Aktuelles
Lagezentrum
Bäume sehen dich an

16/11/17 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1.350 Meter ü. M.

Waldschulwoche 12. Wald statt Wohnheim. Schnee statt Spätherbstwetter. Erst abenteuerliche Flucht, nun scheinbar abenteuerliche Anreise zur Unterkunft im Zastlerloch. Der Wintereinbruch bringt einiges durcheinander für 17 junge Erwachsene aus zwei Gewerbeschulklassen. Statt Heimat in Syrien, Gambia, Eritrea und Somalia nun Aufenthalt im Schneegestöber. Aber Freude statt Frust. An Arbeit ist nicht zu denken, stattdessen Exkursion im Nebel, Spurensuchen im Schnee. Das Wetter wird besser. Endlich Arbeit: Schlagräumung. Wärmendes Feuer im Schnee: Mittagessen. Spontaner Tanz zu arabischer Musik. Nebenbei verbessern sich die Deutschkenntnisse: "Auerhahnbiopflege" statt "Landeserstaufnahmestelle".

Freude am Feldberg über den ersten Schnee

 

10/11/17 | Partenstein, Spessart, BY | 203 Meter ü. M.

Projektwoche 80. Im Spessart wachsen nur Eichen? Es gib dort keine anderen Baumarten? Weit gefehlt. Das ist die Rotbuche. Die fühlt sich hier auch wohl. Und darf hier Einiges zum Waldumbau beitragen. Also Buche. Erstmal Pflanzgut gewinnen. Die 17 Freiwilligen ziehen also 3200 Buchen-Wildlinge. Zack. Das geht rasch. Anschließend wird gepflanzt. Es gibt auch noch Fichtenaltbestände. In diese Bestände kommen nun die Buchenwildlinge. Dauert länger. Kein Regenwurm zeigt sich beim Pflanzlochgraben - dafür Rossameisen und Laufkäfer. Dem Regenwurm ist der Nadelholzboden wohl zu sauer. Das wird die Buche aber hinbekommen. Braucht aber bisschen. Wie der Waldumbau.

Laufkäfer auf Arbeitshandschuhhand

 

09/11/17 | Amrum, Nordfriesische Insel, SH | 11 Meter ü. M.

Projektwoche 78. Bilde zwei Bandwurmsätze mit Brombeere! Wer von den Freiwilligen an Amrum denken wird, alpträumt von 2 Meter hohen Brombeeren, die zu überwältigen sind, um an die Traubenkirschen ranzukommen, welche die gepflanzten Linden, Bergahorne, Rotbuchen und Stieleichen bedrängen und die es zu beseitigen gilt, um die sieben Hektar Pflege zu bewältigen. Wer an Amrum denkt, träumt aber auch von der täglichen Kuchenauswahl, die es nachmittags inmitten des Einsatzgebietes zu bewältigen gibt und die seit vielen Jahren vom lokalen Bäcker für die freiwilligen Brombeerenbekämpfer in die Fläche gebracht wird und deren Einzelstücke niemals mit Brombeerfrüchten bestückt sind.

Freiwillige Brombeerenbekämpfer auf Amrum

 

08/11/17 | Münsterland, Am Ruhrgebietsrand, NW | 79 Meter ü. M.

Projektwoche 85. Schon wieder Neuland, neuer Projektort. Quasi Frauenwoche, weil kaum Männer unter den 14 Freiwilligen. Ist aber wumpe. Hier in der Mittelwaldpflege im Naturschutzgebiet geht es gegen das Unterholz; dem ist egal, von wem es entnommen wird. Also mit Säge, Astschere und Axt gegen Hasel, Esche und Weißdorn. So kommt Licht rein. Buchen und Kirschen dürfen stehen bleiben. Als Brennholz geht das Unterholz in ein Kalkbrennwerk oder wird zu Totholzhaufen aufgeschichtet, woran sich Igel und die Gefiederten freuen. Das Unterholz lichtet sich und sichtbar wird wieder eine Waldform, die nur noch selten zu finden ist: einzelne freistehende Bäume. Aber schon im nächsten Jahr geht das Spiel von Neuem los und dank Stockauschlag gibt's wieder neues frisches Unterholz.

Mittelwaldbewirtschaftung im Münsterland

 

07/11/17 | Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nordhessen, HE | 509 Meter ü. M.

Projektwoche 77. Wupps, wieder ist eine weg. Nach zwei Tage Schleppen, Hebeln, Entnageln, Auf- und Abladen. Der Rückbau geht weiter. Menschliches und Zeichen überkommener Bejagungsmetholden verschwinden im Nationalpark. Wo gestern noch eine Hütte zur Wildfütterung stand, sind heute nur noch die Betonfundamente der Stützbalken übrig. Jagd und Winterfütterung sind im Nationalpark Vergangenheit. So wie die beiden veschwundenen Hütten. Außerhalb der Kernzone werden sie wieder aufgebaut - als Unterstand für Wanderer oder als Infostation zur ehemaligen Hege und Pflege des Wildes.

Abgebaute Wildfütterungshütte

 

03/11/17 | Cuxhaven, Nordseeküste, NI | 16 Meter ü. M.

Projektwoche 74. Alles singt im Kanon:
A-bend-stil-le hei-de-weit,
nur am Kratt-wald Hei-ter-keit.
Denn alle Hän-de
Ar-beit hat En-de
in der Zeit.

Abendstimmung in der Cuxhavener Küstenheide

 

03/11/17 | Oberursel, Taunus, HE | 870 Meter ü. M.

Projektwoche 75. Mal wieder ein neuer Projektort. Abends glitzern die Lichter der Bankenmetropole Frankfurt in der Ferne. Gut zu erkennen von der Unterkunft auf dem Großen Feldberg. Herbstlaubwaldzeit im Taunus. Und Heckentag bzw. Heckenneuanlage nach Hermann Benjes, der den künftigen Hecken seinen Namen gibt. Die Benjeshecke. Zuerst kommen Pflöcke in den Boden, dazwischen Totholz bzw. Geästschnitt und damit ist auch schon gut. Den Rest erledigt die Zeit und die Natur dank Samenanflug und Vogelkot der Vögel, die vom Totholzhaufen angelockt werden. Eine neue Arbeit am neuen Projektort.

