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15/10/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 671 Meter ü. M. | leichter Nebel mit 10°

Projektwoche 107. Heute geht es in den dunklen tiefen Wald. In den viel zu dunklen. Daher Aktion Licht ins Dunkel und Mut zur Lücke. Fichtenfällen ist angesagt. Mit der Zweifrausäge ritzeratze in die Fichten eine Lücke. Hier soll mehr Licht am Boden den Verjüngungsprozesse mit Buche, Bergahorn und Vogelbeere ermöglichen. Die Fichten bleiben aber nicht liegen wie sie gefallen sind. Gekonnt werden sie angeordnet, bilden rasch einen Verhau, der das gefräßige Rotwild aus der Lichtlücke hält. Und auf geht's zur nächsten Lücke. Es soll ein Mosaik entstehen und keine einzelne Insel. Schließlich ist der Fichtenwald groß und noch dunkel.

Neuer Wald braucht Lücken im Altbestand

14/10/21 | Stadtwald Baden-Baden, Badischer Nordschwarzwald, BW | 606 Meter ü. M. | leicht trüb, 10°

Projektwoche 105. In der Schwarzwaldidylle. Im Wiesental. Damit es idyllisch (also offen) bleibt, verpachtet das Forstamt Flächen an Landwirte zum Zwecke der Beweidung mit zotteligen Rindern, Schafen und Ziegen. Bevor nun ein neuer Pächter kommt muss der Wiesenhang abgeräumt und freigestellt werden. Im Visier der Freiwilligen daher: Brombeere, Haselsträucher, Ahorn und Hainbuche. Sie müssen noch weichen, bevor die tierische Landschaftspflege beginnen kann. Zum Arten- und Biotopschutz, aber auch damit das reizvolle Landschaftsbild erhalten bleibt und die Stadtbewohner weiterhin genügend Frischluftzufuhr in ihrem Tal haben.

Was beweidet werden soll, muss zuvor gerodet werden.

14/10/21 |  Euskirchen, Eifel, NW | 494 Meter ü. M. | nur wolkig, 14°

Waldschulwoche 22. Darf Naturschutzarbeit auch Spass machen? Sie muss Spass machen. Auch bei regnerischem Wetter. Für das Team aus Jugendlichen, Betreuern und Waldschulprofis: leichte Übung. Nachdem es beim Bohlenweg freischneiden, Kleinbrücken translozieren und Wacholderheide pflegen schon klappte, steht nun Moorpflege auf dem Programm. Genauer: Entbuschen durch Birkenentnahme. Da lässt sich sicher ein kleiner Wettbewerb daraus machen. Der Name ist schnell gefunden: „Baum-Rausbuddel-Wettbewerb“. Die Arbeit ist dann auch schnell erledigt. Auch weil sinnvolle Arbeit immer Freude macht, auch Jugendlichen.

Sogenannter Baum-Rausbuddel-Wettbewerb

Leinwand | Nachmittagsvorstellung | Der wilde Wald

Wer ständig in Wäldern unterwegs ist geht sicher lieber in den neuen James Bond statt in DER WILDE WALD. Aber. Zum 50. Geburtstag hat sich der Nationalpark Bayerischer Wald mit einem Kinofilm feiern lassen. Wer von Drohnenaufnahmen mit unterlegter Geigenmusik noch nicht zu viel hat wird reichlich belohnt. Mit Wildnis und vor allem mit sich entwickelnder Wildnis. Im Mittelpunkt die Fichte, ihr Sterben und wieder Werden dank den Stürmen Vivian und Wiebke sowie Ips, dem Borkenkäfer. Zwar sterben mehr Fichten durch die Säge als durch den Käfer, wie einer der filmbegleitenden Waldexperten weiß, der Mensch will aber lieber Grün statt stehendes Totholz. In den historischen Aufnahmen sind die lauten Proteste der lokalen Bevölkerung in den 1990er-Jahren zu sehen, die ansonsten im Film leider kaum was zu sagen hat und nur bei einer Brauchtumsveranstaltung auftaucht sowie in Verbindung mit insgesamt 83 (!) getöteten Luchsen in der Nationalparkgegend. Ansonsten vervollständigt sich die Wildnis zusehends durch Wolf und Elch sowie hunderter seltener Käfer- und Pilzarten, für die Totholz das pralle Leben bedeutet. Allerbeste Werbung für mehr wilder werdende Wälder.

Der wilde Wald auf der Leinwand

12/10/21 |  Diepholzer Moorniederung, Norddeutsches Tiefland, NI | 41 Meter ü. M. | 11° mit späterer Schauerneigung

Projektwoche 104. Immer noch im Moorgebiet. Heute im Neustädter Moor. Auch dieses wird nach hölzernem Bewuchs systematisch von den Freiwilligen durchsucht. Im Visier immer die nächste Birke, die hier vorherrscht, und der mit gezückter Astscheren begegnet wird. [Bei intensiver Begegnung hängt sich auf gerne mal eine marmorierte Kreuzspinne an den dazugehörigen Arm.] Hinter sich lässt der Trupp freie Fläche. Meter für Meter wieder weniger Wasserverdunster und mehr Platz für Moorspezialisten. Die Begünstigten heißen Weißes Schnabelried und Moosbeere, Sonnentau und Rosmarinheide. Wer kennt sie nicht?

Die Jagd auf die nächste Birke

09/10/21 | Neuenrade, Sauerland, NRW | 426 Meter ü. M. | 17°, bestens

Öffentlicher Pflanztag. Das im Juli in einer Projektwoche errichtete Hordengatter ist heute nochmals geöffnet. Für die Pflanzenden. Mit dabei: Katja und Martin, im Wohlfühlmodus. Wie die anderen 60 pflanzen sie heute auf der ehemaligen Fichtenfläche gut 2000 Eichen, Hainbuchen und Vogelkirschen, begründen ein Laubbaumspot. Für sie nichts besonderes. Vor 10 Jahren haben sie sich auf Amrum beim Pflanzen kennengelernt und seither ist freiwillige Waldarbeit fester Bestandteil ihres Lebens als (mittlerweile) Ehepaar. Neben ihnen pflanzt ein befreundetes Paar hangaufwärts. Sie wollten selbst mal machen, von was die beiden seit vielen Jahren nicht mehr lassen können. Stunden später spüren sie bereits ebenfalls ein leichtes Verlangen nach mehr. Für Katja und Martin nicht überraschend.

Beim Bergwaldprojekt vor 10 Jahren kennengelernt und immer noch am pflanzen

07/10/21 | Nationalpark Jasmund, Ostseeinsel Rügen, MV | 90 Meter ü. M. | heitere fast 17°

Projektwoche 95. Wer auf einer Insel arbeitet will auch mal das Meer sehen. Geht auf dem Heimweg nach Feierabend. Auch wenn der Kreiderbruch, in dem gearbeitet wird, gut 10 Kilometer vom Strand entfernt liegt. Nach dem weiteren Entkusseln des Kreidebruchs zur Förderung seltenster Pflanzen und Orchideen sind diese nun auch noch geschützt. Nicht vor erneutem Wuchs von diversen Gehölzen, sondern auch vor hungrigem Wild. Ein Zaun schützt die Orchideen nun vor Rehwild. Artenschutz durch Aussperren. Ein Ausblick auf den Horizont und in Richtung Bornholm ist da idealer Kontrast. Oder liegt da hinten schon das Baltikum oder die polnische Ostseeküste?

Der Blick geht Richtung Baltikum

07/10/21 | Eibenstock, Erzgebirge, SN | 807 Meter ü. M. | 15 ° und ziehende Wolken

Projektwoche 99. Gestern Weißtannen pflanzen, um zu den exakt 274 Alttannen im gesamten Revier Eibenstock möglichst viele Nachfolgerinnen hinzu zu fügen. Heute wieder im Bachtal. Viele Meter sind hier bereits befreit von einem anderen Nadelbaum, der Fichte. Was in der vorherigen Einsatzwoche angefangen wurde, wird hier vollendet. Auftrag: Fließgewässer attraktiver machen, naturnäher gestalten. Weniger Fichten bedeuten viel mehr Lebensraum für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten, die es gerne weniger fichtennadelig haben. Am Ende werden es mehr als zwei Kilometer sein, wo sich die Vielfalt nun ausbreiten kann.

Wimmelbild mit Freiwilligen im Bachtal

07/10/21 | Biosphärenreservat Rhön, Hessische Rhön, HE | 804 Meter ü. M. | Wind nordost und kurz nur bedeckt, 14°

Projektwoche 101. Es herbstelt in der Rhön, am Roten Moorrand. Feucht ist das dominierende Befinden, inklusiver einer Astschere in den Händen. Mit enormem Arbeitswillen machen sich die 17 Freiwilligen an die Zerlegung des noch stehenden Gehölzes. Freiflächen sollen geschaffen bzw. erhalten werden. Nicht für golfspielende Rhön-Touristen sondern für bodenbrütende Vögel wie das Birkhuhn und die Bekassine. Alle brauchen eben ihren Lieblingsplatz. Für die Freiwilligen ist das nachher gleich der Platz unter der Plane beim Frühstück.

Gehölzentfernung für Freiflächen

06/10/21 | Am Schauinsland, Hochschwarzwald, BW | 982 Meter ü. M. | leichtes Regnen, 13°

Projektwoche 97. Und? Was pflanzen wir denn heute? Weißtannen, der Hoffnungsbaum für die wärmeren Zeiten. Und wo? Wo ein guter Platz ist. Also überall hier im stark aufgelichteten Hang unter dem noch teilweise schützenden Schirm der siechenden Altfichten und Buchen. Aber ganz ohne Zaun? Ja, dafür gibt es Verbissschutzmittel an die Triebspitzen der Tannen. Man kann nicht immer alles einzäunen. Also, los geht's. Löcher hacken!

