien von Torfmoos erholt sich so das Moor. Üppige Wollgrasbestände sind Zeiger, dass sich die Moorverhältnisse stabilisieren. Und hier sieht es schon fast gut aus.