Totholzheckenanlage nach Hermann Benjes

 

02/11/17 | Hinterweidenthal, Pfälzer Wald, RP | 248 Meter ü. M.

Projektwoche 76. Wer schon mal im Steinhang Pflanzlöcher ausgehoben hat, weiß den Sandboden im Pfälzer Wald zu schätzen. Kein Klong-Geräusch wenn die Wiedehopfhaue in den Boden saust, sondern Sandkastengeräusche. Wie Butter läuft die Pflanzerei der Rotbuchen bei untypischem Novembersonnenwetter. Im Douglasienaltbestand. Douglasien sind hier im Biosphärenreservat unerwünscht. Aber sie sind weit verbreitet im douglasienreichsten deutschen Bundesland. Transplantierte Rotbuchennaturverjüngung kommt zum Einsatz. Nach der Ziehung Tausender Rotbuchenwildlingen kommen sie in den Sand. Wieder zu Tausenden. Naturnaher geht Waldumbau nicht.

Rotbuchenwildlinge ernten im Pfälzer Wald

 

27/10/17 |  Prora, Ostseeinsel Rügen, MV | 3,17 Meter ü. M.

Projektwoche 71. Die Feuersteinfelder auf Rügen sind einzigartig. Seit 4000 Jahren. Sollen sie auch bleiben. 22 Freiwillige sitzen um Humusinseln in den Feldern und tragen diese ab. Zupfen Anflug und kleinste Samen aus den Steinen. Sonst wachsen die Felder langsam zu. Die Geröllfelder aus 90% Feuerstein sollen aber frei bleiben. Handarbeit pur. Knie schmerzen. Es gibt bequemere Arbeitsplätze. Die Ansage ist aber eindeutig: "Alles an Biomasse muss raus! Bis in 30cm Bodentiefe!" In meditativer Versunkenheit wird weiter gezupft. Ergebnisse werden sichtbar. Inseln verschwinden im Steinmeer. Das Steinerne Meer lebt weiter.

Humusinselentfernung in den Feuersteinfeldern

 

26/10/17 | Altenberg, Osterzgebirge, SN | 758 Meter ü. M.

Projektwoche 72. Wirken Birken? Der Projektleiter erklärt, wie die schönrindigen Bäume hier im Birkenwald des "Naturschutzgroßprojektes Bergwiesen im Osterzgebirge" Einbruchtrichter und alte Stollengänge für Fledermäuse zuwuchern. Mit der Säge in der Hand sind die Probleme schnell erkannt: der Bestand wird von dem Dutzend Freiwilliger flugs deutlich aufgelockert. Freier Flug für freie Fledermäuse. Auflockerung sorgt auch für mehr Struktur, freut diverse Vogelarten. An den Gehölz- und Totholzhaufen freut sich dann noch anderes und zum Teil wirbelloses Getier. Oder regionale Brennholzinteressenten. Stehend oder liegend: Birken wirken!

Birkenholzaufschichtungen nach Birkenfällungen

 

24/10/17 | Cuxhaven, Nordseeküste, NI | 16 Meter ü. M.

Projektwoche 73. Einsatzfläche: DBU-Naturerbefläche Cuxhavener Küstenheide. 40 flinke Hände sind hier auf der ehemaligen miltärischen Fläche im Einsatz. Die Entbuschung der Heide ist das Ziel der Truppe - offene Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Dabei wieder einmal: Kampf gegen die spätblühende Traubenkirsche. Das Kampfmittel hier: Ringeln oder mit der Wurzel ausgraben, damit sie nicht buschartig wieder austreibt. Fachterminus: Vitale Wurzelbrut. Noch ein schöner Name hier: Ziegenmelker. Ist kein Freiwilliger sondern nachtaktiver Bodenbrüter aus der Familie der Nachschwalben. Da dem Vogel sein Lebensraum abhanden kam, ist er auf sog. Sekundärlebensräume wie Truppenübungsplätze - also hier in der Heide - ausgewichen. Hier soll er auch bleiben. Also wird kräftig entbuscht - trotz durchwachsenem Wetter und trotz 45-minütiger Anfahrt auf knallorangenen Fahrrädern.

Entbuschung der Heide

 

19/10/17 |  Prora, Ostseeinsel Rügen, MV | 3,18 Meter ü. M.

Projektwoche 70. In manchen der 22 Köpfe mögen Bilder eines deutschen Malers sein. Während der Fahrt mit dem Fahrrad zu den Arbeitsflächen, bei der Exkursion zu den Kreidefelsen und den Abbruchkanten, an denen die Ostsee nagt. Während der Arbeit auf den Feuersteinfeldern, den Orchideenwiesen und dem Steinernen Meer. Während den Arbeitspausen im goldenen Altweibersommer. Während das schnelle Auge Schlingnatter, Kammmolch, Neuntöter, Heidelerche, Wacholderdrossel und Seeadler erkennt. Während zupfend, rechend, sägend, zwickend, räumend, buddelnd, freuend und fluchend die Landschaft bearbeitet wird. Der Kopf ist eigenmächtiger Eindruckspeicher.

Auch die Ostsee scheint grenzenlos

 

18/10/17 | Forbach, Nordschwarzwald, BW | 677 Meter ü. M.

Projektwoche 66. Was ein Wetter. Was für eine Aussicht hoch überm Murgtal. In das Murgtal. In einer der waldreichsten Gemeinden Deutschlands. Über Nordbaden lacht eben die Sonne. Da macht es schiere Freude die jungen Bäumchen gegen Verbiss zu tüpfeln für sonniges Wachstum. Kleine Pause. Hoch die Beine. Sonnenbad. Das Dutzend Sonnenanbeter badet in Baden aber nicht nur in der Sonne. Lärchen - vor mehr als 20 Jahren vom Bergwaldprojekt gepflanzt - werden geastet. Hier gilt: Hoch die Arme. Reichhöhenentastung. Für astfreie Lärchen, die dann dereinst mal zu witterungsbeständigen Terrassenbrettern werden - aus Baden statt aus Sibirien. Für das Sonnenbad auf der heimischen Terrasse.