Auf gôhds. Pflanzd wird!

05/10/21 | Im Lechtal im Schongau, Oberbayern, BY | 669 Meter ü. M. | 10°, Nebelniesel

Projektwoche 100. Im Schneeheide-Kiefernwald. Besser: Im hoffentlich-auch-bald Schneeheide-Kiefernwald. Diese artenreiche und lichte Waldgesellschaft soll sich hier weiter etablieren. Aber wer stört mal wieder? Die Freiwillige weiß es genau. Es ist die Fichte. Soll sie sie nun fällen? Von Hand? Rundum wird es bereits lichter. Die Fichtenfällungen gehen voran. Die lichtliebenden Arten wie die Schneeheide werden profitieren. Also. Ran an die Säge! Es geht länger als gedacht. Zähe Sache. Aber der Wille wird stärker. Yes! Strike. Gefällt.

Baum fällen? Ja, mach ich!

05/10/21 |  Diepholzer Moorniederung, Norddeutsches Tiefland, NI | 42 Meter ü. M. | teilweise sonnige 16°

Projektwoche 103. Im Rehdener Geestmoor, wo der Himmel so weit und die Birke so nah ist. Schnipp-Schnapp, Birke ab. Es wird wieder entkusselt. Gestern das Neustädter Moor, heute hier. Schnipp. Mit Astscheren gegen junge Birken, die der Offenhaltung der Landschaft und der Moorfläche im Weg stehen. Schnipp. Werden entfernt. Damit Schluss mit Wasserverbrauchern, die dem Moor Wasser entziehen und damit die Zersetzung des Torfkörpers vorantreiben. Schnipp. Und damit auch Schluss mit der Verdrängung hochmoortypischer Arten wie Glockenheide und Krähenbeere. Schnipp. Und damit Schluss für heute.

Schon fast bis zum Horizont entkusselt.

30/09/21 | Amrum, Nordfriesische Inselwelt, SH | 4,11 Meter ü. M. | Kleine Schauer mit 15°

Projektwoche 134. Auch hier im Visier der Freiwilligen: die Spätblühende Traubenkirsche im Dickicht des wuchernden Inseldschungels. Sie braucht hier die Mehrfachbehandlung. Die vielen gepflanzten Laubbäume der vergangenen Jahre brauchen Platz im Kampf ums Licht. Die kraftvollen Stockausschlagsfähigkeit der auch stinkigen Traubenkirsche macht es erforderlich, ihr immer wieder mit der Säge zu kommen. Aber lieber mit der Säge an die Kirsche als mit der Astschere in die Brombeeren. Die Unterarme danken es den Freiwilligen.

Die Traubenkirsche erfordert mehrfache Behandlung

30/09/21 | Rostocker Heide, Ostsee, MV | 4,80 Meter ü. M. | wolkig-feucht bei 14°

Projektwoche 148. Der Strand wurde bereits am Vortag gesäubert. Nun stellt sich die Frage: Wer hat dieses Astchaos hier angerichtet? Hier sollen demnächst Erlen gepflanzt werden. Die einst hier stehenden standortsfremden Sitka-Fichten sind perdu. Was noch von ihnen zu sehen und spüren ist, sind ihre nicht kommerziell verwertbaren Reste, die hier eine Pflanzung unmöglich machen. Aufräumen! Die Freiwilligen zerren und reißen, schichten und stapeln. Das Reisig bleibt auf der Fläche, wird in langen Reihen aufgestapelt, dazwischen ist nun Platz für die Pflanzung in Reih und Glied. Sieht zwar naturfern aus, erleichtert aber spätere Arbeiten auf der Fläche.

Schlagräumung zur Pflanzvorbereitung

30/09/21 | Am Schauinsland, Hochschwarzwald, BW | 1029 Meter ü. M. | 14°, gut bedeckt

Projektwoche 96. Unterhalb der Straße ein tiefer Graben. Mehr Starkniederschläge, mehr Wasser, mehr Einschneiden des Wassers, mehr Nachrutschen der Seitenhänge des Bachbetts. Wann rutscht die Straße? Also höchste Zeit für einen Grabenverbau. Mit allem drum und dran. Holz einschlagen, entasten, entrinden, Seilzug. Während sich ein Teil der Freiwilligen um Weißtannenpflanzung und -schutz kümmert, werden die anderen Bauexperten. Ein Kasten kommt unter dem anderen, Schwelle auf Zange, Zange auf Schwelle, jeweils mehrere Lagen pro Kasten. Alle ordentlich in den Graben hineinverbaut, die Stämme mit Stahl kraftvoll vernagelt. So geht Erosionsschutz.

Holzkästen müssen zusammenhalten.

28/09/21 | Nationalpark Jasmund, Ostseeinsel Rügen, MV | 90 Meter ü. M. | wolkige 17,5°

Projektwoche 94. Arbeiten im Kreidebruch und an den Schlämmbecken. Vor Jahrzehnten: In der Kreidewand die Kreide abschlagen, dann im Schlämmbecken mit Wasser vermischen, über Rinnen leiten, damit sich Sand und Steine absetzen. Die Kreidemasse trocknete, wurde weiter verarbeitet. Heute: Im Kreidebruch stehen und in den alten Schlämmbecken Hartriegel und Weiden beseitigen und teilweise ausbuddeln und den Boden plaggen. Maßnahmen der Wahl gegen Verbuschung. Dann wächst auch weiterhin die Braunrote Stendelwurz, deren Blüten Vanilleduft verströmt, weshalb sie auch „Strand-Vanille“ genannt wird. Ein Duft, den die Kreidearbeiter vor Jahrzehnten nicht in der Nase hatten, zu der Zeit als mit Kreide aus Gips noch an Tafeln geschrieben wurde: Tempora mutantur, nos et mutamur in illis...

Schwere Arbeit in den Kreidebrüchen

28/09/21 | Morbach, Hunsrück, RP | 452 Meter ü. M. | 14° und extrem heiter

Projektwoche 93. "Und? Wieviele sind wir?" Nur fünf von Millionen. Während aber in vielen Forstverwaltungen der Anteil von Frauen auch 2021 nicht mal die 20-Prozent-Marke erreicht, schafft es das Team Morbach locker auf einhundert Prozent. Es schafft auch locker, die vielen Schubkarren an Eichenwildlingen zu pflanzen. Auf diversen Sturm- und Borkenkäferflächen, wo einst ausschießlich Fichten standen, was auf die Dauer nicht gutging. Und sie werden es auch locker hinbekommen, die Pflanzflächen noch mit Hordengattern vor Wild zu schützen. Gesellschaftlicher Fortschritt zeigt sich immer an Bildern aus dem Wald.

Team Morbach ♀♀♀♀♀

28/09/21 | Eibenstock, Erzgebirge, SN | 802 Meter ü. M. | feuchte 14 °

Projektwoche 98. Wieder mal Fichten vernichten. Heute im Dönitzbachtal. Der Bachlauf soll attraktiver werden - vor allem auch für einen hier ansässigen charismatischen Storchenvogel, den Schwarzstorch. Während dieser schon wieder unterwegs ins warme Spanien oder Westafrika ist, kämpfen sich die Freiwilligen mit Astscheren und Sägen durch das noch dicht bestockte Bachtal. Alle Fichten entlang des kleinen Baches kommen weg, Laubbäume wie Erlen und Weiden dürfen stehen bleiben. Die Dominanz der Fichte wird gebrochen, langsam wird es lichter auf dem Weg zu einer naturnahen Laubwaldgesellschaft.

Laub bleibt, Nadeln müssen gehen.

24/09/21 | Amrum, Nordfriesische Inselwelt, SH | 3,64 Meter ü. M. | 14°, Westwind mit Wolken

Projektwoche 133. Die letzten Tage: Brombeeren, Brombeeren, Brombeeren. Mit allem was schneidet und abtrennt niedergerungen, die gepflanzten Laubbäumchen der letzten Jahre sind befreit. Heute: Nordzipfel der Insel, die Odde. Zeit, sich mit Experten vor Ort zu treffen, die es überall gibt. Als Insel-Gastarbeiter für die Natur wissen die Freiwillige weder was vom Leben der Wattwürmer, noch von Seevögeln. Das ändert sich nun mit einem Vogelwärter für die Seevögel. Die Weisswangengans ist Seevogel des Jahres 2021, die Zwergseeschwalbe ist in ihrem Bestand exterm gefährdet und hinter der nächsten Düne brüten die Heringsmöwen. Und dann gibt es noch viel mehr zu hören als Soundcollage mit diversen weiteren Seevogelstimmen.

Infos vom Experten vor Ort

24/09/21 | Rostocker Heide, Ostsee, MV | 1,80 Meter u. M. | keine Wetterdaten vorhanden

Projektwoche 147. Ein Tag Schlagräumung zur Pflanzvorbereitung, zwei Tage Streuobstwiesenpflege und nun das: Das Schilf bis zu drei Meter hoch. Der Weidezaun gut 60 Jahre alt. Stark eingewachsen. Früher waren noch Wasserbüffel innerhalb des Zaunes. Nun suchen die Freiwilligen dessen Reste. Umgestürzte Holzpfähle, eingewachsene Drähte, alles muss nun raus. Die kompletten 1,2 Kilometer Zaunlänge in der Salzwiese, die unterhalb des Meeresspiegels liegt. Nachmittags ist eine Exkursion zu einem historischen Köhlerhof geplant. Wird bis dahin alles gefunden sein?

