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Rettet alles

30/07/21 | Oberhalb Nister bei Hachenburg, Westerwald, RP | 369 Meter ü. M. | 23°, leichtest bewölkt

Projektwoche 64. Jawoll. Wieder einer fertig. Mehr verborgen als sichtbar. Das ist das Wesen von Wasserbaukästen, die als Barriere und Erosionsschutz im Bachbett liegen. Wie ein Blockhaus sind hier Eichenrundlinge, die mit Pferd an die Arbeitsstelle gerückt wurden, in den Bachlauf gebaut worden. Mit Armiereisen verbunden werden die Kästen dann mit Geröll und Erde verfüllt. Zur Fließrichtung quer laufende Rinnen werden in den Waldboden gezogen, anschließend mit Erdnägeln und halbierten Stämme befestigt, sollen das Wasser in der Fläche verteilen. Anstrengende Arbeit, die stolz macht. Etwas Hochwasserschutz können alle gebrauchen.

Alles im Wasserkasten

 

28/07/21 | Nationalpark Jasmund, Osteseeinsel Rügen, MV | 94 Meter ü. M. | 21°, heiter

Waldschulwoche 13, mit Student¡nnen der HNEE Eberswalde. Moorwiedervernässung, Kreideeinsatz. Denn Jasmund und Kreide: Zwillingspaar. Der Nationalpark ist auf Kreide gebaut. Weshalb also Moor-Entwässerungsgräben nicht auch mit einem Kreidepropfen verschließen? Gedacht, gemacht. Ein Seitengraben ist Ziel, Kreide wird eingestampft. Es flutscht, es glitscht. Nasser Kreideschlamm lässt sich besser verarbeiten. Das Wasser staut, die Kreide dichtet, das Gelände vorab abgecheckt. Das gestaute Wasser müsste daher nun bald exakt in einen weiteren Quergraben schwappen und sich von dort langsam versickernd in der Fläche verteilen...

Auch Kreidepropfen dichten gut.

 

23/07/21 | Am Walchensee, Bayerische Voralpen, BY | 808 Meter ü. M. | 19°, klar und abkühlend

Projektwoche 60. Schon wieder vorbei. Fast. Ein letzter Sonnenuntergang am See. Die Woche Revue passieren lassen. Die 1000 gepflanzten Tannen im Schutzwald; die Pflege für einen artenreichen Bergmischwald mit Buche, Tanne, Fichte, Berg-Ahorn, Mehlbeere, Berg-Ulme und Vogelbeere. Und zuletzt vor wenigen Stunden in der prallen Sonne: Schussschneise anlegen für notwendiges Jagdgeschehen (was eventuell auch Auerhühnern gefallen könnte und zusätzlichen Strukturreichtum in die Fläche bringt). Alles erledigt. Feierabend. Was jetzt noch zu tun ist: Ein letztes Bad in der untergehenden Sonne. 

Es ist Feierabend

 

22/07/21 | Am Imberg, Sauerland, NRW | 426 Meter ü. M. | 22°, tipp-topp

Projektwoche 163. Der Pflanztag ist schon festgelegt: 9. Oktober. An dem Tag wird das Hordengatter nochmals geöffnet. Für die Pflanzenden. Ansonsten: Rehe müssen draußen bleiben. 75 Elemente, 4 m breit, 1,60 m hoch schützen hier künfig  die Fläche, auf der vor ein paar Jahren noch stattliche Fichten standen - bevor der Käfer kam. Nun wird hier genagelt und verstrebt. Der Schutzzaun wächst Element um Element, die zuvor fern der Fläche alle frisch zusammengenagelt wurden. Morgen muss alles fertig sein. Wird fertig sein.

