Alzey

Rheinhessen

Erhalt des bedeutenden Waldes: Der Erhalt und die Förderung des Waldes in Rheinhessen hat bei einem Waldanteil von nur 5 % an der Gesamtfläche eine besonders große Bedeutung. Aufgrund der geringen Niederschläge und der relativ hohen Temperaturen überwiegen Laubbäume mit einem Anteil von 80 %, dabei breiten sich wärmeliebende Baumarten wie Speierling und Elsbeere aus. Mancherorts finden sich hier Trockenwälder, also Waldgesellschaften, denen wenig Wasser zur Verfügung stehen und die oft durch den kleinräumigen Wechsel der Standortverhältnisse eine große Artenvielfalt aufweisen.

Arbeiten

Arbeiten für Artenreichtum: In der Projektwoche widmen wir uns der Waldpflege. Dabei werden junge Bäume von Bedrängern freigestellt, die starke Konkurrenten um Wasser, Licht und Nährstoffe darstellen würden. Auf diese Weise greift das Bergwaldprojekt mit Freiwilligen in der Projektwoche regulierend in die Baumartenzusammensetzung ein und fördert insbesondere seltenere und trockenresilientere Baumarten wie die Elsbeere, Feldahorn oder Linde. Selbes gilt für die Eiche, der zusätzlich eine kultur-historische Bedeutung in der Lederindustrie zukommt. Denn: Je mehr Baumarten ein Wald aufweist, desto anpassungsfähiger ist er in der Klimakrise. Dazu müssen die jungen Bäume jedoch erstmal ordentlich wachsen. Störende Begleitvegetation wie die stickstoffliebende Brombeere muss dafür weg. Also dicke Handschuhe einpacken und mutig vor!Zusätzlich arbeiten wir an weiteren lichten Trockenstandorten, die zahlreichen wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Insbesondere konkurrenzschwache Pflanzen wie der Blut-Storchschnabel oder die Traubige Graslilie profitieren von den Pflegemaßnahmen.

Lage

Die angegebenen Koordinaten dienen der Orientierung und zeigen nicht die exakten Arbeitsflächen.

Landesforsten Rheinland-Pfalz

Über 42 % der Landesfläche von Rheinland-Pfalz, das heißt 840.000 ha, sind mit Wald bedeckt. Rheinland-Pfalz ist mit 42,3 % Waldanteil gemeinsam mit Hessen das relativ waldreichste Bundesland, dementsprechend hoch ist hier die Bedeutung des Waldes. Der größte Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz sind die Kommunen. Der hohe Gemeindewaldanteil von 47 % stellt eine Besonderheit in Deutschland dar. Im Bundesdurchschnitt umfasst der Kommunalwald nur 20 % der Waldfläche. Der hohe Gemeindewaldanteil in Rheinland-Pfalz geht auf Fränkische Siedlungen und die sogenannte „Allmende“ als Gemeineigentum zurück. Vor allem im Norden von Rheinland-Pfalz konnten die Gemeinden ihr Eigentum bewahren.

Landesforsten ist auf nahezu der gesamten Waldfläche tätig. Sie bewirtschaftet die landeseigenen Wälder und ist Dienstleister für die Bewirtschaftung des kommunalen Waldes sowie zur Betreuung von privatem Waldeigentum. Landesforsten obliegt die hoheitliche Aufsicht über die Wälder von Rheinland-Pfalz. Anders als in anderen Bundesländern gibt es hier also noch die Einheitsforstverwaltung (Ein Einheitsforstamt ist sowohl für den Staatswald als auch für den kommunalen und den privaten Wald zuständig.). 

Die Wälder in Rheinland-Pfalz waren ursprünglich Buchen-Eichen-Mischwälder und Buchenwälder. Sie bedeckten 90 % der Landesfläche in Rheinland-Pfalz. Zerstörung der Wälder auch infolge der beiden Weltkriege und Übernutzung zu Zeiten der Industrialisierung sowie eine daraus resultierende Nadelholzwelle hatten das Gewicht deutlich zugunsten der Nadelhölzer insbesondere der Fichte und der Kiefer verschoben.

Heute nimmt wieder die Buche den höchsten Waldflächenanteil aller Baumarten in Rheinland-Pfalz ein. Auch von Natur aus käme sie am häufigsten vor. Sie wächst derzeit auf 21,8 % der Waldfläche und liegt damit vor der Eiche (20,2 %). Danach folgen die Fichte (19,5 %) und die Kiefer (9,9 %). Der Laubbaumanteil liegt in Rheinland-Pfalz bei fast 60 %, der Nadelbaumanteil bei knapp 40 %. Das Konzept der naturnahen Waldbewirtschaftung ist aus Sicht von Landesforsten die beste Strategie, um den Wald zu schützen, seine Leistungsfähigkeit für den gesamten Naturhaushalt zu erhalten und die vielfältigen Bedürfnisse der Waldnutzer*innen zu befriedigen.

Forstamt Rheinhessen

Das Forstamt Rheinhessen mit Sitz in Alzey betreut und bewirtschaftet eingeteilt in fünf Forstreviere die Wälder in Rheinhessen. Bereits frühzeitig wurden die Waldflächen im heutigen Rheinhessen bis auf eine kleine, noch heute vorhandene Restfläche gerodet. Als alte Kulturlandschaft wird Rheinhessen aufgrund der guten Böden land- und weinbauwirtschaftlich intensiv genutzt. Städte wie Mainz, Alzey und Worms belegen die geschichtliche Bedeutung dieser Landschaft seit dem Mittelalter.
Die hohe Bevölkerungsdichte verbunden mit einem relativ geringen Waldanteil zeigen aber auch den hohen Stellenwert der vorhandenen Waldflächen für die Erholung der Bevölkerung und den Naturschutz. Im nur 700 ha großen Lennebergwald bei Mainz werden eine Million Besuchende im Jahr gezählt, im nur 350 ha umfassenden Ober-Olmer Wald sind es ca. 250.000 bis 300.000 Erholungssuchende. Der Bergwaldprojekt e.V. arbeitet seit 2019 mit dem Forstamt zusammen – dieses Jahr in einer Projektwoche.

Zur Webseite des Forstamts Rheinhessen

Blogbeiträge aus Alzey