Holzpfosten aus Schilfdschungel

24/09/21 | Alzenau, Spessart, BY | 139 Meter ü. M. | 21°, schön

Projektwoche 91. Traubenkirschen. Traubenkirschen. Traubenkirschen. Und nochmals Traubenkirschen. Immer die Spätblühenden. Sie stören. Werden entnommen. Seit Tagen. Hier auf der 2019er-Sturmfläche im Kiefernbestand im „Alzenauer Sande“, die schön mit Laubbäumen wieder aufgeforstet wurde. Besuch kommt auf die Fläche. Ein Bote des Bürgermeisters. Kurze Unterbrechung der Traubenkirschenbekämpfung. Mmmm und ohhh und ahhhhh. Eben war noch mehr da. Die Krümel in den Sand. Die Freiwilligen zurück zu den Traubenkirschen. Traubenkirschen. Traubenkirschen.

Der Dank des Bürgermeisters

23/09/21 | Grunewald, Berlin, Hauptstadt | 69 Meter ü. M. | 19°, sonnich

Projektwoche 95. Alle im Traubenkirschenbekämpfungsmodus. Ein Schrei. "Wasndas?" Alle kommen zusammen, knien vorsichtig nieder und sehen auf einem Traubenkirschenblatt (was sonst?): die Raupe von Calliteara pudibunda. Sein Hornschwänzchen gibt den Namen: Buchenrotschwanz, oder auch Buchen-Streckfuß. "Und was wird das mal?" Ein unscheinbarer grauer Nachteulenfalter, mit Tarntracht eben. Ahhhh. "Frisst die auch Traubenkirschenblätter?" Alle ahnen es. Die Blätter taugen für die Raupe genauso wenig als Futter wie für Rehwild. Zu viel Blausäure inside. Die Raupe wird also weiterziehen in ihrer schicken Warntracht für Fressfeinde.

Calliteara pudibunda

23/09/21 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1.031 Meter ü. M. | sonnige 20°

Projektwoche 89. Verkehrsfunk. Am Feldberggebiet zwischen Rinken und Baldenweger Hütte ist der Sägebachsteig heute für Wanderer nur einstreifig begehbar. Immer wieder kommt es auch zu kurzfristigen Totalsperrungen. Wegen dringender Belags- und Brückenarbeiten wurde eine Wanderbaustelle eingerichtet. Mit leichtem Gerät und Naturbaustoffen aus Stein und Holz wird der bei Naturtouristen sehr beliebte Wanderabschnitt von Freiwilligen wieder ertüchtigt. Intensive Nutzung und Starkregenereignisse machten die Sanierung notwendig. Die Arbeiten sollen bis zum Feierabend abgeschlossen sein.

Wanderbaustelle Sanierung Sägebachsteig

22/09/21 | Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nordhessen, HE | 527 Meter ü. M. | 19°, etwas Wolken

Projektwoche 92. Die Hordengatter im Kellerwald hatten mal eine Pflanzung geschützt. Ihre Funktion ist erfüllt, die Freiwilligen bauen sie ab. Der 2020 neu hinzugekommene nördliche Teil des Nationalparks ist noch sichtbar geprägt durch menschliches Handeln. Also viel Wuchshüllen und Schutzzäune. Kommen nun beide weg und im gleichen Durchgang auch gleich noch die nicht standortsheimischen Douglasien, die hier vor wenigen Jahren noch im Staatswald gepflanzt wurden. Eine Irrtumspflanzung, wie sich nun herausstellt.

Schützende Hordengatter, überflüssig, abbaubar

16/09/21 | Bielatal, linkselbisches deutsch-tschechisches Grenzgebiet, SN | 439 Meter ü.M. | wolkige 17°

Projektwoche 139. Wieder im Bielatal. Der Müll ist von Teilnehmer¡nnen bereits gesammelt im Uferbereich am Elbenebenflüsschen Biela. Denn auch hier: Hochwasser im Sommer. Nun auf der nächsten Schadensfläche im Tal. Verursacht durch zu viele Borkenkäfer im zu monotonen Fichtenbestand. Der Harvester war bereits vorher da. Hat mitgenommen, was verwertbar war. Hat aber auch noch einiges dagelassen. Also: Fläche räumen, Reisig räumen. Obligatorische "Besenrein"-Witze. Nicht, dass es sauber sein soll, sondern als Pflanzvorbereitung. Künftig sollen hier auch mal Eichen wachsen. Sie zu pflanzen: deutlich einfacher, wenn die Fläche auch gut zu begehen ist. Spätere Pflege dito.

Pflanzflächenvorbereitung im Käferloch

16/09/21 | Schwinzer Heide,  Mecklenburgischen Seenplatte, MV | 63 Meter ü. M. | 16°, bedeckt

Projektwoche 146. "Nimm den Vorschlaghammer mit!" Wichtiger Hinweis für den Rückbau des alten Militärsanitärgebäudes. Der kleine Ziegelbau für Stoffwechselvorgänge junger NVA-Soldaten ist ein weiterer Überrest auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. In Kürze: war. Brauchbare Ziegel werden noch aussortiert und später für ein Fledermausquartier auf dem Nun-Naturparkgebiet wiederverwendet. Standard, denn alle Materialien und Abfälle der Kategorie NVA-Schrott werden für die Entsorgung und Wiederverwendung sortiert. Die ganze immobile Materie, vom Stacheldraht bis zum Betonpfosten. Abends dann endlich: tobendes Leben. Hirschbrunftzeit.

Ein altes Militärsanitärgebäude wird zurückgebaut.

16/09/21 | Velmerstot, Eggegebirge, NW | 427 Meter ü. M. | 15°, äußerst bedeckt

Projektwoche 86. Pflegeeinsatz. Die vereinzelten Heidekrautflächen am Velmerstot sollen größer werden. Das richtige Werkzeug hiefür: die Pflanzhaue. Die Freiwillige hat auch schon das erste Heidekrautnest gesichtet. Nun befreit sie rund um des Nest den Boden so gut es geht vom Nicht-Heidekraut-Bewuchs inklusive bisschen Oberboden. Und ja: es geht gut, das sogenannte Abplaggen, das Gartenarbeiten ähnelt. Das Heidekraut soll später auf diesen abgeplaggten Flächen beste Ausbreitungsmöglichkeiten haben und weiter zur gewünschten Verheidung beitragen. Das freut dann zahlreiche Arten wie Falter und Heuschrecken. 

Es wird auch geplaggt für die Artenvielfalt.

15/09/21 | Tegel, Berlin, Hauptstadt | 67 Meter ü. M. | 23°, heiter

Projektwoche 85. Zur Abwechslung eine kleine Verschnaufpause im großen Berliner Traubenkirschenverdrängungsprogramm. Für die Teilnehmer¡nnen also heute Schubkarren und Akkubohrer statt Säge und Astschere. Erosion verhindern und Wasser im Wald halten, wenn es mal regnet. Ein kleines schon vor zwei Jahren gebautes Wasserrückhaltestauwerk war zu niedrig für die letzten Starkregen - und dicht. War folglich übergelaufen. Der Damm wird erhöht. Mit Schubkarrenfüllungen alter Tonerde, die hier auch einst abgebaut wurde. Eine Bohlenetage kommt noch oben drauf. Löcher vorbohren, Zimmermannsnägel, treibende Schläge. Gut ist.

Stauwerkerhöhung beim kleinen Wasserrückhaltebecken

14/09/21 | Cuxhaven, Nordseeküste, NI | 16 Meter ü. M. | sonnig kühl bei 14°

Projektwoche 87. Wieder eine DBU-Naturerbefläche: die Cuxhavener Küstenheide. Wo vor einigen Jahrzehnten noch Wehrdienstleistende der Marine ihre Schussübungen machten, sind nun gut 20 Freiwillige in friedlicher Mission auf der Fläche. Unternehmen Moorfrosch. Ihre zivilen Waffen sind Säge und Astschere. Ihr Gegner: die natürliche Sukzession im Steertmoor. Ihre Strategie: Wasserverbraucher aus dem Moorkörper entfernen. Taktik: die großen Wasserverdunster wie Birken, Kiefern, Eichen und alles, was über die Heide guckt, kommen raus. Keine Kompromisse. Der Moorfrosch will einen permanent nassen Lebensraum. Er soll ihn bekommen.

Alles Verholzende muss aus der Heide

13/09/21 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1.350 Meter ü. M. | Tag werdende 17°

Projektwoche 88. Vom höchsten Schwarzwaldgipfel aus liegt den 17 Teilnehmer¡nnen der beginnenden Woche der Schwarzwald zu Füßen. Noch wissen sie nicht, was sie erwartet. Ahnen nichts von Brostgrasrasen, auf dem Bergpieper und Steinschmätzer vorkommt. Haben noch nichts von notwendiger Besucherlenkung im Feldberggebiet und der drohenden Verrummelung gehört. Und wahrscheinlich noch nie eine Auerhenne gesehen, deren Biotop es auch hier zu pflegen gibt, genauso wie moorrandtypische Vegetation. Ist auch egal bei diesem Begrüßungspanorama.

Morgenerwartung am Feldberggipfel

09/09/21 | Hainberg, Nürnberger Umland, BY | 314 Meter ü. M. | sonnig bei 25°

Projektwoche 83. Wie es fifty ways to leave your lover gibt, gibt es auch eine Menge Methoden und Ideen, damit die Spatblühende Traubenkirsche von der Fläche verschwindet. Auf der DBU-Naturerbefläche hinterlassen die Freiwilligen daher die Bäume als ob eine Horde hochbeiniger Biber hungrig war. Versuchsweise werden die Bäume hier auf kleiner Fläche geringelt. Die vor vier Jahren im sich auflösenden Kiefernwald gepflanzten Buchen sind stark verbissen, der Wildschutzzaun war von umstürzenden Kiefern beschädigt. Die verbissresistenten Traubenkirschen hatten leichtes Spiel und zeigten ihre ganze Wuchsfreudigkeit. Das Ringeln wird dem nun ein Ende machen. Und jetzt wird noch der Zaun repariert.

