Bergwald­projekt Blog

Lesen, was geht

16. Juli 2025 - Wissen & Aktuelles

Mut zur Esche

Seit den frühen 2000er Jahren breitet sich das Eschentriebsterben rasant in Mittel- und Nordeuropa aus. Viele Bestände sind stark geschädigt oder bereits abgestorben. Dabei ist die Esche gerade in der Klimakrise eine wertvolle Baumart: standorttolerant, trockenheitsresilient und ökologisch unverzichtbar. Sie ist integraler Bestandteil zahlreicher Waldgesellschaften, und liefert hochwertiges Wertholz. Auch als Habitatbaum ist sie von zentraler Bedeutung: Rund 200 Insekten- und bis zu 40 Vogelarten sind mit ihr vergesellschaftet.
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe gibt Praxisempfehlungen, um die Bestände zu schützen:

  • Gezielte Naturverjüngung in Gruppengröße: Konkurrierende Baumarten werden entnommen, nur vitaler Nachwuchs etabliert sich dauerhaft.
  • Förderung vitaler Einzelbäume aller Altersstufen: Erhaltung genetischer Vielfalt und natürliche Anpassung an das Pathogen.
  • Erhalt alter, gesunder Eschen mit großer Krone: wichtig für das Samenpotenzial und die ökologische Funktion.
  • Waldverträgliche Bejagung schützt Jungpflanzen vor Verbiss und verhindert eine selektive Verdrängung der Esche.

Klimatische Perspektiven: Der Pilz zeigt seine höchste Aktivität bei 20–22 °C auf feuchten Standorten. Bei über 28 °C nimmt seine Ausbreitungsfähigkeit stark ab. Genau hier liegt eine Chance für die Esche – besonders auf warmen, trockeneren Kalkstandorten, auf denen sie gute Zukunftsperspektiven hat.
Langfristig: Züchtungs- und Vermehrungsprogramme (z. B. Resista-Eschen) laufen – jedoch ist mit belastbaren Ergebnissen erst in 15–20 Jahren zu rechnen. Umso wichtiger ist es jetzt, das natürliche Anpassungspotenzial zu nutzen.
Das Bergwaldprojekt e.V. arbeitet mit den öffentlichen Forstpartnern und vielen Freiwilligen daran, der Esche eine Zukunft zu geben. 

Aktuelle Beiträge