Rehe müssen draußen bleiben

 

22/07/21 | Rohrhardsberg, mittlerer Hochschwarzwald, BW | 937 Meter ü. M. | 23°, ziehende Wolken

Projektwoche 62. Nachdem morgens wieder Freiflächen für Auerhühner geschaffen wurden, ist nachmittags Exkursionszeit, Spielzeit, Förster spielen. JedeR darf mit bunten Bändchen Bäume auszeichnen und seinen Zukunftsbaum in der Naturverjüngung suchen. Was soll alt werden, was ist hinderlich bei der eigenen Strategie? 17 Teilnehmer¡nnen, 17 Waldbauideen. Die einen wollen kleine Buchen und Tannen fördern wegen ihrer vermeintlichen Klimaresillienz. Ein anderer doch nochmal die Fichte für schnellen Holzertrag, weil keine Douglasie zu finden ist. Jemand will auch unbedingt die schöne Birke am Wegesrand gestärkt wissen, da soll später ein Baumhaus rein. Diskussionen und Erklärungen folgen. Förster sein kann auch Qual sein: Viele Möglichkeiten, viele Wünsche, aber nur eine Realisierungsmöglichkeit. Und diese wirkt dann für die nächsten 100 Jahre.

Beim Försterspielen wird ausgezeichnet

21/07/21 |  Prora, Ostseeinsel Rügen, MV | 2,78 Meter ü. M. | 20°, laues Lüftchen

Projektwoche 61. Wieder auf den Feuersteinfeldern bei Rügen, Naturerbefläche! Ein einzigartiges geologisches Vorkommen vieler Feuersteinknollen, vieler Hühnergötter und versteinerter Seeigel. Wer aufmerksam Bewuchs zupft hat das Glück der Tüchtigen und wird fündig für sein Lapidarium. Hauptziel der Zupfarbeit ist aber: Das Steinerne Meer soll nicht verlanden, der Feuerstein frei bleiben. Das freut nicht nur Touristen, sondern auch Laufkäferarten und die Schlingnatter. Die Freiwilligen zupfen für alle, kleinste Pflänzchen, tiefste Wurzeln, stopfen Grünzeug in ihre Taschen. Dabei besser nicht knien, der Untergrund ist nicht gepolstert. Es gibt bequemere Arbeitsplätze. Aber ohne Hühnergötter.

Bewuchsentfernung im Feuersteinfeld

 

14/07/21 | Über dem Alpsee, Ostallgäu, BY | 972 Meter ü. M. | 16°, kühl

Projektwoche 58. Steiginstandsetzung. Stück für Stück den Berg hinauf. Dabei immer achtsam sein. Schwarze Alpensalamander queren ständig, huschen nach den Regenschauern aus ihren Löchern. Sich nicht ablenken lassen. Durch den Blätterwald ist Schloss Neuschwanstein zu sehen. Märchenschloss aus Stein. Aber hier: Untergrund aus Stein. Klonk! Raus damit. Der Berufsjäger soll hier am Hang nicht stolpern, wenn er im Schutzwald seiner Arbeit nachgeht: Schalenwild reduzieren. Denn weniger Verbiss heißt mehr vitale Naturverjüngung!

Steigbau im Steilhang

 

14/07/21 | Am Rohrhardsberg, mittlerer Hochschwarzwald, BW | 839 Meter ü. M. | 12°, ausreichend Wolken

Projektwoche 152. Rechenarbeit im Schwarzwald. Aber keine Textaufgabe mit der Addition roter und schwarzer Bollenhüte, sondern Mahd auf Bergwiesen. Denn nicht nur das Auerwild braucht geeignete Flächen zur Nahrungsaufnahme. Auch das Rehwild schätzt freie Flächen mit saftigen Kräutern. Das mindert zudem den Verbissdruck im Wald und an der Naturverjüngung. Aber nur regelmäßiges Mähen und Abrechen ergibt bestes Grünfutter. Und abrechen lässt sich am Besten hangabwärts. Geht am schnellsten. Und es liegt noch einiges auf der Wiese. Zack, zack! Bevor es wieder regnet.