Traubenkirschen. Geringelt. Nicht Geschnitten.

09/09/21 | Wertach, Oberallgäu, BY | 972 Meter ü. M. | 19° mit zunehmender Bewölkung

Projektwoche 82. Viele kleine Tannentriebspitzen warten hier auf ihren Verbissschutz. Plastikmanschetten müssen wieder eingesammelt werden. Also ne. Bleiben Schafsprodukte. Ein für Wild übelriechendes Schaffettprodukt könnte auf die Spitzen gespritzt werden. Dafür muss es aber nach Aufbringung zwei Tage trocken bleiben und überhaupt. Mittel der Wahl: einmal mehr Schafwolle. Super natürlich, kann auch bei Regen verarbeitet werden und bietet den Freiwilligen auch immer wieder etwas Verkleidungsspass für lustige Erinnerungsfots. Also das Beste für Mensch und Pflanze.

Schafwolle gehört auf Tannenspitzen

09/09/21 | Schwinzer Heide,  Mecklenburgischen Seenplatte, MV | 65 Meter ü. M. | 22°, ziehende Wölkchen

Projektwoche 145. Während die Betonexperten planvoll Pfosten fällten, waren am Schuppen andere Spezialisten mit ihrer Säge aktiv. Acht planvoll von allen Seiten gefällte Kiefern haben den alten Militärschuppen zum Einsturz gebracht. Nun kann er gefahrlos zerkleinert, zerlegt und wegtransportiert werden. Die Militärbautenpräsenz auf der Naturerbefäche schwindet Stück um Stück. Frieden der Natur.

Einstürzende Altbauten auf Ex-Militärgelände

08/09/21 | Schwinzer Heide,  Mecklenburgischen Seenplatte, MV | 66 Meter ü. M. | heitere 20°

Projektwoche 145. Unterwegs auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der Nationalen Volksarmee. Eine Fülle an militärischen Hinterlassenschaften auf dem Gelände, das nun Nationales Naturerbe ist. Wölfe streifen duch die Kiefernwälder, Seeadler ziehen ihre Kreise. Die Freiwilligen üben sich in Betonpfostenfällen und in der Erde eingewachsene Maschendrahtzäune ausbuddeln. In der Nähe zieht Kaltbluthengst Unikat die Betonpfosten von der Fläche. Und dann steht hier noch dieser Schuppen, geschützt in einer Betonwanne, damit die Druckwellen der nebenan eingeschlagenen Natobomben über den Schuppen hätten hinweg fegen können. Der baufällige und unzügängliche Schuppen muss weg. Ein Fall für Spezialisten.

Militärschuppen in Kiefernwald-Betonwanne

08/09/21 | Tegel, Berlin, Hauptstadt | 64 Meter ü. M. | 22° mit Sonne ab und an

Projektwoche 84. Die Traubenkirsche, spätblühend, ist in vielen Teilen der Berliner Wälder ein Haupthindernis im Waldumbau und für die Naturverjüngung. Sie dominiert aufgrund ihrer Verbissresistenz den Unterwuchs und verhindert die Naturverjüngung. Die zwanzig Freiwilligen wissen aber was zu tun ist. Ausreißen, wenn es geht. Ausgraben, wenn es noch geht. Und abschneiden, hüfthoch, wenn es sein muss, inklusive aller Seitenäste. So geht es langsam gemeinschaftlich vorwärts im Schatten des Altbestandes, in dem ab und an auch mal Buchen- und Eichennachwuchs zu sehen ist. Für diesen wird es nun einfacher.

Aktiv gegen die Traubenkirsche in Tegel

08/09/21 | Im Soonwald, Hunsrück, RP | 502 Meter ü. M. | Sonne satt mit 25°

Waldschulwoche 20. Diese Woche mit den Jungs der Caritas-Jugendhilfe aus Landau. Neben dem Abbau von alten Drahtzäunen und ausgedienten Schälschutzmatten ist auch was Aufbauendes zu tun. Auch im Soonwald muss die kommende Waldgeneration geschützt werdne. Vor Fress-, Schäl- und Fegeschäden. Hordengatter sind hier das Mittel der Wahl. Hier kommen mit den begeisterten Jungs auch schnell viele Meter zusammen. Sichtbare und nützliche Ergebnisse des eigenen und gemeinsamen Wirkens und Werkeln. So eine Projektwoche ist natürlich ebenfalls gefördert von der Postcodelotterie.

Gemeinschaftsbaustelle Hordengatter

07/09/21 | Lichtenau, Eggegebirge, NRW | 291 Meter ü. M. | 20°, Wolken ziehen übers Moor

Projektwoche 81. Heftige Klopfgeräusche. Dazu ertönt eine bekannte ABBA-Melodie mit der leicht geänderten Textzeile durch den Birkenblätterwald: "Das Moor ist grün, bald ist es nass, wir haben einen Riesenspass...". Die Freiwilligen sind mit einer Spezialdisziplin des Bergwaldprojektes beschäftigt. Stauende Querbauwerke aus Eichenspundbohlen werden in einen entwässernden Graben gehauen. Ein Niedermoor soll wieder stärker vernässen. Geht mit Musik natürlich deutlich besser.

Das Moor wird nass werden.

02/09/21 | Stadtwald Baden-Baden, Badischer Nordschwarzwald, BW | 688 Meter ü. M. | überwiegend sonnig bei 23°

Projektwoche 138. Dichter können die Bäumchen nicht stehen im Fichtendickicht. Dazwischen immer wieder schon ältere Laubbäume. Gepflanzt nach dem Orkan Lothar, der 1999 über den Schwarzwald und seine Fichtenwälder fegte. Mühsam geht es halb duckend und robbend von Laubbaumstamm zu Laubaumstamm. Mit dem Messer werden die beiden Kabelbinder aufgeschnitten und die Wuchshüllen aufgeschlitzt. Ups. Ein Ameisenstamm hat es sich zwischen Stamm und Hülle eingerichtet. Egal. Wuchshüllen unter den Arm und weiter zur nächsten gepflanzten Buche, die sich zwischen den Jungfichten behaupten konnte. Auch dieser Waldabschnitt wird nun plastikfrei.

Wuchshüllensuchen im Dickicht

01/09/21 | Im Soonwald, Hunsrück, RP | 515 Meter ü. M. | 22° mit bisschen Sonne

Waldschulwoche 17. Mit der Wuppertaler Gesamtschule Else Lasker-Schüler und der Förderung durch die Postcodelotterie. Die 15 Schüler¡nnen haben schon einiges an überflüssigem Schutzzaun und Einzelschutz im Wald abgebaut sowie unzählige Tannen-Wildlinge gezogen und verpflanzt. Nun ist mal endlich Zeit für einen Klassiker im Waldklassenzimmer: "Der Luchs geht um". Das ahnungslose Reh sitzt mit verbundenen Augen und wachsamen Ohren auf dem Boden. Es knackt, es raschelt. Nähert sich schon ein Luchs? Woher kommt das Geräusch. Wenn die fast lautlosen Luchs-Mitschüler¡nnen das Reh berühren, gilt es als gefressen. Die Gefahr ist groß, doch es hat sein Gehör und 28 Fichtenzapfen. Wumms, ein Zapfen fliegt in Richtung des Luchsgeräusches. Getroffen. Dieser Luchs ist raus für diese Runde. Doch das Pirschen geht noch weiter...

Ein Teil der Else Lasker-Schüler Gesamtschule Wuppertal

01/09/21 | Balderschwang, Allgäuer Alpen, BY | 1072  Meter ü. M. | milde 19°

Projektwoche 77. Auch den Freiwilligen fällt die Naturschutz-PR-Aktion auf. Sie ist im Allgäuer Nagelfluhgebiet auch nicht zu übersehen. Gut so. Denn die Birk- und Auerhühner werden in ihrem Lebensraum immer mehr mit Freizeitsportlern konfrontiert. Für sie ist Natur ihr Freiraum, den sie mit Bikes, Schneeschuhen und Trekkinglatschen erobern wollen. Und das Abenteuer lockt natürlich stets abseits der ausgetretenen Pfade, dort wo die Hühnervögel am liebsten ungestört wohnen. Und dort, wo auch die Freiwilligen heute wieder bei der Jungswuchspflege Strukturen schaffen, die das störungsempfindliche Auer- und Birkwild schätzen. Für die Freiwilligen wird dabei offensichtich: "Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt". Auch wenn Immanuel Kant mit seiner Maxime eventuell mit "Anderen" noch nicht die brütende Birkhenne im Sinn hatte.

Freizeitmenschen contra Hühnervögel

31/08/21 | Biosphärenreservat Rhön, Hessische Rhön, HE | 761 Meter ü. M. | feucht bei 18°

Projektwoche 167. Pflanztage für die Freiwilligen und dem Trupp der Pädagogikstudent¡nnen der Uni Würzburg. Erstmal die Fläche vorbereiten mit mähen und aufhacken. Dann geht's los. Kiste um Kiste des krautigen Pflanzgutes kommt in den Boden. Zuvor: Bisschen an der Wurzel und den Blättern zupfen. Der Teufelsabbis soll dadurch gleich noch einen Wuchsimpuls erhalten. Er ist die einzige Futterpflanze der Raupen des prächtigen Skabiosen-Scheckenfalters, dessen Vorkommen mit mehr Futterpflanzen vernetzt und stabilisiert werden soll. Ein botanischer Garten hat dafür 6400 Pflanzen gezüchtet. Für heute sind schon wieder fast 1000 geschafft. Viele Hände, schnelles Ende, auch dank der Postcodelotterieunterstützung. Die Mittagspause ist in Sicht. Eine Kiste geht aber davor noch.

