Rheinland, Willich

Rheinruhr

Schön (und) flach: Die Landschaft lässt dem Auge freien Lauf, da sie nur sehr geringe Höhenunterschiede aufweist. Durch die Eiszeit entstanden weitläufige Niederungsbereiche durchsetzt von Gewässern, Auenbereichen und Feuchtwiesen. Letztere sind noch heute an dem torfigen, schwarzen bis dunkelbraunen Boden zu erkennen. Die Vegetation hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten stark verändert. Seit der Jungsteinzeit wurde die Region zunehmend besiedelt und ackerbaulich genutzt. Heute spielt auch die Gewinnung von Kies und Sand eine bedeutende Rolle.

Arbeiten

Heimische Bäume für die Region: Die inselartigen Waldbestände im Revier Kempen sind akut mit verschiedenen Problemen konfrontiert: Lehmige, schwer durchwurzelbare Böden, die oft von Staunässe geprägt werden, gleichzeitig aber schnell austrocknen können, erhöhen das Risiko für Windwurf für viele Bäume enorm. Hinzu kommen Pilzerkrankungen, die zum Absterben ganzer Bestände führen können. Das betrifft vor allem Eschen und Bergahorne. Deshalb müssen neue und vielfältige Baumarten her, die den Wald von morgen bilden können. Gemeinsam pflanzen wir heimische Laubhölzer wie Stieleichen, Hainbuchen und Flatterulmen. Direkt daneben schaffen wir ökologisch wertvolle Waldränder mit diversen Straucharten.

Lage

Die angegebenen Koordinaten dienen der Orientierung und zeigen nicht die exakten Arbeitsflächen.

Projektpartner: Landesbetrieb Wald & Holz Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen (NRW) ist mit mehr als 18 Mio. Einwohner*innen das bevölkerungsstärkste Bundesland Deutschlands. Es erstreckt sich über eine Fläche von 3,4 Mio. ha, wovon der Wald ca. 934.800 ha und damit 27 % einnimmt. Die Waldfläche pro Einwohner*in beträgt demnach ca. 532 qm (Landeswaldinventur). Dabei ist der Anteil des Privatwaldes mit 64 % höher als in jedem anderen Bundesland. Die Zahl der privaten Waldbesitzenden liegt bei ca. 152.000 und die durchschnittliche Forstbetriebsfläche, die einer Person gehört, bei ca. 4 ha. Viele dieser Waldbesitzer*innen organisieren sich in sogenannten Forstlichen Zusammenschlüssen (z. B. Forstbetriebsgemeinschaften), wovon es 624 in NRW gibt. Eine Besonderheit innerhalb des Privatwaldes sind die Waldgenossenschaften. Es handelt sich überwiegend um Waldbesitz altrechtlicher Gemeinschaften, in denen der Wald und die Grundstücke den Anteilsberechtigten gemeinschaftlich zusteht, also kein Waldgrundstück einer speziellen Person zugeordnet werden kann. So wird der Wald gemeinschaftlich bewirtschaftet, die Risiken werden gemeinschaftlich getragen, die Pflege des Waldes für die Zukunft ist ein gemeinschaftliches Anliegen. 

Im Industrieland Nordrhein-Westfalen erfüllt der Wald u. a. wertvolle Erholungs- und Schutzfunktionen und ist dabei gerade auch für die biologische Vielfalt unersetzlich. Zugleich hat der Wald in NRW aber auch eine große ökonomische Bedeutung. Bei der Baumartenverteilung ist die Buche mit 16 % oder ca. 146.500 ha der Gesamtwaldfläche vertreten, die Eiche mit 16 % oder ca. 146.500 ha, die Fichte ist mit 37 % oder ca. 338.850 ha vertreten, Kiefer, Lärche, Douglasie kommen zusammen auf 11 % oder ca. 100.750 ha.

Wald und Holz Nordrhein-Westfalen gliedert sich in 15 Regionalforstämter, das Nationalparkforstamt Eifel sowie das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft. Die Privatwaldbetreuung in den Revieren nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.

Regionalforstamt Niederrhein

Die Waldflächen des Regionalforstamtes liegen zerstreut über den gesamten unteren Niederrhein – eine Fläche von gut 4.000 km² – und teilen sich auf 24 Forstbetriebsbezirke auf. Die Baumartenzusammensetzung ist neben der Kiefer als häufigste Baumart überwiegend von Laubhölzern mit einem Anteil von 64 % geprägt. Im Revier Kempen ist der Laubholzanteil sogar noch deutlich höher. In den letzten Jahren haben die Waldbestände durch Trockenheit, Käferbefall und Stürme stark gelitten. Der Bergwaldprojekt e.V. arbeitet seit 2026 mit dem Regionalforstamt zusammen – dieses Jahr mit 1 Pflanztag.

Zur Webseite des Regionalforstamts Niederrhein