Hochtaunus, Kronberg

Taunus

Wald im Wandel rund um den Hochkönig: Kronberg im Taunus lieget am Südosthang des Altkönigs (798), des dritthöchsten Berges im Taunus. Die Region gehört zum Rheinischen Schiefergebirge, dessen Gesteine vor etwa 330 bis 419 Millionen Jahren durch Kontinentalkollisionen verfaltet und geschiefert wurden. Häufige Gesteine sind Gneise, Schiefer und der Taunusquarzit. Ursprünglich ist der Bereich durch Buchenwälder in den Gipfeln und Eichenmischwälder in den tieferen Lagen geprägt. Der Mensch hat im Laufe der Jahrhunderte vor allem Umwandlungen in Richtung Fichtereinbestände vorgenommen. Seit 2017 sterben diese labilen Altwälder durch die Folgen der Klimakrise (Hitze, Trockenheit, Borkenkäfer und Stürme) großflächig ab. Brombeeren besiedeln die Schlagflächen und erschweren die Natürliche Waldentwicklung. 

Arbeiten

Naturnahe Waldentwicklung ermöglichen: Seit 2026 arbeitet das Bergwaldprojekt e.V. zusammen mit dem Forstamt Königstein (Hessenforst) im Revier Kronberg. Mit zahlreichen Freiwilligen pflanzen wir vor Ort trockenheitsresiliente naturnahe Baumarten wie Traubeneiche, Winterlinde, Spitzahorn, Esskastanie und Elsbeere, um die Resilienz der Waldökosysteme vor Ort zu stärken. Dabei wird im Vorfeld die Brombeere in den Pflanzgassen entfernt, um die Pflanzung zu ermöglichen und die Konkurrenz für die neu eingebrachten Bäume zu minimieren.
 

Lage

Die angegebenen Koordinaten dienen der Orientierung und zeigen nicht die exakten Arbeitsflächen.

HessenForst

Der Landesbetrieb HessenForst hat als Hauptaufgabe, den 342.000 ha großen hessischen Staatswald nachhaltig zu pflegen und zu bewirtschaften. Dies geschieht sowohl mit einer erwerbswirtschaftlichen als auch mit einer gemeinwohlorientierten Zielsetzung. Darüber hinaus steht der Landesbetrieb anderen Waldbesitzer*innen und forstlichen Zusammenschlüssen beratend zur Seite. Auch dem Naturschutz hat sich HessenForst, spätestens seit der Festlegung der Naturschutzleitlinie im Jahr 2010, verpflichtet. In Hessen gibt es 583 Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) und 60 Vogelschutzgebiete. Davon liegen ¾ der FFH-Gebiete und 60 % der Vogelschutzgebiete im Wald – Buchenwälder haben den größten Anteil an den Wald-FFH-Gebieten. Die Rotbuche (Fagus sylvatica) hat in Hessen optimale Wuchsbedingungen, denn sie findet dort gut durchfeuchtete Böden in sommerkühlen Klimalagen vor. Etwa jeder dritte Baum in Hessen ist eine Rotbuche.

Forstamt Neukirchen

Das Forstamt Neukirchen erstreckt sich über einen großen Teil des Knülls (das Gebiet hat seinen Namen vom Ausgangsgestein Basalt (Knolle)), von Alsfeld bis Malsfeld sowie von Schwalmstadt im Westen bis hin zur Grenze des Schwalm-Eder-Kreises im Osten. Mit 11 Revierförstereien werden über 18.000 ha Landeswald bewirtschaftet. Der Wald weist eine gemischte Struktur aus Laub- und Nadelhölzern und eine hohe Artenvielfalt auf. Im Forstamtsbereich brüten seltene Vogelarten wie Schwarzstorch, Wanderfalke, Wespenbussard und Kolkrabe. Der Bergwaldprojekt e.V. arbeitet seit 2017 mit dem Forstamt zusammen – dieses Jahr in 1 Woche.

Zur Webseite des Forstamts Neukirchen

Unser Wald braucht Hilfe | Lukas Scherhag, Ben Haga

Blogbeiträge aus Hochtaunus, Kronberg