Teufelsabbisskultur in der Rhön

26/08/21 | Bergbaufolgelandschaft, Neunkirchen, SL | 253 Meter ü. M. | 21°, Sonne mit Wolken

Projektwoche 165. Immer noch am Weiher. Zweite Woche, frische Freiwillige. Tausende Schubkarren mit dem bereitgestellten, nährstoffarmem Sand sind in den vergangenen 10 Tagen bereits in den Weiher gekippt worden. Heute kommt nun auch noch die Pfahlramme zu ihrem Einsatz, zum Unterwassereinsatz. Zong, Zong, Zong. Stopp! Das Stammende muss über der Wasseroberfläche bleiben. Ein kleiner Angler- und Beobachtungsplatz soll hier noch entstehen. Als Abschluss der Gewässerrandnaturierung für die Landschaft der Industriekultur  - neben dem Rückbau der Bohlenwege, Saarlands ersten Fischhotels und kleiner Initialpflanzungen in der frischgeschaffenen Flachwasserzone. Saarland Ahoi!

Unterwasserlöcherrammeneinsatz

25/08/21 | Balderschwang, Allgäuer Alpen, BY | 1198  Meter ü. M. | 13°, klar

Projektwoche 76. Die Nacht war gut. Es ist noch frisch, das Gras noch feucht. Ein paar Wolken liegen noch vor den Gottesackerwänden, jenem eigenartigen Schrattenkalkplateau, das die Grenze zu Österreich markiert. Die ersten Sonnenstrahlen werden sie rasch vertreiben. Der Frühstücksabwasch sollte schon beendet sein. Aber irgendjemand muss noch auf die Toilette, eine anders sucht noch ihre Trinkflasche. Gleich geht's los zur Arbeitsstelle. Wieder vorbei an der angeglich ältesten Eibe Deutschlands. Irgendwas zwischen 1000 und 4000 Jahre alt soll sie sein. Dazu passend auf dem Arbeitsprogramm heute: Eiben pflanzen. Davon kann es nie genug geben.

Der Blick zu den Gottesackerwänden

24/08/21 | Heimbach, Nationalpark Eifel, NRW | 232 Meter ü. M. | 21°, allerheiterst

Projektwoche 80. War es gestern noch angeschwemmter Müll, der bei den Aufräumarbeiten der Eifel-Juliflut eingesammelt wurde, ist es heute eben alter Zaun. Auch er muss weg. Doch je länger ein Zaun stand, desto aufwändiger seine Entfernung. Das merken auch die 20 Freiwilligen. Das wuchernde Grün hat die nun überflüssigen Wildschutzzäune halb verschlungen und vereinnahmt. Stachliger und dorniger Widerstand. Es wird kräftig gezerrt, gebogen und herausgezogen, bis der Drahtzaun endlich im Freien bzw. auf dem Weg landet. Nun nur noch handlich einrollen. Denn schon kommen die nächsten Abschnitte aus der Fläche. Dort vermisst sie niemand.

Überflüssig: Sperrgut eingerollter Zaun

24/08/21 | Biosphärenreservat Rhön, Hessische Rhön, HE | 765 Meter ü. M. | bedeckt mit 19°

Projektwoche 79. Mähtage. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sollen die mageren Lebensräume weiterhin mager bleiben. Daher kommt das fette Gras runter von der feuchten Fläche. Nass und frisch gemäht ist es gefühlt aber nur noch schwer. Schwere Zugtiere fehlen und am Schwerlastsack fehlen Räder, stellen die Freiwilligen fest und ziehen los. Von der Fläche Richtung Anhänger. So bleibt auf der Fläche weiterhin Platz für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten anstatt für die paar Allerweltsarten, welchen die industrialisierte Landwirtschaft andernorts noch Platz bietet.

Nasses Gras gehört in den Schwerlastsack

24/08/21 | Üfter Mark, kurz vor dem westlichen Münsterland, NRW | 51 Meter ü. M. | 21°, sonniger

Projektwoche 78. Nein, noch immer brauchen wir keine VR-Brillen für unsere Arbeiten. Heute geht es nur zur Pflege der Heidefläche. Alle Freiwilligen sind optimal ausgestattet. Denn nicht nur die Berufsgenossenschaft weiß: "Bei Arbeiten mit Strauch- und Astwerk Schutzbrille tragen!" Weil auch Pflanzen - mit ihren Stacheln und Dornen - sind gefährlich und nichts soll hierbei ins Auge gehen. Also auf zur Offenlandpflege, zum Wohl des Lungenezians und des kleinen Moorbläulings.

Vorbildlich augengeschützte Arbeitsbrigade.

19/08/21 | Liebenscheid, Westerwald, RP | 463 Meter ü. M. | 16°, niederschlagsfrei und teils-teils

Projektwoche 73. Nun ist also die Zeit gekommen. 18 Freiwillige im Laubmischwald entfernen die Wuchshüllen von der Fläche. Baum für Baum. Mehr als 14 Jahre nachdem der Orkan Kyrill auch im Westerwald seine Wucht gegenüber den Fichtenbeständen zeigte, sind die Edellaubhölzer, welche den Fichten folgten, nun unten ohne. Zuvor standen sie jahrelang mit ihrem Plastikschutz, der leider nicht einfach verrottet, auf der ehemaligen Sturmfläche. Damit geschützt vor Verbiss und Gefege durch Reh- und Rotwild. Nun zeigen sich die Bergahorne befreit, brauchen keinen Schutz mehr und sind hoffentlich bereit, Stürmen und Temperaturschwankungen zu trotzen.

Wuchshüllen! Wer braucht gebrauchte Wuchshüllen?

18/08/21 | Oberhof, Thüringer Wald, TH | 832 Meter ü. M. | 15°, nur Niederschlag

Projektwoche 74. Nachricht von unserem Musikkritiker: BWP goes Culture. Jacky Bastek und ihr Projekt HUMBLO hat den Teilnehmer¡nnen der Oberhofer Projektwoche einen warmen Nachmittag und einen magischen Abend beschert - nach harter Arbeit in Regen und Nebel haben uns HUMBLO auf ihrer Waldtournee durch Deutschland in unserer Unterkunft im Sommersbacher Pirschhaus (Oberhof) vorm warmen Kachelofen überrascht. Virtuoser Finger Style auf der Gitarre (Jacky Bastek) zu warmen JazzTunes auf dem Kontrabass (Yannick Tiemann). Nach dem Abendessen gab es noch ein HUMBLOimagisches Solo von Jacky, während draußen der Regen an die Fenster klopfte. Das gibt es nur im BWP: Hochkultur meets Jungwald-Pflege mitten im dunklen Thüringer Forst. Vielen Dank für diesen einzigartigen Feier-Abend!

Konzertabend Sommersbacher Pirschhaus (Oberhof)

18/08/21 | Balderschwang, Allgäuer Alpen, BY | 1152  Meter ü. M. | 18°, bedeckt

Projektwoche 75. Die Mission lautet: Mehr Tannen in Balderschwangs Schutzwald. 2000 Weißtannen sollen es insgesamt sein. Der Heli hat sie eingeflogen, viele Kisten waren im Netz, das sanft im Pflanzgebiet landete. Immerhin. Pflanzen müssen die Bäumchen aber die gut 20 Freiwilligen. Wie schon den ganzen Morgen hier im leicht lichten Fichtendominanzbereich. Viele Steine gibt's. Aber auch viel heiße Suppe. Die gibt Kraft für den Nachmittag. Die Mission ist schließlich noch nicht erfüllt. 

Erst Suppe löffeln, dann Tannen pflanzen.

17/08/21 | Bergbaufolgelandschaft, Neunkirchen, SL | 253 Meter ü. M. | 17°, kurz vor Niesel

Projektwoche 164. Das letzte Flächenbundesland ist erobert. Saarlandpremiere. Ein Weiher, Menschenwerk. Bisher mit der Form einer Badewanne, Lichtjahre von Verlandung entfernt. Das ändert sich nun Stunde um Stunde. Die erste Ringelnatter schaut vorbei. Schaufel um Schaufel, Schubkarre um Schubkarre füllt sich der Obere Saukaulweiher nun an einer seiner Uferzonen, ein Flachwasserbereich entsteht, eine Mindestausstattung an naturnahem Bereich. Pflanzenbestände, wassergebundene Insekten wie Libellen, Amphibien, Jungfische werden sich hier einstellen. Die Ringelnatter wird Gesellschaft bekommen.

Steilufer zu Flachwasserbereich

12/08/21 | Im Weißen Main, Oberfranken, BY | 712 Meter ü. M. | 20°, schön sonnig

Projektwoche 70. Rostige Metallteile, Plastikspielzeugfragmente, alte Autoreifen, halbverrottete Stofffetzen. Auch im Oberlauf des Weißen Maines völlig fehl am Platz. Sehen die 17 Freiwilligen auch so. Nach der Offenlandpflege nun heute also Müllsammeln. Der Flusslauf soll weiterhin naturnah bleiben, revitalisiert werden. Für Wasseramseln und Krebes. Also raus mit dem Müll. Hier noch eine Radkappe, dort noch Plastikfolien. Das Kleinzeug rein in Säcke. Größere Teile kommen so auf einen Fahrzeughänger, der sich mit dem Müll aus dem Main füllt. Und er wird voll werden.