Beine hoch, Murgtal genießen.

 

11/10/17 | Eibenstock, Erzgebirge, SN | 652 Meter ü. M.

Projektwoche 60. Bestes Wetter im Osten. Quasi Traumwetter. Ins Bett mit Weißtannen im Kopf. Aufstehen mit Weißtannen vor Augen. Weißtanne um Weißtanne wird gepflanzt. Weißtanne um Weißtanne wird mit Schafswolle geschützt. Naturnaher Waldumbau. Tolle Waldbilder. Hier wird naturnahe Waldwirtschaft bereits seit der Wende betrieben, seit 25 Jahren Waldumbau konsequent vorangetrieben. Unmengen an Weißtannen und auch Buchen haben ihren Weg in die hiesigen Böden gefunden. So wächst im Schatten eintöniger Fichten-Monokulturen eine neue, bunte, vitale Waldgeneration heran. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Freiwilligen. Auch am nächsten Tag wieder. Weißtanne. Weißtanne. Weißtanne. Der Traum geht weiter.

Weißtanne um Weißtanne unter Fichtenmonotonie

 

10/10/17 |  Arche Warder, mitten zwischen Nord- und Ostsee, SH | 27 Meter ü. M.

Projektwoche 66. Zahme Tiere auf dem Land. Gerettet auf einer Arche. Big Brother is watching you. Unter den kritischen Augen zahlreicher Exemplare seltenster Nutz- und Haustierarten wird hier Biotop-Pflege betrieben. Relikttiere einer Zeit, in der das Wort Massentierhaltung unbekannt war oder eine Masse ein Dutzend Tiere im eigenen Stall war. In diesem lebendigen Sammelalbum kann auch das Wetter wechselhaft sein. Sturm und Regen sind den Vierbeinern Schnuppe. Stoisch beobachen sie die Freiwilligen. Wie sie gespendete Bäume und Sträucher pflanzen. Wie sie - mal wieder - Spätblühende Traubenkirschen entfernen. Wie sie ihr Biotop pflegen. Was sie wohl von den freiwilligen Pflegekräften denken? 

Beobachter der Pflege seines Biotops

 

KEIMRUHE | Fotopause | Wilde Tiere in der Stadt

In Stuttgart nisten seit Jahrzehnten Gelbkopfamzonen in den Platanen. Wild und exotisch. Rasenflächen städtischer Parkanlagen werden nächtens durchpflügt nach Nahrung. Wild und ärgerlich. Füchse schleichen durch die Hochhaussiedlung und werden geknipst. Instagram ist voll davon. Doch es gibt noch Profis unter den Knipsern. Deren Arbeiten sind nun im Stadthaus Ulm zu sehen. In Ulm, nicht virtuell. Die Fotografen haben sich unter dem Banner „Wilde Tiere in der Stadt“ versammelt und zeigen ihre persönliche Sicht der urbanen Fauna: Wildtiere in Berlin, exotische Vögel in Häuserschluchten, heilige Hirsche in japanischen Städten. Wedding statt Serengeti. Tierfotografie im 21. Jahrhundert. In Zeiten von Artenschwund und Vögelsterben eine beunruhigend beruhigende Perspekte auf unsere unmittelbare Natur. Bisweilen surreal. Einer der ausstellenden Fotografen: "Ich bin fasziniert von den Vögeln, denn eigentlich gehören sie nicht hierher, aber sind trotzdem da." Noch bis 10. Dezember.

Wildschweinrotte in Berlin Foto: © Florian Möllers

 

05/10/17 | Eibenstock, Erzgebirge, SN | 652 Meter ü. M.

Projektwoche 59. Sicherheit geht vor. Kein Baum wird gefällt ohne dass die Beteiligten ihrer Helmpflicht nachkommen. Ist also Tagesgeschäft. Außer beim Pflanzen zum Waldumbau. Da geht's auch ohne. 2000 Weißtannen und Rotbuchen sind bereits gepflanzt. Gut geschützt mit bewährter Schafwolle vor Wildverbiss. Im bunten Herbstlaub trotzen die Freiwilligen Wind und Wetter. Sturmtief Xavier wird noch ignoriert. Unter Tage sowieso. Da ist wieder Helmpflicht. Auf den Spuren der Bergbauvergangenheit: Die Exkursion nach Johanngeorgenstadt von unten. Stichwort Grubenholz. Erst knistert's, dann bricht's. Lehrspruch: "Bei Knistern nicht dem Helm vertrauen, versuche lieber abzuhauen!"

Tagsüber geht es unter Tage

 

04/10/17 | Nationalpark Jasmund, Osteseeinsel Rügen, MV | 87 Meter ü. M.

Projektwoche 61. Wieder Wiedervernässung. Wiedervernässung der Kesselmoore. Ein Schutzzweck laut Nationalparkverordnung Jasmund lautet: "Regeneration standortbedingter Quell-, Kessel- und Durchströmungsmoore." Also Bohlenwände und partielle Grabenverfüllung. Schon fast ein Klassiker. Das auch: für Wasser vom Himmel ist gesorgt. Und noch ein Klassiker: "O, schaurig ist's, übers Moor zu gehn." Man kann gar schauerlich versinken, wenn man keine aufmerksamen Kollegen hat. Aber auch die gibt es wieder.

Moor hat keine Balken

 

03/10/17 | Freiburg, Hochschwarzwald, BW | 1024 Meter ü. M.