Nur eine gerechte Wiese ist eine gute Wiese

 

13/07/21 | NSG Sinngrund, Spessart, BY | 204 Meter ü. M. | 20°, teilweise noch sonnig

Projektwoche 144. Weite Wiesenflächen, 17 Freiwillige auf der Suche nach speziellen Pflanzen. Denn in diesem Talabschnitt der Sinn blüht das deutschlandweit größte Vorkommen der schönen Schachblume. Aber sie wird nicht gesucht und von den Freiwilligen ausgestochen, weil sie giftig ist. Zu finden ist stattdessen das giftige Wasser-Kreuzkraut in den Feuchtwiesen. Weil giftig für das Vieh, das eigentlich die Mahd frisst, die notwendig ist, um den Bestand der Schachblume zu erhalten. Daher sollte die Mahd nix giftiges enthalten, sonst gibt es keine Mahd mehr und dann auch keine Schachblume und auch keine Wiesenknopf-Ameisenbläulinge mehr, denen eine Mahd auch entgegenkommt. Das leuchtet ein und gibt dem Jäten im Sinngrund seinen Sinn: Artenschutz!

Wasserkreuzkrautsuchende im Sinngrund

 

13/07/21 | Überm Walchensee, Bayerische Voralpen, BY | 963 Meter ü. M. | 17°, schnell feucht und kühler werdend

Projektwoche 59. Der Arbeitsauftrag ist präzise auf den liegenden Fichtenstamm gesprayt. Für die Freiwilligen und den stark aufgelichteten Schutzwald mit seinem Grasfilz. Lärchen pflanzen, im Reihenabstand von 3 Metern, innerhalb der Reihe mit Abstand von 3,30 Metern. Am Vortag wurden bereits 400 mit Schafwollfett vor Verbiss geschützte Lärchen im Steilhang gepflanzt. Wiederholung wird schwierig. Wetterumschwung. Wind und wuchtiger Regen setzen ein. Die Steilfläche wird erstmal fluchtartig verlassen. Regenpause.

Schriftlicher Arbeitsauftrag

 

08/07/21 | Angermünde, Uckermark, BB | 54 Meter ü. M. | 22°, Wölkchen

Projektwoche 153. Im Wald der Stadt mit dem goldenen Hirschkopf im Wappen, am Rande der UNESCO-Welterbe-Buchenwälder in Grumsin. 17 Freiwillige sind mit dabei beim Premiereneinsatz im Stadtwald, der naturnaher werden soll. Da haben überflüssige Schutzzäune keinen Platz mehr. Müssen daher raus. Freischneiden, rausholen, auf den Weg bringen. Nicht ganz einfach, wenn die Abschnitte bis zu 80 Meter lang sind. Es gelingt. Nun nur noch kurz zusammenrollen. Spannen, straffen, ausrichten, rollen. Vereinte Kräfte schaffen auch das. Für eine potentielle weitere Verwendung des Zaunes. Wiederverwertung statt Wertstoffhof.

Abgebauter Zaun zur Wiederverwendung
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08/07/21 | Bärenfels, Sächsische Schweiz, SN | 649 Meter ü. M. | 20°, wolkig | Hangneigung 44 °

Projektwoche 57. 18 Freiwillige im Hang. Im Steilhang. Mischungsregulierung in dichter Naturverjüngung. Voller Einsatz für das Laubholz. Auch Eberesche, Rotbuche und Birke sollen eine Chance haben. Die Fichte dominiert und bedrängt. Das ändert sich nun. Minute um Minute. Dabei Gedankenaustausch über die berühmten Hanghühner, die sich angeblich mit einem langen und einem kurzen Bein dem Leben im Hang anpassen. Kurzes Gegacker. Auf an die nächste Fichte.