Fundsachen im Weißen Main

11/08/21 | Am Waltersberg, Im Knüll, HE | 333 Meter ü. M. | 23°, Wolkendeckchen

Projektwoche 68. Wäre Synchronsensen olympische Disziplin, wäre hier im ehemaligen Hutewald ein optimales Trainingscamp. So sensen die Freiwilligen nur zur Unterstützung der Tarpane, die hier zur Beweidung eingesetzt sind und bei der Nahrung bisschen wählerisch sind. Denn zwischen den 300jährigen knotzprotzigen Altbuchen wachsen auch Gehölze auf. Wuuuutsch, in einem Sensenstreich erlegt. Außerdem auch Brombeeren. Wuuuutsch, in einem Sensenstreich erledigt. Die ehemalige Weidefläche zwischen Buchen bleibt Freifläche und damit optimales Habitat der Avi- und Entomofauna, wie es in gutem Naturschutzsprech heißt.

Sensenbrigade im Hutewald

06/08/21 | Fichtelberg, Oberfranken, BY | 648 Meter ü. M. | 19°, überwiegend recht wolkig

Projektwoche 69. Fels Nr. 2 an diesem Tag ist freigestellt, der Ausblick fertiggestellt. Also Arbeitspause. Am schönsten natürlich mit entsprechender Aussicht. Wo eben noch Fichten standen ist nun wieder Felsen zu sehen. Ganz ohne Beschattung. Auf dem warmen Stein tummeln sich bereits viele Eidechsen. So soll es sein. Im Idealfall kommen nun auch noch Kreuzottern hinzu, welche das Felsbiotop als bevorzugte Wärmeinsel besiedeln. Aber gerne erst nach der Pause. Jetzt gehört der Fels noch den Freiwilligen und ihrer Verschnaufpause. Dann geht es weiter zu Tagesziel Fels Nr. 3 und Nr. 4.

Frisch geschaffener Aussichtsfelsen

06/08/21 | Altenbeken, Eggegebirge, NRW | 279 Meter ü. M. | sunny, 19°

Waldschulwoche 13 - zusammen mit der Caritas Rheine, acht Jugendlichen und ein paar Erwachsenen. Und auch hier: Das Hordengatter steht. Fertig ist die Aufforstungsfläche. Drinnen: gepflanzte Buchen, nun geschützt vor dem Äser, dem Maul des Rehwilds. Auch schon bewahrt vor dem aufkommenden Fichtenanwuchs, der an den vergangenen Tagen dran glauben musste. Draussen: das Wer-hats-gemacht-Schild der Jugendgruppe. Alle sollen wissen, wer die 70 Hordengatterelemente in den letzten Tagen zusammengenagelt und aufgestellt hat. Und wer hats' mitfinanziert? Dürfen auch alle wissen: Die Postcode-Lotterie.

Das große Siegel am Gatter

05/08/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 609 Meter ü. M. | 19° und total heiter

Jugendprojektwoche. Waldschule ohne Bildungseinrichtung. Premiere. Zwölf Jugendliche zwischen Vierzehn und Sechzehn. Arbeiten in ihren Sommerschulferien. Bauen Zäune ab, verarbeiten Holz und 1800 Nägel zu Hordengatter und Hochsitzen. Bauen dies auch gleich auf. Dazwischen Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. Sie werden statt mit Handyfoto durch Pinsel und Farbe verewigt. Alles prächtig. Doch es gibt auch große Kritik: eine Woche ist für alle Teilnehmer¡nnen viel zu kurz. Alle wollen wiederkommen. Sofort.

Thüringer Wald: Gemalt statt geknipst

05/08/21 | Nationalpark Jasmund, Osteseeinsel Rügen, MV | 90 Meter ü. M. | sommerliche 22°

Projektwoche 65. Literaturzeit im Laubschatten. Nach getaner Arbeit, nach vollendetem Bau- und Stauwerk. Die müden Teilnehmer¡nnen lauschen: "Dem Ersten den Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot...“ Bekannt aus Auswanderer- und Einwandererfamilien. Trifft aber auch auf die Bewohner¡nnen von Moorkolonien zu. Der Projektleiter hat Heimatliteratur aus dem norddeutschen Teufelsmoor zur Hand. Der Mensch und der Versuch, das Moor für sich urbar zu machen. Entwässerung, Torfabbau, Hunger, zerstörte Natur. Menschen und Moor: ein für beide Seiten unglückliches Zusammentreffen. Keine Science-Fiction-Literatur.

Lesestunde im Moor

05/08/21 | Neukirchen, Im Knüll, HE | 329 Meter ü. M. | 18°, Wolken hängen tief

Projektwoche 67. Wenn ein Freischneider auf einer Orchideenwiese auf eine Kröte trifft ist es klar, wer das Nachsehen hat. Daher waltet auch bei dieser Magerrasenpflege in vorderster Linie: die Vorsicht. Reptilien und Amphibien werden vor Hand- und Motorsensen gerettet. Behutsam geborgen und fern der Arbeitsstelle wieder abgesetzt. Biotoppflege kann schließlich nicht zum Nachteil der dort lebenden Wirbeltiere erfolgen.

Die Angst der Kröte vor dem Freischneider

30/07/21 | Oberhalb Nister bei Hachenburg, Westerwald, RP | 369 Meter ü. M. | 23°, leichtest bewölkt

Projektwoche 64. Jawoll. Wieder einer fertig. Mehr verborgen als sichtbar. Das ist das Wesen von Wasserbaukästen, die als Barriere und Erosionsschutz im Bachbett liegen. Wie ein Blockhaus sind hier Eichenrundlinge, die mit Pferd an die Arbeitsstelle gerückt wurden, in den Bachlauf gebaut worden. Mit Armiereisen verbunden werden die Kästen dann mit Geröll und Erde verfüllt. Zur Fließrichtung quer laufende Rinnen werden in den Waldboden gezogen, anschließend mit Erdnägeln und halbierten Stämme befestigt, sollen das Wasser in der Fläche verteilen. Anstrengende Arbeit, die stolz macht. Etwas Hochwasserschutz können alle gebrauchen.

Alles im Wasserkasten

29/07/21 | Hinterm Rohrhardsberg, mittlerer Hochschwarzwald, BW | 789 Meter ü. M. | 21°, schön

Projektwoche 63. Das hier mal Fichte stand: nicht mehr zu ahnen. Überall Summen und Brummen. Der Geräuschteppich von Käfern, Haut- und Zweiflüglern überdeckt die menschlichen Stimmen. Die Freiwilligen verschwinden in der grünen Wand. Sie sind auf der Suche nach den gepflanzten Bergahornen und Kirschen. Ihre Wuchshüllen sind nun überflüssig. Werden entfernt und den Hang abwärts befördert. Sie sollen wieder verwendet werden, verrotten eh nicht. Wie die Kabelbinder, mit denen sie fixiert sind. Kommen auch raus. Käfer und Raupen bleiben zurück, im nun plastikfreien Grün.

Ex-Käferfläche mit üppiger Verjüngung

28/07/21 | Nationalpark Jasmund, Osteseeinsel Rügen, MV | 94 Meter ü. M. | 21°, heiter

Waldschulwoche 13, mit Student¡nnen der HNEE Eberswalde. Moorwiedervernässung, Kreideeinsatz. Denn Jasmund und Kreide: Zwillingspaar. Der Nationalpark ist auf Kreide gebaut. Weshalb also Moor-Entwässerungsgräben nicht auch mit einem Kreidepropfen verschließen? Gedacht, gemacht. Ein Seitengraben ist Ziel, Kreide wird eingestampft. Es flutscht, es glitscht. Nasser Kreideschlamm lässt sich besser verarbeiten. Das Wasser staut, die Kreide dichtet, das Gelände vorab abgecheckt. Das gestaute Wasser müsste daher nun bald exakt in einen weiteren Quergraben schwappen und sich von dort langsam versickernd in der Fläche verteilen...

Auch Kreidepropfen dichten gut.

23/07/21 | Am Walchensee, Bayerische Voralpen, BY | 808 Meter ü. M. | 19°, klar und abkühlend

Projektwoche 60. Schon wieder vorbei. Fast. Ein letzter Sonnenuntergang am See. Die Woche Revue passieren lassen. Die 1000 gepflanzten Tannen im Schutzwald; die Pflege für einen artenreichen Bergmischwald mit Buche, Tanne, Fichte, Berg-Ahorn, Mehlbeere, Berg-Ulme und Vogelbeere. Und zuletzt vor wenigen Stunden in der prallen Sonne: Schussschneise anlegen für notwendiges Jagdgeschehen (was eventuell auch Auerhühnern gefallen könnte und zusätzlichen Strukturreichtum in die Fläche bringt). Alles erledigt. Feierabend. Was jetzt noch zu tun ist: Ein letztes Bad in der untergehenden Sonne. 

Es ist Feierabend

22/07/21 | Am Imberg, Sauerland, NRW | 426 Meter ü. M. | 22°, tipp-topp

Projektwoche 163. Der Pflanztag ist schon festgelegt: 9. Oktober. An dem Tag wird das Hordengatter nochmals geöffnet. Für die Pflanzenden. Ansonsten: Rehe müssen draußen bleiben. 75 Elemente, 4 m breit, 1,60 m hoch schützen hier künfig  die Fläche, auf der vor ein paar Jahren noch stattliche Fichten standen - bevor der Käfer kam. Nun wird hier genagelt und verstrebt. Der Schutzzaun wächst Element um Element, die zuvor fern der Fläche alle frisch zusammengenagelt wurden. Morgen muss alles fertig sein. Wird fertig sein.