Projektwoche 55. "Die mechanisierte Holzgewinnung nach der Kurzholzmethode bietet ein großes Potenzial für die wirksame Holzernte in kleinen Beständen und die Durchforstung." Deshalb steht auch am Schauninsland so eine Holzerntemaschine aus Finnland. Denn auch im Schwarzwald wird mechanisiert gearbeitet mit diesen 20-Tonnen-"Durchforstungsspezialisten". Dank Tag der Deutschen Einheit hat er heute Maschinenpause. Gut so. Schließlich war auch das gestrige Anbringen von Einzelverbisschutz an Weißtannen eher eine geräuscharme Tätigkeit. So bleibt die Ruhe im Wald. Ernte ist dann morgen wieder. Die Freiwilligen werden es vielleicht hören bei der Auerhahnbiotoppflege.

Die Holzerntemaschine ruht

 

02/10/17 | Lechtal, Oberbayern, BY | 697 Meter ü. M.

Projektwoche 58. Flusslandschaft des Jahres war der Einsatzort bisher nicht. Kann noch kommen. Wo gibt es schon eine Kraftwerksinsel, auf der Naturschutzarbeiten ausgeführt werden? Viel Steine gibt's und zu viel Fichtenanflug. Steinige Magerrasen inmitten des Lech bedeuten wertvollen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Das soll so bleiben. Die Freiwilligen knipsen den Fichtenaufwuchs weg. Das ist gut für den Idas-Bläuling, den Fransen-Enzian und das Schotter-Berufkraut [das heißt tatsächlich so], das hier auf dem Flussschotter Wurzeln schlägt. Solange es nicht mit fiesen Fichtennadeln zugewuchert wird. Aber das weiß man hier zu verhindern.

Karge Kiesböden dulden keine Fichten.

 

29/09/17 |  Diepholzer Moorniederung, Norddeutsches Tiefland, NI | 41 Meter ü. M.

Projektwoche 56. In der Moorniederung. Aber kein Moorprojekt. Hier wird nicht wiedervernässt, sondern die Landschaft gepflegt. Die Hochmoorfläche und die Moorheidelandschaft wird als Landschaft offengehalten. Der Anflug kommt also raus. Der besteht hier aus Birken und Kiefern. Arrivederci. Auch vom Schwingrasen wird der Anflug entnommen, hier aber auf Schneeschuhen. Mit und ohne Schuhe sind die kleinen Wunder des Hochmoores zu entdecken: Rauschbeeren, Glockenheide, Sonnentau. Schnell wären sie verschwunden, wenn die fast zwei Dutzend Moorarbeiterinnen unter ziehenden Kranichen nicht Hand anlegen würden. In der Moorniederung.

Schneeschuhwandern im Schwingrasen

 

28/09/17 | Freiburg, Hochschwarzwald, BW | 1024 Meter ü. M.

Projektwoche 54. Gibt's irgendwo einen sprechenderen Namen für einen Berg? Der Schauinsland. - - - - - - - Der Name soll hier oben auch für die schwindende Auerwildpopulation Programm werden. Also freie Sicht für freie Hühner. Schnell ist ein Name für den Aktionsplan Auerwild gefunden. Offiziell sollen es Wanderkorridore für das Auerwild sein. Aber allen ist klar: Unter dem Aktionsnamen "Lücken für die Küken" geht es um die Aussicht für die Raufußhühner. Lücken im Baumbestand sorgen für Licht und Aussicht. Die jungen Buchen und Fichten werden entfernt. Und Schwupp weitet sich der Blick ins Land. Das Auerwild wird's mit reichlich Küken danken.

Kleine Lücken für Auerhahnküken

 

26/09/17 | Peenemünde, An der Ostsee, MV | 3,66 Meter ü. M.

Projektwoche 53. Die Sense rauscht, die Wangen rot. Liegt an der frischen Meerluft, die allen um die Nase weht. Hier auf der Naturerbefläche auf Usedom, dieser zweitgrößten halben deutschen Ostseeinsel. Die frische Meerluft macht Meerlust und noch mehr Lust auf Wiesen mähen. Mähen um der Orchideen willen. Je seltener die Art, desto konkreter der Name. Wanted: Ruthes Knabenkraut alias dactylorhiza ruthei. Einziges Vorkommen: hier auf der Insel. Eine Insel, an deren Strände Plastikmüll, Flaschen, Fischkisten und Flaschenpostflaschen landen. Der Müll wird noch weggemacht. Arbeit noch näher am Meer. Noch mehr rote Wangen.

Orchideenwiesenmahdhäufchen

 

21/09/17 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1098 Meter ü. M.

Projektwoche 49. Donnerstagabend ist Essensvorbeitung für Freitagabend. Vom Forstamt gibt es ein Reh für das Essen am Freitagabend. Wer mitessen will, macht mit beim Zerlegen des Rehs. Ein natürlicher Vorgang. Ein natürliches Stück Wild. In Freiheit aufgewachsen und erlegt. Aber kein Biofleisch, das geht von Gesetz wegen nicht, weil sich Rehe unkontrolliert bewegen können. Nun wird es morgen als Rehgulasch dampfend auf dem Tisch stehen. Bestens zubereitet. Die Tage davor: Auerhahnbiotoppflege, Wegeinstandsetzung, Pflanzung. Verbissene Triebspitzen an einer 6-jährigen Tanne sorgen nicht für Sympathiepunkte für das Rehwild. Klar. "Wildessen ist Waldschutz!" (Jägerlatein)

Vor dem Essen wird das Reh von allen Rehessern zerteilt.

 

20/09/17 | Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nordhessen, HE | 509 Meter ü. M.

Projektwoche 52. 25 Teilnehmer bei der Arbeit. Weisergatter reparieren, nicht mehr benötigte eingewachsene Wildschutzzäune abbauen, Spätblühende Traubenkirsche entfernen. Waldentwicklungsarbeiten im Buchenwald-Nationalpark. Und lernen mit und von der Natur. Und extra soziale Komponente dieser integrativen Woche in Zusammenbeit mit der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg. Die Projektleiterin: „In der Woche treffen ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Voraussetzungen aufeinander. Gemeinsam arbeiten alle an dem gleichen, wichtigen Ziel: Sie leisten einen persönlichen Beitrag zum Erhalt des Waldes und damit unserer natürlichen Lebensgrundlagen“.

Alte Zäune kommen raus.

