Ökosysteme
Wasser

Wasser ist die Basis allen Lebens

... und unser wichtigstes Lebensmittel. Wegen des hohen Wasserverbrauchs der letzten Jahrzehnte und die anhaltende Verschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und Haushalte ist qualitativ hochwertiges Trinkwasser auch in einigen Regionen Deutschlands zu einer knappen Ressource geworden. 

 

 Zustand der Gewässer

Um den Zustand der Gewässer zu bewerten, gibt es mehrere Kriterien:

 > Oberflächengewässer werden nach chemischen Kriterien (z. B. Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Substanzen) und ökologischen Kriterien (Fischbestände, wirbellose Fauna, Gewässerflora, physische Eigenschaften des Gewässers) untersucht.

> Das Grundwasser wird nach chemischen und quantitativen Kriterien bewertet.

Der Bereich „Bekämpfung toxischer Schadstoffe“ der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sieht vor, dass die Gewässer innerhalb von 20 Jahren frei von gefährlichen Substanzen sein sollen (Metalle, Pestizide, Kohlenwasserstoffe).

 

Wasser und Wald 

Der Wald ist als Erzeuger von sauberem Trinkwasser unschätzbar wertvoll – auch aus ökonomischer Sicht. Deshalb hat der Schutz dieser Funktion des Waldes absoluten Vorrang vor allen anderen Nutzungen. Der Wald ist ein pflanzlicher Filter zur Reinigung des Wassers bevor dieses in die Grundwasserschichten eindringt. Im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Flächen fließt der Niederschlag im Wald nicht rasch ab, sondern dringt tief in den speicherfähigen Waldboden ein. Wenn der Waldboden sich wie ein Schwamm mit Wasser vollgesogen hat, gibt er den Überschuss langsam an das Grundwasser ab. Dadurch schützt er bei starken Regenfällen auch vor Überschwemmungen.

Die Bewirtschaftung des Waldes hat großen Einfluss auf Wasserregulierung und Wasserqualität. Kahlschläge und der Einsatz von Dünge- oder Schädlingsbekämpfungsmittel im Wald müssen unterbleiben, damit das Grundwasser und somit die Trinkwasserversorgung nicht gefährdet werden. Um den guten Zustand des Grundwasserköpres und der Fließgewässer zu gewährleisten, muss das überschirmende Kronendach des Waldes erhalten und je nach Standort eine laubholz- und tannenreiche Verjüngung geschaffen werden. Dadurch wird Erosion verhindert und die Filterwirkung verbessert. Gemischte laubholzreiche Wälder, die naturnah bewirtschaftet werden, tragen wesentlich dazu bei, dass unser Grundwasser vielerorts Trinkwasserqualität besitzt. Je nach Baumartzusammensetzung bildet ein Hektar Wald zwischen 80–160 Millionen Liter frisches Grundwasser während seines Bestandslebens. 

 

Ökologischer Waldumbau

Um die wertvollen Funktionen unserer Wälder für den Wasserhaushalt zu sichern, ist es notwendig, naturferne Nadelforste je nach Standort wieder in gemischte und gestufte Bestände mit hohem Anteil an standortsheimischen Laubhölzern (z. B. Buche und Bergahorn) und Weißtannen umzubauen. Dafür engagiert sich das Bergwaldprojekt seit über 25 Jahren an vielen Einsatzorten in Deutschland und Europa. 

 

> Gewässer in Deutschland: Zustand und Bewertung 2017, Umweltbundesamt
> BUND-Gewässerreport 2018