Bergwaldprojekt Blog
Lesen, was geht
Hinterher beseelter Zustand
Vor 15 Jahren hörte Christiane (damals 45) zum ersten Mal von einem Freund vom Bergwaldprojekt und wollte mitmachen. Es dauerte dann zwölf Jahre bis zur ersten Teilnahme. In Bermersbach im Murgtal („Ich arbeite mich langsam nach Süden vor.") machte sie ihre dritte Projektwoche.
„Anfangs hat mich die Steilheit sehr beieindruckt und ich fragte mich, wie stehe ich jetzt sicher im Steilen? Ich bin ja keine Gämse, sondern eher so das Deichschaf.
Was sich schnell für ein starkes Wir-Gefühl entwickelt in der Woche, so ein schönes Miteinander von Alt und Jung. Also das hat was.
Man arbeitet und wird dafür versorgt mit Essen - und mit Gesprächen, mit sehr tiefen Gesprächen. Das spannende sind die Menschen,
ins Gespräch kommt man durchs Tun während der Arbeit, aber nicht über die Arbeit. Die Arbeit ist nur das Medium.
Die Einsätze führen dazu, die Natur und die Umgebung bewusster wahr zu nehmen. Ich nehme viel mit, auch von den anderen, von denen man neue Arten kennenlernen kann. Wenn ich jetzt beim Wandern einen Schmetterling entdecke, weiß ich genau, andere Teilnehmer würden ihn kennen.
Mein Horziont hat sich erweitert, ich bin viel wachsamer geworden und nachdenklicher hinsichtlich der Natur und vor allem im Hinblick auf Moore. Mir fehlt das Draussenssein nach einer Woche, das aktiv etwas bearbeiten. Man sieht, was man gemacht hat und ich weiß:
Ich bin ein Teil einer Gemeinschaft, die zusammen was erreichen kann, was für einzelne nicht machbar ist.
Die Woche ist immer eine für mich bereichernde Zeit, auf der Fläche und mit den Menschen. Ich bin hier jemand ganz anderes, ich mache ganz was anderes, mit ganz anderen Menschen.
Das ist wohltuend. Ich komme immer beseelt zurück."