 

15/09/17 | 1. OG Veitshöchheimer Str. 1b, Würzburg, BY | 226 Meter ü. M.

Waldsalon Vol. IV. Themen, Thesen, Temperaturen rauschen durch den Raum. Vortrag von Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Es wird wenig gelacht. Das Thema ist zu ernst. Anstieg des Meeresspiegels. Das Ein- und Ausatmen der Wälder. Klimavertrag von Paris. Deutsche Klimaziele. Ötzi vom Gebirgsgletscher abgetaut. Emissionsgipfel. Solarhersteller in Deutschland ohne Chance. Daten, Zahlen, Argumente. Kaum Hoffnung auf das Erreichen der vereinbarten Klimaziele. Lebhafte Diskussion. Es wird klar. Ohne Verzicht geht's nicht. Fassen an die eigene Nase: der eigene Lebensstil muss klimazieloptimiert werden. Jede weiß: Aufbäumen im Klimawandel heißt Aufbäumen gegen den eigenen inneren Schweinhund.

Stefan Rahmstorf im Waldsalondialog

 

14/09/17 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1098 Meter ü. M.

Projektwoche 48. Manchmal ist schlechtes Wetter und manchmal regnets. Manchmal gibt's auch Dauerregen. Klatschnasse Teilnehmer träumen vom warmen Ofen. Schneeregen. Tannenpflanzung. Träumen vom Trocknen der klammen Klamotten. Starkregen. Eigentlich Arbeitsabbruch. Aber ein Sack mit 100 Tannen taucht noch auf. Eh schon alle nass. Weiterpflanzen... Wie schön ist doch ein warmer Ofen. Anderntags: Abflussrinnen für's Regenwasser werden nachgezogen. Ideal, wenn sich diese prompt füllen und man sieht, wohin das Wasser will. Aber die Sonne scheint ja. Ausnahmsweise.

Wolkenspiel über Gipfel in Wolken

 

13/09/17 | Berlin, Hauptstadt | 102 Meter ü. M.

Projektwoche 50. Kurz vor der Bundestagswahl in der Hauptstadt. Berlin hat aber mehr zu bieten. Wald. Viel Wald. Kiefernwald. Der muss umgebaut werden, hin zu einem Mischwald. Bevor aber geplanzt und aufgebäumt wird, wird erst einmal aufgezäunt. Wilddicht. Und die Strauchschicht von der Pflanzfläche. Allen voran die Spätblühende Traubenkirschen. Ja, da wir sie wieder. Überall wo wir sind, ist sie auch anzutreffen, die alte Traubenkirsche. Servus prunus serotina und Tschüssikowski. Nun kann geplanzt werden. Auf drei (in Zahlen: 3) Hektar Fläche. Gesamtumbaufläche: 15.000 Hektar. Hauptstadt wir kommen wieder.

Erst der Zaun, dann die Pflanzung

 

12/09/17 | Horn-Bad Meinberg, Nordostwestfalenmittelinks, NW | 427 Meter ü. M.

Projektwoche 47. Auf dem sturmumtosten Velmerstot [preußischer Teil] wird Luft geschaffen. Für Heide und Orchideen. Die Bergkuppe soll wie zu Preussens Zeiten offengehalten werden. Für ein artenreiches Offenland-Ökosystem. Schafe und Ziegen - die sogenannten Rasiermesser des Waldes - flankieren. Für die freizustellenden Orchideen heult die Motorsense. Sturmböen heulen ebenfalls. Und auch der Koch der Projektwoche, wegen Rücken, Abreise. Fragezeichen. Die Chance für die Küchenpraktikantin. Sie nutzt die Chance, alle Freiwilligen sind der Meinung: bestens.

Knapp unter dem sturmumtosten Gipfel

 

11/09/17 | Wertach, Oberallgäu, BY | 951 Meter ü. M.

Projektwoche 46. Die Bahn spielt mit. Das Bahnhofsgebäude in Wertach hat das Thema der Woche aufgenommen. Alle Freiwilligen wurden sofort eingestimmt. Die Jagd ließ dann niemand mehr los. Nachts wilde Träume vom Wilderer und röhrendem Riesenrothirsch. Tagsüber Regen. Wieder Regen. Dauerregen. Trotzdem 800 Tannen gepflanzt, Pflege unter Schirm [nein, kein Regenschirm], ein Doppelhektar. Und Einzelschutz der Tannen. Vor dem gefräßigen Rotwild. Mit Schafwollgewölle. Soll das Rotwild sich den Lecker dran verknäueln. Weshalb wird nicht mehr gejagt? Wo sind die Wilderer, wenn der Wald sie braucht? Gibt es am Freitag noch Wildgulasch?

wertach bahnhofsbemalung

 

06/09/17 | Oberstdorf, Oberallgäu, BY | 919 Meter ü. M.

Projektwoche 45. Hart am Hang hat jeder gut zu tun mit allem was Nadeln hat. Der Borkenkäfer hat hier im Schutzwald kleine Lücken geschaffen. Eine zügige Aufforstung ist von Nöten. Damit der Wald auch wieder seiner Schutzfunktion nachkommen und die untenliegende Gemeindestraße wieder vor allem was von oben kommt schützen kann. Das Wetter wechselt wie der Wind, aber auch im Dauerregen werden steilste Hänge bepflanzt. 2100 Fichten, Kiefern und Lärchen finden dank den unermüdlichen Schutzwald-SaniererInnen den Weg in den Hangboden. Immerhin sorgt der Regen für bestes Pflanzwetter und feucht-schmieriges Handschuhklima. Zwischendurch aber, in den Hängen, vor dem Durchhängen: auch mal den eigenen Gedanken nachhängen. Wortspielende.

Hart am Hang geht's lang

 

05/09/17 | Im Käsekeller, Würzburg, BY | 4,80 Meter u. T.