Rehe müssen draußen bleiben

22/07/21 | Rohrhardsberg, mittlerer Hochschwarzwald, BW | 937 Meter ü. M. | 23°, ziehende Wolken

Projektwoche 62. Nachdem morgens wieder Freiflächen für Auerhühner geschaffen wurden, ist nachmittags Exkursionszeit, Spielzeit, Förster spielen. JedeR darf mit bunten Bändchen Bäume auszeichnen und seinen Zukunftsbaum in der Naturverjüngung suchen. Was soll alt werden, was ist hinderlich bei der eigenen Strategie? 17 Teilnehmer¡nnen, 17 Waldbauideen. Die einen wollen kleine Buchen und Tannen fördern wegen ihrer vermeintlichen Klimaresillienz. Ein anderer doch nochmal die Fichte für schnellen Holzertrag, weil keine Douglasie zu finden ist. Jemand will auch unbedingt die schöne Birke am Wegesrand gestärkt wissen, da soll später ein Baumhaus rein. Diskussionen und Erklärungen folgen. Förster sein kann auch Qual sein: Viele Möglichkeiten, viele Wünsche, aber nur eine Realisierungsmöglichkeit. Und diese wirkt dann für die nächsten 100 Jahre.

Beim Försterspielen wird ausgezeichnet

21/07/21 | Prora, Ostseeinsel Rügen, MV | 2,78 Meter ü. M. | 20°, laues Lüftchen

Projektwoche 61. Wieder auf den Feuersteinfeldern bei Rügen, Naturerbefläche! Ein einzigartiges geologisches Vorkommen vieler Feuersteinknollen, vieler Hühnergötter und versteinerter Seeigel. Wer aufmerksam Bewuchs zupft hat das Glück der Tüchtigen und wird fündig für sein Lapidarium. Hauptziel der Zupfarbeit ist aber: Das Steinerne Meer soll nicht verlanden, der Feuerstein frei bleiben. Das freut nicht nur Touristen, sondern auch Laufkäferarten und die Schlingnatter. Die Freiwilligen zupfen für alle, kleinste Pflänzchen, tiefste Wurzeln, stopfen Grünzeug in ihre Taschen. Dabei besser nicht knien, der Untergrund ist nicht gepolstert. Es gibt bequemere Arbeitsplätze. Aber ohne Hühnergötter.

Bewuchsentfernung im Feuersteinfeld

14/07/21 | Über dem Alpsee, Ostallgäu, BY | 972 Meter ü. M. | 16°, kühl

Projektwoche 58. Steiginstandsetzung. Stück für Stück den Berg hinauf. Dabei immer achtsam sein. Schwarze Alpensalamander queren ständig, huschen nach den Regenschauern aus ihren Löchern. Sich nicht ablenken lassen. Durch den Blätterwald ist Schloss Neuschwanstein zu sehen. Märchenschloss aus Stein. Aber hier: Untergrund aus Stein. Klonk! Raus damit. Der Berufsjäger soll hier am Hang nicht stolpern, wenn er im Schutzwald seiner Arbeit nachgeht: Schalenwild reduzieren. Denn weniger Verbiss heißt mehr vitale Naturverjüngung!

Steigbau im Steilhang

14/07/21 | Am Rohrhardsberg, mittlerer Hochschwarzwald, BW | 839 Meter ü. M. | 12°, ausreichend Wolken

Projektwoche 152. Rechenarbeit im Schwarzwald. Aber keine Textaufgabe mit der Addition roter und schwarzer Bollenhüte, sondern Mahd auf Bergwiesen. Denn nicht nur das Auerwild braucht geeignete Flächen zur Nahrungsaufnahme. Auch das Rehwild schätzt freie Flächen mit saftigen Kräutern. Das mindert zudem den Verbissdruck im Wald und an der Naturverjüngung. Aber nur regelmäßiges Mähen und Abrechen ergibt bestes Grünfutter. Und abrechen lässt sich am Besten hangabwärts. Geht am schnellsten. Und es liegt noch einiges auf der Wiese. Zack, zack! Bevor es wieder regnet.

Nur eine gerechte Wiese ist eine gute Wiese

13/07/21 | NSG Sinngrund, Spessart, BY | 204 Meter ü. M. | 20°, teilweise noch sonnig

Projektwoche 144. Weite Wiesenflächen, 17 Freiwillige auf der Suche nach speziellen Pflanzen. Denn in diesem Talabschnitt der Sinn blüht das deutschlandweit größte Vorkommen der schönen Schachblume. Aber sie wird nicht gesucht und von den Freiwilligen ausgestochen, weil sie giftig ist. Zu finden ist stattdessen das giftige Wasser-Kreuzkraut in den Feuchtwiesen. Weil giftig für das Vieh, das eigentlich die Mahd frisst, die notwendig ist, um den Bestand der Schachblume zu erhalten. Daher sollte die Mahd nix giftiges enthalten, sonst gibt es keine Mahd mehr und dann auch keine Schachblume und auch keine Wiesenknopf-Ameisenbläulinge mehr, denen eine Mahd auch entgegenkommt. Das leuchtet ein und gibt dem Jäten im Sinngrund seinen Sinn: Artenschutz!

Wasserkreuzkrautsuchende im Sinngrund

13/07/21 | Überm Walchensee, Bayerische Voralpen, BY | 963 Meter ü. M. | 17°, schnell feucht und kühler werdend

Projektwoche 59. Der Arbeitsauftrag ist präzise auf den liegenden Fichtenstamm
gesprayt. Für die Freiwilligen und den stark aufgelichteten Schutzwald mit seinem Grasfilz. Lärchen pflanzen, im Reihenabstand von 3 Metern, innerhalb der Reihe mit Abstand von 3,30 Metern. Am Vortag wurden bereits 400 mit Schafwollfett vor Verbiss geschützte Lärchen im Steilhang gepflanzt. Wiederholung wird schwierig. Wetterumschwung. Wind und wuchtiger Regen setzen ein. Die Steilfläche wird erstmal fluchtartig verlassen. Regenpause.

Schriftlicher Arbeitsauftrag

08/07/21 | Angermünde, Uckermark, BB | 54 Meter ü. M. | 22°, Wölkchen

Projektwoche 153. Im Wald der Stadt mit dem goldenen Hirschkopf im Wappen, am Rande der UNESCO-Welterbe-Buchenwälder in Grumsin. 17 Freiwillige sind mit dabei beim Premiereneinsatz im Stadtwald, der naturnaher werden soll. Da haben überflüssige Schutzzäune keinen Platz mehr. Müssen daher raus. Freischneiden, rausholen, auf den Weg bringen. Nicht ganz einfach, wenn die Abschnitte bis zu 80 Meter lang sind. Es gelingt. Nun nur noch kurz zusammenrollen. Spannen, straffen, ausrichten, rollen. Vereinte Kräfte schaffen auch das. Für eine potentielle weitere Verwendung des Zaunes. Wiederverwertung statt Wertstoffhof.

Abgebauter Zaun zur Wiederverwendung

08/07/21 | Bärenfels, Sächsische Schweiz, SN | 649 Meter ü. M. | 20°, wolkig | Hangneigung 44 °

Projektwoche 57. 18 Freiwillige im Hang. Im Steilhang. Mischungsregulierung in dichter Naturverjüngung. Voller Einsatz für das Laubholz. Auch Eberesche, Rotbuche und Birke sollen eine Chance haben. Die Fichte dominiert und bedrängt. Das ändert sich nun. Minute um Minute. Dabei Gedankenaustausch über die berühmten Hanghühner, die sich angeblich mit einem langen und einem kurzen Bein dem Leben im Hang anpassen. Kurzes Gegacker. Auf an die nächste Fichte.

Mischwuchsregulierung am Steilhang

07/07/21 | Am Halblech, Oberbayern, BY | 802 Meter ü. M. | 17°, teilweise sonnig

Projektwoche 56. Springkraut. Immer wieder das Drüsige Springkraut auf den Schotterbänken des Halblech. Auch hier hat diese invasive Pflanze beste Ausbreitungsmöglichkeiten. Leider zu Lasten einer sehr seltenen Pflanze, die an immer wieder überflutete Kiesbänke angepasst ist. Die Deutsche Tamariske. Ihr Vorkommen am Halblech gilt es zu erhalten. Es ist eines der Letzten in Deutschland. Das raschwüchsige Springkraut muss weichen. Wird ausgerissen, gesammelt und entsorgt. Meter und Meter wird die Kiesfläche so um eine mittlerweile Allerweltsart ärmer. Artenvielfalt ist eben nicht viel von etwas, sondern etwas von vielem.

Drüsiges Springkraut auf dem Abflug

07/07/21 | Am Rohrhardsberg, mittlerer Hochschwarzwald, BW | 876 Meter ü. M. | 14°, ziemlich nass

Projektwoche 151. Biotoppflege im mittleren Schwarzwald. Hier natürlich für das Auerwild. Das ist mittlerweile im Schwarzwald so selten wie in den letzten Tagen Sonnenstrahlen. Aber Nässe ist hier kein Motivationskiller für das Dutzend Freiwillige in Regenkleidung. Getreu dem Motto "Lücken für die Küken" bekommt der Wald durch die Freiwilligen eine Strukturauffrischung: mit Freiflächen und Schneisen für Landebahnen und Licht. Für die Auerhühner und für ihre Hauptnahrung, die Heidelbeere. Dafür muss so manche Fichte weichen, die den Lücken im Weg ist. Die Auerhühner werden dies zu schätzen wissen.