Mischwuchsregulierung am Steilhang

 

07/07/21 | Am Halblech, Oberbayern, BY | 802 Meter ü. M. | 17°, teilweise sonnig

Projektwoche 56. Springkraut. Immer wieder das Drüsige Springkraut auf den Schotterbänken des Halblech. Auch hier hat diese invasive Pflanze beste Ausbreitungsmöglichkeiten. Leider zu Lasten einer sehr seltenen Pflanze, die an immer wieder überflutete Kiesbänke angepasst ist. Die Deutsche Tamariske. Ihr Vorkommen am Halblech gilt es zu erhalten. Es ist eines der Letzten in Deutschland. Das raschwüchsige Springkraut muss weichen. Wird ausgerissen, gesammelt und entsorgt. Meter und Meter wird die Kiesfläche so um eine mittlerweile Allerweltsart ärmer. Artenvielfalt ist eben nicht viel von etwas, sondern etwas von vielem.

Drüsiges Springkraut auf dem Abflug

 

07/07/21 | Am Rohrhardsberg, mittlerer Hochschwarzwald, BW | 876 Meter ü. M. | 14°, ziemlich nass

Projektwoche 151. Biotoppflege im mittleren Schwarzwald. Hier natürlich für das Auerwild. Das ist mittlerweile im Schwarzwald so selten wie in den letzten Tagen Sonnenstrahlen. Aber Nässe ist hier kein Motivationskiller für das Dutzend Freiwillige in Regenkleidung. Getreu dem Motto "Lücken für die Küken" bekommt der Wald durch die Freiwilligen eine Strukturauffrischung: mit Freiflächen und Schneisen für Landebahnen und Licht. Für die Auerhühner und für ihre Hauptnahrung, die Heidelbeere. Dafür muss so manche Fichte weichen, die den Lücken im Weg ist. Die Auerhühner werden dies zu schätzen wissen.

Einsatzgruppe "Auerwild" im Regen

 

06/07/21 | Clausthal-Zellerfeld, Harz, NI | 564 Meter ü. M. | 21°, heiter

Projektwoche 135. Familienprojekt. Ihre Kinder sind woanders. Dürfen Wald und Natur spielerisch erkunden. Mit pädagogischen Fachkräften. Die Eltern sind am Gewässerrand beschäftigt. Sie lernen: Sonne ist wichtig für Amphibien und ihr Laichgewässer, Larven brauchen Wärme. Schattenwerfendes Gehölz am Laichgewässer verhindert das. Daher: Freistellen des Stillgewässers mit Axt und Säge. 22 Freiwillige sägen, knipsen, reißen, zerren, knicken. Das Ufer kommt immer näher. Und siehe da: Es lichtet sich. Sonnenlicht erreicht wieder die Wasseroberfläche. Laichgewässer gerettet.

Mehr Licht für ans Gewässer!

 

30/06/21 | Bergwaldprojektladerampe, Würzburg, BY | 226 Meter ü. M. | Betriebstemperatur

Das Team Logistik arbeitet auf Hochtouren. Werkzeuge, Lebensmittel, Küchenausrüstungen verlassen das Zentrallager. Das Warten hat ein Ende. Es geht endlich los. Neun Fahrzeuge, davon fünf Gespanne, für die ersten Projektwochen 2021 in Triberg, Angermünde, Bärenfels, Clausthal-Zellerfeld und am Halblech starten in den nächsten Tagen von Würzburg aus. Jeweils gut eine halbe Tonne Zuladung pro Gespann wird verpackt und geht dann auf die bis zu vierwöchige Reise in die Einsatzgebiete. Damit jedeR FreiwilligeR das benötigte Werkzeug in Händen halten kann und alle Köch¡nnen mit Ihren Lieblingstöpfen hantieren können. Wünsche werden wahr.

