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Rettet alles

10/04/19 | Gunzenhausen, Mittelfranken, BY | 425 Meter ü. M. | 10°, bewölkt

Projektwoche 13. Integrative Woche. Im Eschentriebsterbensforst. Zusammen mit der Rummelsberger Diakonie Treuchtlingen. Motto: „Inklusiv anstatt Exklusiv. Alle Menschen können im Wald etwas lernen und bewegen.“ Klar zu lernen: Im Eschenbestand sind die Namensgeber am sterben bzw. sind schon abgestorben. Das Eschentriebsterben ist nicht aufzuhalten. Es wird Platz geschaffen. Zwölfhundert Buchenwildlinge aus der Nachbarschaft sind zur Hand. Sie werden die Lücken füllen dürfen. Zwischen Totholz, sterbenden Eschen, lebenden Eschen, Holunder und Vogelbeere kommen die Wildlinge in den Waldboden. Werden in den Bestand integriert. Gemeinsam wird es bunt.

Platz schaffen im Eschensterbenbezirk

 

06/04/19 | Adamswalde, Mecklenburgische Seenplatte, BB | 62  Meter ü. M. | 19°, heiter

CSR-Tag zwischen den Projekwochen. Heute in Form eines CV-Tages. Zu Gast: Partner für Deutschland (PD). Genauer: 53 MitarbeiterInnen und MitarbeiterInnenkinder. Die PD wissen: "Nachhaltigkeit heißt, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Die PD lebt diesen Gedanken in ganzheitlicher Weise." Und jetzt wird der Gedanken in Arbeit umgesetzt. Hier auf einer ehemaligen Sturmfläche finden 1.900 Traubeneichen in den Waldboden. 460 Kilometer südwestlich das Gleiche in noch-nicht-grün: in Werdohl leben 10 MitarbeiterInnen einer anderen PD-Niederlassung den selben Grundgedanken. Ebenfalls pflanzend.

Nur scheinbar unübersichtliche Pflanzsituation

 

05/04/19 | Werdohl, Sauerland, NW | 214 Meter ü. M. | 7°, niedrige Wolken

Projektwoche 09. Noch schnell den Eintrag ins Gästebuch der schicken Landsitz-Unterkunft. Was war los diese Woche? Was kommt rein? Was war wichtig? Tolle Truppe, tolle Stimmung, tolles Essen. Wurde auch was gatan? Ja, 2500 Buchen gepflanzt, in den sich auflösenden Fichtenbestand. Hanglage! Alles? Ne, die 2012er-Pflanzung mit Eiche und Kirsche wurde gepflegt. Und die Einzelschütze der letztjährigen Plfanzung gecheckt. Und was wurde festgestellt? Hammer-Anwuchsraten. Trotz Sonnenhang, trotz Trockenheit, trotz steinigem Grund: über 90% der Pflanzen sind angewachsen. TOP!! Sollte eigentlich eine Sonderseite geben.

Im Gästebuch steht alles drin...

 

04/04/19 | Cunnersdorf, Sächsische Schweiz, SN | 273 Meter ü. M. | 11°, zunehmend sonnig

Projektwoche 08. Zuletzt sorgte hier noch Sturm Eberhard für kleine Verwüstungen. Frühjahrsputz ist also angesagt. Borkenkäferbefall, Schneebruch, Stürme. Der Wald zeigt Spuren. Also Flächen beräumen, Reisigwall anlegen, Wanderweg freiräumen, Pflanzungen markieren, Moorteichästhetik wiederherstellen. Das Motto: Unser Wald soll schöner werden ist dabei kein Selbstzweck. Markierte Pflanzen lassen sich leichter zur Pflege finden, geräumte Flächen lassen sich leichter bepflanzen, sichtbare Wanderwege sorgen nicht für wilde Trampelpfade und Reisigwälle erfreuen Zaunkönig und anderes Vogelvolk. Der Verwüstung folgt die Verbesserung.

Freitheit für den Fels

 

03/04/19 | Adamswalde, Mecklenburgische Seenplatte, BB | 62  Meter ü. M. | 15°, teilweise sonnig

Projektwoche 10. Der Wochenauftrag: "unter der Regie Brandenburger Forstleute" junge Buchen pflanzen! 6000 sollen es bis Freitag sein. Die knapp 20 Freiwilligen haben aber schon ordentlich zugepackt. Stand gegen Mittag: mehr als 5000 sind schon im Boden. Kein Wunder: Traumhafte Pflanzbedingungen. Wurzelnackt in Sandboden. Voranbau unter Kiefer. Unter was auch sonst. Ist doch hier Kieferswalde. Was jetzt noch fehlt für traumhafte Anwuchsbedingungen ist Regen. Ordentlich Regen. Und dann: Zaunabbau im Regen für die nächsten zwei Tage...