Logistikschritt 76b. Im Käsekeller wird gepackt. In jeder Projektwoche wird ein Laib Käse gegessen. Wieviele Käselaibe brauchen wir also in einem Jahr? Das ist einfach. Komplizierter wird es aber, dafür zu sorgen, dass die Bio-Käselaibe aus dem Hohenlohischen auch in jeder Projektwoche in der Projektküche landen. Welche Käselaibe müssen in welchen der Projekt-Busse, die immer wochenlang durch Deutschland touren? Außerdem essen die Freiwilligen nicht nur Käse. Auch hier: planen und denken hilft. Und erstklassige erfahrene Logistikexperten. Deshalb setzen wir hierfür nur Pädagogen und FÖJlerinnen ein. So ist der Frühstückskäse sicher.

Tourvorbereitung im Käsekeller

 

30/08/17 | Balderschwang, Oberallgäu, BY | 1256 Meter ü. M.

Projektwoche 42. Rekorde purzeln. 1200 Bäume an einem Tag gepflanzt. [Rekordverdächtig.] Buchen und Tannen; so wird der Waldumbau kräftig vorangetrieben. Weiter im Guinessbuch. In Balderschwang gibt's 2450 Liter Niederschlag je Quadratmeter. Deutschlandrekord. Folge: Hochmoore, die sich aus diesen Regenmengen speisen. Und dort wächst der rundblättrige Sonnentau. Eine fleischfressende Pflanze. [keine andere Pflanze ist mit ihrem schimmernden Zuckersekret für Insekten attraktiver!] Auch sonst: einzigartige Flora und Fauna. Moor wird also gepflegt. Fichten raus! Zugunsten der fleischfressenden Pflanzen. Teilnehmer bekommen auch einmal Fleisch. Statt Insekten aber: frisches Wildfleisch.

Schiefe Teilnehmerebene

 

29/08/17 | Heimbach, Nationalpark Eifel, NRW | 272 Meter ü. M.

Projektwoche 43. Viele Grüße landen bereits in den ersten Stunden der Einsatzwoche im Lagezentrum, die Eifel ist wohl sehr schön: "Haben Rotwildfutterhäuser eingerissen und Müll gesammelt" - bzw. die Eifel ist NUN sehr schön, nach erfolgreichem Arbeitstag der fast 20 Freiwilligen. Außerdem steht noch auf dem Stundenplan: Waldentwicklung und Entnahme von Nadelbäumen. Neben der Arbeit wird der Natur-Erlebnis-Raum "Der wilde Weg" am wilden Kermeter besichtigt und auf Sinnes-Liegen - Motto: Hinlegen und Abschalten. Aufnehmen und Genießen - relaxt. Natürlich auch im Team. Erst gemeinsam schwitzen, dann gemeinsam sitzen...

Abbau von Rotwildfutterstellen

 

24/08/17 | Biosphärenreservat Rhön, Hessische Rhön, HE |  420 Meter ü. M.

Waldschulwoche 10. Seminar für PädagogInnen: Bildung für nachhaltige Entwicklung in Theorie und Praxis an der Uni Würzburg, 2. Teil, Praxis. Spuren lesen statt Bücher lesen. Praktischer Naturschutz für die 16 Seminaristen. Konkret: Ab ins Moor mit den Studis. Ins Rote Moor. Birken- und Kiefern-Naturverjüngung wird aus dem Moorkörper gezupft, um den Wasserstand des langsam degenerierenden Moores nicht weiter sinken zu lassen. Ein paar Teichöffnungen für Libellennachwuchs werden geschaffen, alte Abflussrohre neu verstopft, rund ums Moor werden die Info-Tafeln teilweise erneuert, die Futterpflanzen des Skabiosen-Scheckenfalters gefördert und und und Schluss!

Wie ziehen ohne Spaten ins Moor

 

17/08/17 | Tieffilz unterm Lusengipfel, Bayerischer Wald, BY | 1219 Meter ü. M.

Projektwoche 35. Wird dereinst in diesem Moor ein Ehering gefunden werden, wird die Suche nach einer Moorleiche ergebnislos sein. Er ging beim Wiedervernässen verloren. Aber sonst: nur Gewinner. Das Hochmoor, dessen Entwässerungsgräben unschädlich gemacht wurden, kann sich nun regenerieren. Die Teilnehmer, ob an der Saale, in Würzburg, in Somalia, dem Senegal oder in Afghanistan geboren, haben unbezahlbare Eindrücke zum Nachdenken erhalten, Eimerketten lieben gelernt und wissen nun Hackschnitzel-Transport-Hubschrauber zu schätzen. So lässt es sich zufrieden sein auf dem neu errichteten Hackschnitzeldamm im Hochmoor.

Bunte Moortruppe unterm Lusen

 

16/08/17 | Garmisch-Partenkirchen, Bayerische Alpen, BY | 917 Meter ü. M.

Projektwoche 38. Steigbau als außerbetriebliche Ausbildungseinheit. Mehrere Forstwirt-Azubis von Sachsenforst sind unter den Freiwilligen. Hinein in den südlichen Freistaatswald. Solche Berge hat Sachsen nicht zu bieten. Auch der Steigbau ist Neuland für diesen Tellerrand-Ausflug. Aber ist ja eigentlich ganz einfach: Die Steige führen zu den Sanierungsflächen und sind einzige Möglichkeit der Flächenerschließung im Gebirge. So freut sich auch die Jägerschaft, welche die jungen Bäume auf den Sanierungsflächen durch die Jagdausübung schützen werden. Einfache Faustregel beim Steigbau: anstrengungsfreies und sicheres Bewegen im Gelände ermöglichen. Das sollte in jedem Freistaat möglich sein.

Wegebau im Schutzwald

 

08/08/17 | Neukirchen, Knüllwald, HE | 261 Meter ü. M.

Projektwoche 36. Premiere in den Knüllwaldbergen. Ersteinsatz. Da heißt es: guten Eindruck hinterlassen, z. B. mit fleissigen Freiwilligen und imposanten Bauwerken. Erosionsschutz und Hangsicherung ist hier nach einem Erdrutsch in der Lochbachklamm notwendig. Also: Holzkasten, das perfekte Stützbauwerk. Handarbeit! Lärchenstämme und Basaltbruchsteine werden etagenweise aufgeschichtet. Lange Träger längs der Hangrichtung, kürzere quer zur Hangrichtung. Die Kürzeren tragen die nächsten Längeren und nehmen die Zugkräfte auf. Eine Gitterstruktur gräbt sich in den Hang, den Hang hinauf. Die Hohlräume zwischen den Etagen werden noch mit Aushub und Steinen verfüllt. Sollte nun paar Jahrzehnte halten. Macht Eindruck. Das nächste Starkregensommergewitter kann kommen.