Einsatzgruppe "Auerwild" im Regen

06/07/21 | Clausthal-Zellerfeld, Harz, NI | 564 Meter ü. M. | 21°, heiter

Projektwoche 135. Familienprojekt. Ihre Kinder sind woanders. Dürfen Wald und Natur spielerisch erkunden. Mit pädagogischen Fachkräften. Die Eltern sind am Gewässerrand beschäftigt. Sie lernen: Sonne ist wichtig für Amphibien und ihr Laichgewässer, Larven brauchen Wärme. Schattenwerfendes Gehölz am Laichgewässer verhindert das. Daher: Freistellen des Stillgewässers mit Axt und Säge. 22 Freiwillige sägen, knipsen, reißen, zerren, knicken. Das Ufer kommt immer näher. Und siehe da: Es lichtet sich. Sonnenlicht erreicht wieder die Wasseroberfläche. Laichgewässer gerettet.

Mehr Licht für ans Gewässer!

30/06/21 | Bergwaldprojektladerampe, Würzburg, BY | 226 Meter ü. M. | Betriebstemperatur

Das Team Logistik arbeitet auf Hochtouren. Werkzeuge, Lebensmittel, Küchenausrüstungen verlassen das Zentrallager. Das Warten hat ein Ende. Es geht endlich los. Neun Fahrzeuge, davon fünf Gespanne, für die ersten Projektwochen 2021 in Triberg, Angermünde, Bärenfels, Clausthal-Zellerfeld und am Halblech starten in den nächsten Tagen von Würzburg aus. Jeweils gut eine halbe Tonne Zuladung pro Gespann wird verpackt und geht dann auf die bis zu vierwöchige Reise in die Einsatzgebiete. Damit jedeR FreiwilligeR das benötigte Werkzeug in Händen halten kann und alle Köch¡nnen mit Ihren Lieblingstöpfen hantieren können. Wünsche werden wahr.

Gepackte Kisten gehen auf die Reise

KEIMRUHE | Kunstpause | Magnetic North Schirn Kunsthalle Frankfurt

Ab in die kanadischen Wälder. Derzeit prima fürs Klima in Frankfurt zu finden, in klimatisierten Räumen. Eine malende Männerbande, sich Group of Seven nennend, zog zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Güterwagon oder Kanu in die angeblich unberührte Natur, campte, staunte, malte. Und wie! Ihr Motto: Mehr Wald, weniger Atelier. In Deutschland eher unbekannt prägten diese ikonischen Bilder das Selbstvermarktungsbild Kanadas. Nordlicht, menschenleere Wälder, Berge, Biberbauten und rohstoffhungrige Holzfällertrupps. Klein- und großformatig, eindringlich in den Farben; mal düster, mal lockend. Noch bis 29. August zu sehen. Sogar analog statt digital.

Kanadische Wälder in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

02/06/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 647 Meter ü. M. | Sonne lacht mit bei 24°

Interne Projektwoche 4. Fichte soweit das Auge reicht. In diesem grünen Nadelmeer entstehen nun kleine - zunächst baumlose - Inseln mit maximal fünf Meter Durchmesser. Fichten werden gefällt, entrindet und zu kreisrunden Schutzwällen aufgetürmt. Innendrin soll nun die nächsten Jahre die Naturverjüngung ihr Gesicht zeigen - geschützt vor der Rotwildbeweidung. Was wird aufkommen? Alle sind gespannt. Geduld ist angesagt im Waldumbau. Hin zu hoffentlich artenreichen Laubmischwäldern.

Auf einer Rodungsinsel im Fichtenmeer

24/05/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 603 Meter ü. M. | sonnig bei 19°

Interne Projektwoche 3. Es wird kräftig genagelt. Für ein notwendiges Wildtiermanagement. Im Thüringer Wald liegen drei der 12 deutschen Landkreise mit den größten Rotwild-Jagdstrecken der letzten Jahren. Auch im Zukunftswald zeugen Verbiss, Schlagschäden und ausbleibende Naturverjüngung für einen hohen Wildbestand. Einen zu hohen. Damit neuer Wald auch wachsen kann braucht es also Hochsitze. Daher werden gleich mal 13 Hochsitze ohne Schnick-Schnack (Standardmodell Schliersee) vor Ort zusammengenagelt und anschließend im Wald aufgestellt. Die notwendige Regulierung des Rotwildbestandes kann beginnen. Nach Ende der Schonzeit.

Traditionelle Hochsitzparade Unterschönau

12/05/21 | Hangmoore Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Hunsrück, RP | 426 Meter ü. M. | gut mit 14°

Interne Projektwoche 2. Die letzen Stauwerke werden fertig. Die letzten von gut 12 Dutzend in den letzten Jahren auf dieser riesigen Fläche. Die Mischung aus Sägemehl und Hackschnitzeln wird in die Gräben hineingesprungen und verdichtet. Das leistet maximalen Strömungswiderstand, wenn der nun verschlossene Graben doch noch bisschen das Wasser zieht. So bleibt das Wasser nun überall in der Fläche, das Hangmoor vernässt sich nach und nach. Der wichtigste Teil der Klimasschutzleistungen ist dann erreicht: das weitere Ausgasen der Torfschicht wird gestoppt. Das Moor wird in den nächsten Jahren allmählich wieder vom CO2-Emittenten zum CO2-Speicherer. Darauf: hüpf-hüpf, hurra!

Grabenverfüllungen müssen verdichtet werden.

05/05/21 | Hangmoore Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Hunsrück, RP | 422 Meter ü. M. | minimal heiter bei 6°

Interne Projektwoche 1. Freiwillige müssen noch zuhause bleiben bei den Abschlussarbeiten der mehrjährigen Wiedervernässung der Hangmoore im Nationalpark. Entwässerungsgräben verschließen und arbeiten unter Corona-Bedingungen bedeutet daher: Interne Kräfte machen das und sind trotzdem gut gelaunt. Der Sicherheitsabstand beträgt in der Regel eine Hauenlänge - was auch ohne Coronagefahren stets eine lebenserhaltende Maßnahme ist. Wird diese Länge unterschritten heißt die Parole: FFP2!

Rammkatzeln nur mit Schutzmaske.

10/03/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 678 Meter ü. M. | neblig-grau mit 4°

Waldinventur. Im Zukunftswald wird gearbeitet. Unterwegs sind vier Dreierteams mit Klemmbrett, Kluppe und Knowhow. Ihre Ziele sind 200 gleichmäßig über den Waldbesitz verstreute Aufnahmepunkte für eine erste Stichprobeninventur. Eisenstäbe werden eingeschlagen, markieren dauerhaft die Probekreise mit einem Durchmesser von mehr als 25 Meter. In diesem Kreis ist fast alles von Interesse was Baum ist, war und wird. Arten, Alter, Größe, Vitalität. Mit und ohne Schäden, Epiphyten und Besonderheiten. Alles wird akkurat vermessen, bestimmt und aufgenommen. Arbeit für Experten, Grundlage für die Zukunft und das Waldbewirtschaftungskonzept. Denn um künftig klar zu sehen was ist, muss man wissen was war.

Inventurblatt für Bleistift und Klemmbrett

04/03/21 | Zukunftswald Unterschönau, Thüringer Wald, TH | 525 Meter ü. M. | meist grau bei 11°

Frühjahrsputz. Zum neuen Zukunftswaldbesitz gehört standesgemäß auch eine kleine Waldhütte. Statt erster Projekteinsätze daher: Putzen, Ausbessern, Anbauen. Mit der Infektionslage vereinbar beschäftigen sich die Spezialkräfte aber in erster Linie mit Außenarbeiten. Zugang erleichtern, Müll einsammeln und das wichtigste - immer bei ausreichend frischer Luft - dabei: Außenbereich gestalten. Schließlich soll dereinst nach getaner Arbeit im eigenen Wald auch der wohlverdiente Feierabend in der Abendsonne vor der Hütte genossen werden.

Dachbegrünungsvorbeugung

KEIMRUHE | Buchpause | Lutz Fähser (Hrsg.) u.a.: Der Holzweg

1,1 kg schwer, 480 Seiten stark: die aktuelle und umfassende Bestandsaufnahme der Kritik am Wirken der Forst-Wirtschaft und deren waldzerstörenden Bewirtschaftungsmethoden. Getreu der Erkenntnis "Ein Baum, der fällt, macht mehr Krach als ein Wald, der wächst", findet das Buch wenig Erfreuliches in der deutschen Forstlandschaft. Dazu sind die Autor¡nnen (großteils Männer im Rentenalter) doch zu sehr Teil des Waldschutz-Netzwerkes, das mit ihrer Arbeit dazu beigetragen haben will, „dass Wälder und Forste noch existieren“. Betitelt sind die knapp 30 Beiträge des Buches mit „Wald im Widerstreit der Interessen“; gemeint ist damit der auch im Wald existierende Dauerstreit zwischen Natur und Kapital, in dessen Verwertungslogik die Forstbehörden den Waldschutz und Naturwälder „ideologisch begründet“ ablehnen. (Nebenbei stellt sich damit die Frage, welche Eigentumsform für den Waldschutz die beste ist.) Während in einem Beitrag die mechanisierte Holzernte als empathielose und entfremdete Arbeit beschrieben wird, die der Arbeit in den Schlachthöfen der Massentierhaltung gleicht, wird die Forstwirtschaft auch als Ganzes in einer Sinnkrise gesehen. Der Klimawandel führt zu einer permanenten Bedrohungslage, Forstwissenschaftler sehen als das Beste für die Wälder das "Sein-Lassen" und "Nichts-Tun". Zeit also für eine Neuorientierung, die der Band mit Konzepten anregt - wenn Forstakteure das Buch denn open-minded lesen...

Der Holzweg - die Fibel des Waldschutznetzwerkes
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