Pflanzen in weichem, aber trockenem Sand

 

30/03/19 | Stadtwald Marktredwitz, Oberfranken, BY | 572 Meter ü. M. | 17°, sonnig

CSR-Tag. Der ehemalige Stadtwald von Marktredwitz braucht Weißtannennachwuchs. Dafür kommen 20 MitarbeiterInnen einer Softwarfirma aus Nürnberg. CSR-Tag der Firma isenta. Motto: Weg vom Schreibtisch – hinein in den Wald. Für einen Tag gilt: Waldentwicklung statt Softwareentwicklung, Fichtelgebirge statt Java. 500 kleine Weißtannen für den ökologischen Waldumbau im jetzigen bayerischen Staatswald treffen auf 20 MitarbeiterInnen. Zack, im Kopf gerechnet. Macht 25 zu pflanzende Tannen pro Zweihänder. Das ist leistbar. Und wird geleistet. Mit gutem Gefühl.

Auf geht's Computerleut', Pflanz mers.

 

28/03/19 | Amrum, Nordfriesische Inselwelt, SH | 11,20 Meter ü. M. | 9°, sonnig

Projektwoche 06. Noch kein Sommer, aber Sonne, Sand und mehr. Meerblickrichtung: kein Baum, nirgends. Landeinwärts wird dagegen weiterhin und noch mehr gepflanzt, auch ohne Meerblick. Die Freiwilligen bringen weiter Bergahorn und Rotbuche in die Inselerde. Zur Walderneuerung des Inselwaldes, nicht zur Waldvermehrung. Verkleiden sie mit Verbissschutzspiralen, um die Bäumchen vor den Karnickeln auf der Insel zu schützen. Von denen gibt es nach den letzten Kaninchenseuchen wieder viele, denn Karnickel vermehren sich wie Karnickel. Auch am Meer. In der Sonne. Im Sand.

Kein Baum, nirgends

 

26/03/19 | Augsburg-Haunstetten, Bayerisch Schwaben, BY | 503 Meter ü. M. | 7°, vorrüberziehende Wolken

Projektwoche 07. Die Pflanzungen gehen weiter. Auch hier in den alten Fichtenbeständen im Augsburger Stadtwald. Ein breites Baumartenspektrum steht bereit: Flatterulmen, Winterlinden, Weißtannen, Vogelkirschen und Rotbuchen. 17 Freiwillige im Pflanzmodus. Wurzelschnitt, Pflanzloch, Zupfprobe. Eine neue Baumgeneration für einen stabilen Laubmischwald findet hier Stunde um Stunde, Loch um Loch, ihren Anfang. Am Ende der Woche sollten es dann exakt 3863 Bäume sein. Und eine oder mehrere der Baumarten sollten auch gut mit den geänderten Bedinungen der Erderwärmung klar kommen. So die Hoffnung.

Werkeln am wurzelnackten Weißtannengemüse

 

25/03/19 | Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nordhessen, HE | 324 Meter ü. M. | 6°, teilweise sonnig

Waldschulwoche 01. Internationale Jugendbrigaden, AustauschschülerInnen aus vier Kontinenten in Hessens Nationalpark, unterstützt von einigen FÖJlerInnen aus deutschen Landen. Wer ist hier unerwünscht? Douglasien aller Größen. Die Großen sind bereits gefällt. Die Naturverjüngung wird händisch bearbeitet. Fragen nach den Gründen. "Weil sie gebietsfremd sind und nicht zum natürlichen Baumartenspektrum des Nationalparks gehören." Klar. Das verstehen die gebietsfremden Arbeitskräfte, die nicht zum natürlichen Helferspektrum des Nationalparks gehören. Naturschutz lebt mit Widersprüchen.

Unterwegs mit Leuten: Austauschschüler im Kellerwald

 

21/03/19 | Donau-Lechmündung, Bayerisch Schwaben, BY | 404 Meter ü. M. | 13°, heiter

Projektwoche 04. Auch am Lech wird kräftig gepflanzt. Ist ja auch Internationaler Tag des Waldes. Gepflanzt wird im Dienst der Wissenschaft. Versuchspflanzung. Was gedeiht unter welchen Bedingungen im Auwald? Es gibt klare Vorgaben auf der 1,5 ha-Versuchsfläche. Nach dem Ausfall von Ulme und jetzt der Esche ist die Frage: Was wird hier der Baum der Zukunft bei sich änderndem Klima? Ins Rennen gehen Stieleiche, Wildbirne, Schwarzpappel, Feldahorn, Tulpenbaum und Platane, in Summe: 4.540 Exemplare. Alle werden mit gleicher Liebe gepflanzt. Endergebnisse gibt es zu einem unbekannten Zeitpunkt. Trial and error auch am Lech.