Gepackte Kisten gehen auf die Reise

 

KEIMRUHE | Kunstpause | Magnetic North Schirn Kunsthalle Frankfurt

Ab in die kanadischen Wälder. Derzeit prima fürs Klima in Frankfurt zu finden, in klimatisierten Räumen. Eine malende Männerbande, sich Group of Seven nennend, zog zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Güterwagon oder Kanu in die angeblich unberührte Natur, campte, staunte, malte. Und wie! Ihr Motto: Mehr Wald, weniger Atelier. In Deutschland eher unbekannt prägten diese ikonischen Bilder das Selbstvermarktungsbild Kanadas. Nordlicht, menschenleere Wälder, Berge, Biberbauten und rohstoffhungrige Holzfällertrupps. Klein- und großformatig, eindringlich in den Farben; mal düster, mal lockend. Noch bis 29. August zu sehen. Sogar analog statt digital.

A.Y. Jackson: Lake Superior Country - in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

 

02/06/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 647 Meter ü. M. | Sonne lacht mit bei 24°

Interne Projektwoche 4. Fichte soweit das Auge reicht. In diesem grünen Nadelmeer entstehen nun kleine - zunächst baumlose - Inseln mit maximal fünf Meter Durchmesser. Fichten werden gefällt, entrindet und zu kreisrunden Schutzwällen aufgetürmt. Innendrin soll nun die nächsten Jahre die Naturverjüngung ihr Gesicht zeigen - geschützt vor der Rotwildbeweidung. Was wird aufkommen? Alle sind gespannt. Geduld ist angesagt im Waldumbau. Hin zu hoffentlich artenreichen Laubmischwäldern.

Auf einer Rodungsinsel im Fichtenmeer

 

24/05/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 603 Meter ü. M. | sonnig bei 19°

Interne Projektwoche 3. Es wird kräftig genagelt. Für ein notwendiges Wildtiermanagement. Im Thüringer Wald liegen drei der 12 deutschen Landkreise mit den größten Rotwild-Jagdstrecken der letzten Jahren. Auch im Zukunftswald zeugen Verbiss, Schlagschäden und ausbleibende Naturverjüngung für einen hohen Wildbestand. Einen zu hohen. Damit neuer Wald auch wachsen kann braucht es also Hochsitze. Daher werden gleich mal 13 Hochsitze ohne Schnick-Schnack (Standardmodell Schliersee) vor Ort zusammengenagelt und anschließend im Wald aufgestellt. Die notwendige Regulierung des Rotwildbestandes kann beginnen. Nach Ende der Schonzeit.

Traditionelle Hochsitzparade Unterschönau

 

12/05/21 | Hangmoore Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Hunsrück, RP | 426 Meter ü. M. | gut mit 14°

Interne Projektwoche 2. Die letzen Stauwerke werden fertig. Die letzten von gut 12 Dutzend in den letzten Jahren auf dieser riesigen Fläche. Die Mischung aus Sägemehl und Hackschnitzeln wird in die Gräben hineingesprungen und verdichtet. Das leistet maximalen Strömungswiderstand, wenn der nun verschlossene Graben doch noch bisschen das Wasser zieht. So bleibt das Wasser nun überall in der Fläche, das Hangmoor vernässt sich nach und nach. Der wichtigste Teil der Klimasschutzleistungen ist dann erreicht: das weitere Ausgasen der Torfschicht wird gestoppt. Das Moor wird in den nächsten Jahren allmählich wieder vom CO2-Emittenten zum CO2-Speicherer. Darauf: hüpf-hüpf, hurra!

Grabenverfüllungen müssen verdichtet werden.

 

05/05/21 | Hangmoore Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Hunsrück, RP | 422 Meter ü. M. | minimal heiter bei 6°

Interne Projektwoche 1. Freiwillige müssen noch zuhause bleiben bei den Abschlussarbeiten der mehrjährigen Wiedervernässung der Hangmoore im Nationalpark. Entwässerungsgräben verschließen und arbeiten unter Corona-Bedingungen bedeutet daher: Interne Kräfte machen das und sind trotzdem gut gelaunt. Der Sicherheitsabstand beträgt in der Regel eine Hauenlänge - was auch ohne Coronagefahren stets eine lebenserhaltende Maßnahme ist. Wird diese Länge unterschritten heißt die Parole: FFP2!