Beim Holzkastenbau im Knüll

 

29/07/17 | Marktbreit, Unterfranken, BY | 188 Meter ü. M.

Info-Tour, 374. Station. Festival vor der Haustür Würzburgs. Samstags. Kein Problem. Ein paar Motivierte finden sich immer. Vortrag halten. Infostand, der Neue! Leuchtend. Wie unsere Botschaften. Top Wetter. Und immer noch gibt es Menschen, die uns nicht kennen. Sogar vor der eigenen Haustür. Nun kennen Sie uns. Wissen nun, sie können sich auch aufbäumen und unsere Ideen und in den Projekten fortpflanzen... So soll es sein.

Infostand in Markbreit

 

28/07/17 | Nationalpark Jasmund, Osteseeinsel Rügen, MV | 87 Meter ü. M.

Waldschulwoche 9. Auch hinter Kreideklippen gibt es Moore, die sich an einer Wiedervernässung erfreuen. Passend: die Projekwoche erfreut sich an Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Dank ihr: Premiere im kleinsten Nationalpark Deutschlands - der mit den Kreidefelsen. Und den Mooren. Stauwerke in Bergwaldprojektbauart werden vollendet, neue angefangen. Mit Hackschnitzel verfüllt und bepflanzt. Im Herbst geht es dann weiter. Mit den fehlenden Stauwerken. Damit es auch dann wieder heißt: Stauwerke. Find ich gut.

Moorvernässung auf Rügen

 

21/07/17 | Fichtelberg, Oberfranken, BY | 653 Meter ü. M.

Projektwoche 86. Schon oft gelesen: "Jagd-Forst-Einrichtung Betreten verboten". Verbote, naja. Deshalb hier schnell mal ein Hybridbauwerk. Leider kein Schild "Jagd-Forst-Einrichtung Ausruhen geboten". Aber Bauwerk am Wanderweg und für die Jagd ergibt eben Jagdeinrichung mit Rastmöglichkeit für Wanderer. Two in one. Daneben sind die 14 Freiwilligen im Wegebau und Ruhebankbau tätig, entfichten ein Hangquellmoor und lassen kleinere illegale Mountainbikerampen im Wald verschwinden. Verbotsschilder haben ja keine Wirkung.

Ruhebank und Jagdkanzel

 

20/07/17 | Rohrhardsberg, Schwarzwald, BW | 963 Meter ü. M.

Projektwoche 30. 30 Teilnehmer. Familienwoche. Der Campingplatz um die Finstermattenhütte ist voll belegt. Kinder, Mütter, Verschwitzte. Gut, dass die Hütte über ein Privatgewässer verfügt. Mit frischem Zulauf; dort gemessene Temperatur: 11°. Brrrr. Aber gut. Nach dem Entfichten [Auerhahnbiotop] in der Schwarzwaldschwüle genau das Richtige. Aber es scheint sich zu lohnen. Nie war so viel Losung und Gefeder von den Auerhühnern zu sehen. Auch die Zahl der balzenden Hähne hat sich erhöht. Bei so viel wirkungsvoller Arbeit schläft es sich auch besonders gut. Zu gut! Für das morgendliche Wecken um 6 Uhr müssen Sondermaßnahmen [absolute Ausnahme] ergriffen werden. Es hilft nur noch die laufende Motorsäge vor dem Zelteingang. Wirkt!

Privatbadesee

 

17/07/17 | Walchensee, Oberbayern, BY | 908 Meter ü. M.

Projektwoche 29. Still ruht der See beim morgendlichen Frühstück. Auch in diesem Jahr. Wie seit 20 Jahren. Gleich geht's wieder los und aufii - für die Weißtanne und zur Weißtannenpflanzung. Mit der Pflege unterm schützenden Schirm des Altbestandes wird sie gezielt gefördert. Durch den Hochsitzbau werden die begleitenden Jagdbemühungen zum Durchkommen der Tannen ermöglicht. Dank dem Abrechen und Pflege der Wildwiesen wird dem hungrigen Wild auch eine attraktive Alternative zu den jungen Weißtannen geboten. Mit dem Blick auf den See kehrt Zufriedenheit und Ruhe in die Seele ein. Wie immer...

Still ruht der Walchensee

 

07/07/17 | Rohrhardsberg, Schwarzwald, BW | 963 Meter ü. M.

Waldschulwoche 5 [sic!]. Der Schwarzwald ist dunkel und waldreich. Umso wichtiger sind daher die Offenlandbereiche als artenreiches und aufgelichtetes Kulturzeugnis. Das soll auch so bleiben und deshalb ist die Klasse 8 - incl. Lehrpersonal - der Engelbergschule aus dem Remstal nun im Schwarzwald. Mit Säge, Hippe, Gertel und der Knipsi geht es gegen Anflug und für Lichträume. Nebenbei wird noch mancher Wanderpfad und manche Schussschneise freigeschnitten. Schnipp-Schnapp. Prima Werkzeug! Ach ja: auch diese Waldschulwoche wird großzügig mitfinanziert von der Fa. Stihl. Danke!

Offenhaltung am Rohrhardsberg

 

06/07/17 | Fichtelberg, Oberfranken, BY | 653 Meter ü. M.