Hartholzaue am Zusammenfluss von Lech und Donau

 

19/03/19 | Amrum, Nordfriesische Inselwelt, SH | 11,50 Meter ü. M. | 6°, sonnig

Projektwoche 05. Auf Amrum ist wieder Pflanzzeit. Klassisch mit Buchen und Bergahorn. 6000 Stück. Waldumbau. Unter dem fragilen Nadelaltbestand. Streng in Reih' und Glied. Alles hat Ordnung. Auch die MIttagspause. Jeder nur ein Baum. Klassische mexikanische Siestahaltung. Nur der Sombrero fehlt. Eine Touristin kommt zur Pausenzeit vorbei: "Seid ihr Baumbesetzer?" - - - "Ja, wir besetzen den Wald mit neuen Bäumen."

Baumschläfer auf Amrum

 

16/03/19 | Forstenrieder Park, Münchner Umland, BY | 567 Meter ü. M. | 14°, sonnig

Pflanztag. Wegen Bodentrockenheit wird hier und heute nicht verschoben. Also: fünfeinhalb Dutzend Freiwillige auf einem Fünftel Hektar Fläche, in Autobahnnähe. Alt und jung, buntgemischt. Pflanzen 1000 Winterlinden: ihr mildes Laub soll den Waldboden laben. Rotwildschutzzaun drumherum. Fertig.

Pflanztag mit Winterlinden bei München

 

15/03/19 | Am Hauptbahnhof, Würzburg, BY | 226 Meter ü. M. | 8°, Regen

Weltweiter Klimastreik. Deutschlandweil beteiligen sich mehr als 300.000 Schülerinnen, junge Mütter, Opas, kleine Onkels, Wissenschaftler, Lehrerinnen und andere in über 230 Städten. Auch in Würzburg. Überall sind auch Bergwaldprojektbewegte mit dabei. Die Erderwärmung bewegt und aktiviert. Niemand gerät aber in Panik. Kommt nach dem Klimawandel nun der kollektive Sinneswandel? Wann hören wir endlich von eingestellten innerdeutschen Flugrouten, dem Zusammenbruch des Schweinefleischmarktes und der Marktführerschaft von Greenpeace Energy bei den Stromanbietern?

15. März Klimastreik vor Würzburgs Bahnhof

 

14/03/19 | Kloster, Hiddensee, MV | 4,80 Meter ü. M. | 7°, Nieselregen

Projektwoche 03. Letzte Woche am neuen Ostsee-Projektort. Die Arbeiten kommen bestens voran. Die Freiwilligen plagen sich mit dem Abplaggen des Heidebodens in den Riegen des Strandwallfächers. Dieser soll wieder mager werden für die nahrstoffscheuenden Heidespezialisten unter den pflanzlichen Insulanern. Auch die Projektküche ist auf der Suche nach nährstoffarmer oder bernsteinfarbener Souvenirergänzung. Wird fündig. Vieles muss aber zurückbleiben an Gesteinsstrandgut am Küstenabschnitt unter der Biologentreppe Hiddensees, die quasi von der Küche direkt zum Strand führt. Wir kommen ja wieder!

Hiddensee menü

 

KEIMRUHE | Buchpause | Lutz Seiler: Kruso

„Der buddhistische Baum?”
„Ja. Ein Baum mit hundert Armen, Ästen genau genommen. Ein unvergleichlicher, großartiger Baum. Manche sagen auch Traumzauberbaum. Er steht am Capriweg, unmittelbar an der Küste.”

Es gibt ein Roman zum Projektort Hiddensee. Mögliche Spurensuche am Einsatzort ist möglich. Man wird fündig in Hiddensees Bergwald. Dort steht - gefährlich nahe der Abbruchkante - das Bergwaldhotel "Zum Klausner", der zentrale Handlungsort des Buches. Und plötzlich entdeckt man auch den literarisch verewigten Baum. Ein Prachtexemplar eines Kreuzdorns. Ja, das muss er sein! In Hiddensee angeblich auch bekannt als „Wurzelgnom von der Hucke“. Im Roman der Ort für Rituale und Exzesse.

