Truffvenn

Eifel

Moore im Wandel der Zeit: Bei Weißenseifen liegen inmitten von Wäldern Hochmoorreste und Übergangsmoore in einem vielfältigen Mosaik mit Moor- und Bruchwäldern. Trotz des Torfabbaus und der Entwässerungsmaßnahmen der angrenzenden Bereiche sind hier bis heute wachsende Torfmoosgesellschaften anzutreffen. Beim Truffvenn handelt es sich um ein Hochmoor, das auf intensiv verwitterten Sedimentgesteinen des Buntsandsteins entstand, es ist das bekannteste Moor im Gebiet. Die gut ausgeprägten, eng verzahnten Vegetationskomplexe der Übergangsmoore, Moorwälder und Bruchwälder sind von überregionalem Wert. Auch für pollenkundliche bzw. landschafts- und kulturgeschichtliche Untersuchungen sind die Torfböden von besonderer Bedeutung.

Arbeiten

Moorwiedervernässung: Über die Nutzungsgeschichte der Hochmoore bei Weißenseifen und die damit verbundene Vegetationsentwicklung ist nur sehr wenig bekannt. Zwischen 1890 und 1920 erfolgte hier eine Torfgewinnung mit teilweise bis zu 40 Arbeiter*innen. Viele der abgetorften Flächen sind waldfrei geblieben: Mensch darf vermuten, dass der Aufwuchs der abgetorften Flächen als Einstreu in den Viehställen genutzt wurde. Heute sind diese Flächen in manchen Bereichen bereits schon wieder mit mächtigen Torfmoosauflagen bedeckt, denn auch die Streunutzung wurde hier schon vor langer Zeit aufgegeben.

Im Rahmen eines EU-LIFE-Projekts hat die Stiftung für Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz zusammen mit dem Forstamt Gerolstein das Umfeld des Truffvenns von Fichten geräumt. Die Randbereiche sollen in eine artenreiche Blumenwiese umgewandelt werden, um insbesondere den spezialisierten Schmetterlingsarten der Moore wie dem Moorscheckenfalter im Sommer ein ausreichendes Futterangebot zu bieten. Im Torfkörper selbst wurden in den Entwässerungsgräben Sperren gebaut, die die Wiedervernässung eingeleitet haben. Das Bergwaldprojekt wird nun gemeinsam mit Freiwilligen den Wasserstand weiter optimieren, indem weitere Spundwände gebaut und / oder ergänzt werden.

Aufgemerkt: Die angegebenen Arbeiten können sich auf Grund des Wetters und anderen Ereignissen kurzfristig ändern - vielen Dank für euer Verständnis.

Lage

Die angegebenen Koordinaten dienen der Orientierung und zeigen nicht die exakten Arbeitsflächen.

Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNURLP)

Die Stiftung gestaltet die nachhaltige Entwicklung in Rheinland-Pfalz und seiner abwechslungsreichen Kulturlandschaft. Ziel der Förderungen ist die dauerhafte Entwicklung von Natur und Umwelt, die nachhaltige regionale Entwicklung und die Unterstützung des Ehrenamtes. Seit 2012 arbeitet der Bergwaldprojekt e.V. gemeinsam im Rahmen der EU-LIFE-Projekte „Moore in Hunsrück und Eifel“ und „Hangmoore im Hochwald“ an der Regeneration und Sicherung von bedeutenden Moorlebensräumen. Dabei werden gleichzeitig an diese Lebensräume gebundene Arten gefördert, bzw. soll deren Rückgang aufgehalten werden und die von Moorlebensräumen ausgehende CO2-Freisetzung gestoppt und deren CO2-Bindung wieder aktiviert werden. Nach Abschluss der LIFE-Projekte arbeiten Bergwaldprojekt e.V. und SNURLP in eigenen Projekten der Stiftung an der Wiedervernässung von Eifel- und Hunsrückmooren.