Rammkatzeln nur mit Schutzmaske.

 

10/03/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 678 Meter ü. M. | neblig-grau mit 4°

Waldinventur. Im Zukunftswald wird gearbeitet. Unterwegs sind vier Dreierteams mit Klemmbrett, Kluppe und Knowhow. Ihre Ziele sind 200 gleichmäßig über den Waldbesitz verstreute Aufnahmepunkte für eine erste Stichprobeninventur. Eisenstäbe werden eingeschlagen, markieren dauerhaft die Probekreise mit einem Durchmesser von mehr als 25 Meter. In diesem Kreis ist fast alles von Interesse was Baum ist, war und wird. Arten, Alter, Größe, Vitalität. Mit und ohne Schäden, Epiphyten und Besonderheiten. Alles wird akkurat vermessen, bestimmt und aufgenommen. Arbeit für Experten, Grundlage für die Zukunft und das Waldbewirtschaftungskonzept. Denn um künftig klar zu sehen was ist, muss man wissen was war.

Inventurblatt für Bleistift und Klemmbrett

 

04/03/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 525 Meter ü. M. | meist grau bei 11°

Frühjahrsputz. Zum neuen Zukunftswaldbesitz gehört standesgemäß auch eine kleine Waldhütte. Statt erster Projekteinsätze daher: Putzen, Ausbessern, Anbauen. Mit der Infektionslage vereinbar beschäftigen sich die Spezialkräfte aber in erster Linie mit Außenarbeiten. Zugang erleichtern, Müll einsammeln und das wichtigste - immer bei ausreichend frischer Luft - dabei: Außenbereich gestalten. Schließlich soll dereinst nach getaner Arbeit im eigenen Wald auch der wohlverdiente Feierabend in der Abendsonne vor der Hütte genossen werden.

Dachbegrünungsvorbeugung

 

KEIMRUHE | Buchpause | Lutz Fähser (Hrsg.) u.a.: Der Holzweg

1,1 kg schwer, 480 Seiten stark: die aktuelle und umfassende Bestandsaufnahme der Kritik am Wirken der Forst-Wirtschaft und deren waldzerstörenden Bewirtschaftungsmethoden. Getreu der Erkenntnis "Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst", findet das Buch wenig Erfreuliches in der deutschen Forstlandschaft. Dazu sind die Autor¡nnen (großteils Männer im Rentenalter) doch zu sehr Teil des Waldschutz-Netzwerkes, das mit ihrer Arbeit dazu beigetragen haben will, „dass Wälder und Forste noch existieren“. Betitelt sind die knapp 30 Beiträge des Buches mit „Wald im Widerstreit der Interessen“; gemeint ist damit der auch im Wald existierende Dauerstreit zwischen Natur und Kapital, in dessen Verwertungslogik die Forstbehörden den Waldschutz und Naturwälder „ideologisch begründet“ ablehnen. (Nebenbei stellt sich damit die Frage, welche Eigentumsform für den Waldschutz die beste ist.) Während in einem Beitrag die mechanisierte Holzernte als empathielose und entfremdete Arbeit beschrieben wird, die der Arbeit in den Schlachthöfen der Massentierhaltung gleicht, wird die Forstwirtschaft auch als Ganzes in einer Sinnkrise gesehen. Der Klimawandel führt zu einer permanenten Bedrohungslage, Forstwissenschaftler sehen als das Beste für die Wälder das "Sein-Lassen" und "Nichts-Tun". Zeit also für eine Neuorientierung, die der Band mit Konzepten anregt - wenn Forstakteure das Buch denn open-minded lesen...

Der Holzweg - die Fibel des Waldschutznetzwerkes

 

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