Die Hiddenseeliteraturcollage

 

08/03/19 | Fährinsel, Schaproder Bodden, MV | 1,20 Meter ü. M. | 4°, wechselhaft mit Sturmböen

Projektwoche 02. In Berlin ist der internationale Frauentag erstmals offizieller Feiertag. Auf der Hiddensee vorgelagerten kleinen Fährinsel herrscht für die Frauentruppe das selbe widrige Wetter wie für die paar Männer. Zwar gab es für alle Frauen zum Frühstück noch einen Donnerkeil, der tags zuvor am Hiddenseer Strand gefunden wurde, aber die Extrawurst ist nun passé. Gleiche Pflichten, gleiche Rechte, gleiche Mühsal. Auf der für Menschen unzugänglichen Fährinsel bringen zwei Dutzend Menschen Wacholderschnittgut gegen den Wind zum Strand. Schleppen es im eisigen Regen zur Verbrennung, denn auf der Vogelinsel ist Biomasse unerwünschter Nährstoffeintrag. Es soll kahl bleiben. Für Bodenbrüter und seltene Flora. Ansonsten gibt es hier nur Schafe und Vögel. Und heute am Berliner Feiertag noch: die frauendominierte Bergwaldtruppe - in der Frühstückspause den Hühnergott suchend.

Gleiches Wetter für gleichen Einsatz

 

05/03/19 | Im Thranenbruch, Nationalpark Hunsrück-Hochwald, RP | 426 Meter ü. M. | 3°, teilweise sonnig

Vorbesichtigung. Bevor in wenigen Monaten Projektwochen stattfinden müssen Ex-Baustellen und künftige Vernässungszonen besichtigt werden. Das im letzten Einsatz Geschaffene sieht gut aus. Das Geworfen-Sein in die Landschaft wird noch kurz erprobt. Soll ja keine Überraschungen geben. Nur das Wetter wird bisschen anders sein.

Baustellenbesichtigung im Schneetreiben

 

02/03/19 | Herrenhaus Neu Sammit, Mecklenburgischen Seenplatte, MV | 52 Meter ü. M. | 2°, Nebel

Bundesteamtreffen19. In den Hallen des Herrenhauses lauschen am frühen Morgen schon sechs Dutzend Bergwaldmenschen Vorträgen. Es geht um „Wald und Wasser“, „Waldbaden“ und „Psychologie der Nachhaltigkeit“. So nimmt der engagierte Mensch neben Dank für Vergangenes gleich noch geistige Nahrung für das Vor-ihm-liegende. In der Kellerküche wird derweil schon die körperliche Nahrung zubereitet. Und im Umland in den altmecklenburgischen Weiten versuchen noch weitere Menschen nach dem abgelegenen Herrenhause zu gelangen. Überall ist Bewegung. Bewegungsenergie für die kommende Saison. Eventuell schon wieder eine Entscheidende.

Damen und Herren vor dem Herrenhaus

 

24/02/19 | Kloster, Hiddensee, MV | 4,80 Meter ü. M. | 5°, trocken

Projektwoche 01. Endlich. Es geht wieder los. Gleich werden zwei Dutzend TeilnehmerInnen zur ersten Projektwoche 2019 auf der Ostseeinsel anlanden. Wollen tätig werden. Kurzes innehalten - im Nationalpark vorpommersche Boddenlandschaft. Was sagt der Managementplan des Nationalparks? "Hiddensee entwickelt sich gegenwärtig tendenziell zu einer „Waldinsel“ und befindet sich in Bezug auf den Erhalt der gleichermaßen vielfältigen wie einzigartigen (Offen-) Landschaftsformen oder deren Aufgabe an einem Scheideweg." Die erste Projektwoche und schon am Scheideweg. Immerhin ist klar, wo es hingeht. Offenland erhalten. In den kommenden Tagen wird die Waldinsel verhindert werden. Zugunsten spezialisierter Arten, wie der vielen Moos- und Flechtenarten. Die über den Winter gepflegten Sägen und Astscheren kommen also wieder zum Einsatz. Endlich.

Natürliche Grenzerfahrung an der Küstenlinie Hiddensees

 

KEIMRUHE | Buchpause | Wilhelm Bode: Hirsche

Der Hirsch ist hierzuland eine arme Sau. Auch wenn er es dank deutscher Hirschtümelei zu einer erdrückenden Allgegenwart in der Konsumwelt geschaft hat: Er hat keinen Platz in Deutschlands Natur und das ist sein Problem. Wo die Landwirtschaft Äcker mit 250 Hektar bewirtschaftet bleibt in der ausgeräumten Landschaft kein Platz mehr für das Rotwild. Eingehegt und zusammengedrängt wird der Trophäenlieferant zum Schadwild für den Wald. Sein Machogeweih mag zwar noch Garant jagdlicher Attraktivität sein, aber es ist eben auch Sinnbild albern gewordener Potenz, denn „ohne Geweih bietet der vorher vor Männlichkeit strotzende Hirsch das jämmerliche Bild eines heruntergekommenen Edelmanns wie Don Quijote, der Ritter von der traurigen Gestalt.“ Kleines Buch, weitgespannte Zusammenhänge, ein großes Hirschportrait als jüngster Naturkunden-Streich.

Hirsch als Druckwerk auf Hirsch (röhrend) als Wandteppich

 

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