Daubaner Heidemoor
Oberlausitz
Verstecktes Moor im Daubaner Wald: Die DBU-Naturerbefläche Daubaner Wald hat eine wechselvolle Geschichte. Hier verlief die ehemalige Grenze zwischen den Königreichen Preußen und Sachsen. Moore wurden entwässert oder zu Teichen aufgestaut, der Wald zu Kiefern-Plantagen umgebaut. Ab 1976 kam die militärische Nutzung durch die Nationale Volksarmee der DDR hinzu, von 1990 bis 1993 nutzte die Bundeswehr das Gebiet, 2013 ging die Liegenschaft zur DBU Naturerbe GmbH über. Seitdem stehen naturschutzfachliche Ziele im Vordergrund mit der naturnahen Waldentwicklung hin zu Laubmischwäldern sowie dem Erhalt wertvoller Offenlandbereiche, Erlenbrüche, Sumpfwiesen und dem Heidemoor.
Arbeiten

Moorwiedervernässung: Über die Nutzungsgeschichte des Heidemoors und die damit verbundene Vegetationsentwicklung ist nur sehr wenig bekannt. Klar erkennbar im Luftbild wie auch im Gelände sind jedoch die Entwässerungsgräben, die das Moor zerschneiden. Diese wird das Bergwaldprojekt mit Freiwilligen in der Projektwoche in sensibler Handarbeit mit Sperren versehen und verfüllen, damit das Wasser wieder im Moorkörper zurückgehalten wird und diesen vor Zersetzung schützt. Zugleich erhalten wir zusammen mit dem Lebensraum zahlreiche Arten, die sich bis heute im degradierten Moor halten konnten. Auch der Wald in der Umgebung profitiert von einem nassen Moor, denn dieses wirkt sich positiv auf den Landschaftswasserhaushalt und das Regionalklima aus. Wiedervernässung ist eben eine richtige Win-win-win-Maßnahme.
Lage
Die angegebenen Koordinaten dienen der Orientierung und zeigen nicht die exakten Arbeitsflächen.
Projektpartner: DBU Naturerbe
Die gemeinnützige DBU Naturerbe GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück, sichert 47 großräumige Naturgebiete – rund 60.000 ha in neun Bundesländern – langfristig für den Naturschutz. Die Betreuung der Naturerbeflächen, bei denen es sich überwiegend um ehemalige Militärübungsplätze handelt, erfolgt in Zusammenarbeit mit den ortskundigen Bundesförster*innen. Die Hauptziele der DBU Naturerbe GmbH sind die Förderung und der Erhalt des heimischen Reichtums an Tier- und Pflanzenarten in unterschiedlichen Lebensräumen. Zudem möchte sie ein nachhaltiges Naturbewusstsein in der Bevölkerung fördern.
Der Bergwaldprojekt e.V. ist in den DBU Naturerbeflächen Cuxhavener Küstenheiden, Hainberg/ Fürth, Hartmannsdorfer Forst, Prora, Ueckermünde und Weißhaus tätig.
UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wurde 1994 ins Leben gerufen. Zwei Jahre später wurde es als 13. UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Es liegt im Osten Sachsens und umfasst 30.102 ha. Ungefähr die Hälfte der Fläche ist Naturschutzgebiet. Biosphärenreservate haben jedoch nicht nur den Schutz von Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten zum Ziel, sondern zeigen auch auf, wie menschliches Wirken und Wirtschaften im Einklang mit der Natur erfolgen kann.
Geprägt ist das Biosphärenreservat vor allem von Teichen und beinhaltet auf fast 2.000 ha sogar ehemalige Braunkohlentagebaugebiete.