Waldschulwoche 14. 15 junge Männer zwischen 16 und 25 Jahren. Eine Berufsschulklasse, die Weichen für einen Ausbildungsplatz stellen soll. Herkunftsländer u.a.: Afghanistan, Syrien, Iran. Am Lagerfeuer werden persische Gesänge mit Gitarre begleitet. Rituelles Teetrinken. Der Chef kocht persönlich. Auch der Bürgermeister kommt vorbei. Die Truppe darf umsonst ins Waldschwimmbad. Freigetränk inklusive. Das Forstamt spendiert ein Bierfässchen und Rehsteaks. Deutschland zeigt sich von der besten Seite. Aber "Das haben wir uns verdient...". Denn quasi fast nebenbei: die zusammenwachsende Truppe und der eingewachsene Wildschutzzaun. Der Zaun ist abgebaut & abtransportiert, dann Steigbau und Hochsitz- und Futtergrippenbau undundund...

Der Wildschutzzaun kommt weg

 

30/06/17 | Naturschutzgebiet Lange Rhön, Bayerische Rhön, BY | 834 Meter ü. M.

Projektwoche 27. Abfahrt Lupinenladewagen. Die Lupinen sind mit allen Blättern bodennah abgeschnitten, deren Wurzeln zum Teil ausgegraben. Nun wird die Lupinenmahd gesammelt, abgefahren und zum Trocknen gebracht. Im Anschluss landen diese getrockneten Stickstoffsammler auf Äckern, verwendet als Gründünger. Es ist also vollbracht. Was noch zu tun ist: Exkursion ins Schwarze Moor zu Sonnentau und Karpatenbirkenwäldchen. Alles kindgerecht, da Familienwoche mit ner handvoll Kids. Da wird auch gleich klar für wen diese Landschaftspflegearbeiten gemacht werden. Ist ja schließlich nicht verkehrt, wenn auch jetzt noch fußballverrückte Jungs in späteren Jahren Wachtelkönig, Türkenbund und Rundblättriges Hasenohr zu Gesicht bekommen. In echt, und in der Rhön.

Lupinen auf der Abfahrt mit dem Ladewagen

 

29/06/17 | Hangmoore Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Hunsrück, RP | 428 Meter ü. M.

Projektwoche 25. Immer noch im Moor. Die dritte Woche. Wetterumschwung. Schauer. Gewitter. Passend zur Ehe-für-alle kommt auch schon der Regenbogen über die Panzerstraße. Davor aber: nass werden bis auf die Unterhose. Passiert auch, wer einen unbedachten Schritt in morastigem Gelände macht, einsinkt und das Gleichgewicht verliert. Alles wird ja überall nässer. Ein Stau-Bauwerk nach dem anderen wird gebaut. Dank 20 helfenden Händen. Geht auch immer schneller. Fortschritte mit den Werkzeugen sorgen für Routine. Die Hände passen sich den Werkzeugen an. Drei Wochen im Moor hinterlassen eben überall Spuren.

Regenbogenfarben über Achtelsbach

 

22/06/17 | Hangmoore Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Hunsrück, RP | 428 Meter ü. M.

Projektwoche 24. Noch im Moor. Jetzt mit reichlich Sonne. Bei sengender Hitze: Moorrenaturierung. Die kahlgeschlagene Fläche, auf der das Moor zurückkehren soll, bietet bis 14 Uhr keinerlei Schatten. Dieser wandert vom Waldrand her. Nachmittags. In den Pausen wandern zum Waldrand. Kleine Verschnaufpausen. Pausen von Rammkatze und schweren Hämmern, mit denen die Spundwände in den Boden getrieben werden. So wird das Wasser in den Gräben am abfließen gehindert. An den Körpern der Freiwilligen fließt es ungehindert ab. Zum Glück sind die Wasservorräte stets gut gefüllt. Wie die kleinen und großen Blasen an den Händen. Hopp, weiter geht's!

Erschöpft von Sonne und Moor

 

21/06/17 | Naturschutzgebiet Lange Rhön, Bayerische Rhön, BY | 834 Meter ü. M.

Projektwoche 26. Die Lupinesamen reifen. Eile ist geboten. Vor der Samenreife muss die Lupine gemäht sein. Die Bauern auf der Langen Rhön gehen auf die Fläche. Mit Maschinen. Bei der Trockenheit kein Problem. Die Freiwilligen schwitzen ordentlich und sind entlang der Steinriegel im Einsatz. Wie im Vorjahr. Und dem Vorvorjahr und... Aber da ist ein neues Gefühl. Stehen auf den Flächen nicht schon weniger Lupinen als noch 2016? Alte Schnitte zeigen teils verfaulte Wurzeln der Lupinen. Und ist die Blütenpracht auf den Wiesen heuer nicht vielfältiger und bunter? Weniger Lupinen bedeuten mehr heimische Pflanzen, größere Vielfalt. Hier prangen gelbe Arnika, dort ein Türkenbund, der vorsichtig die Blüten öffnet. Ein Rehbock ruft, die Vögel: unermüdlich. Sonst: Ruhe. Aaaah! Zack. Bremsenalarm.

Bergwiese statt Lupinenwald

 

KEIMRUHE | Kunstpause | Skulptur-Projekte Münster

Zeitgenössische Kunst ist für viele Zeitgenossinnen so sexy wie ein Zahnarztbesuch. Elitär. Unzugänglich. Kuratierte Langeweile. Aber da gibt es auch Münster. Mit dem Fahrrad geht's hier auf Schnitzeljagd durchs Kunstgebiet. Alle 10 Jahre wird die Stadt so zum Park für Kunsterlebnis. Zwanglos. Niederschwellig. Aktuelle Kunst im Outdoor-Museum. Kleingartenkolonien locken, im Hafen ist das Wasser begehbar, die ausrangierte Eishalle ist Grabungsstätte. Künstlerische Vielfalt ohne Zeigefinger, überall "Eintritt frei!" Dabei politisch, humorvoll, hintersinnig. Was machen wir z.B. wenn der Strom ausfällt? Am Stadtrand brennt ein Lagerfreuer. Hier können zumindest die Handies mit dem Grillstecken aufgeladen werden. Damit auch diese Installation wieder fotografiert werden kann. Noch bis 1. Oktober.

Grabungen in der Eishalle Münster

 

14/06/17 | Hangmoore Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Hunsrück, RP | 428 Meter ü. M.

Projektwoche 23. Reparaturarbeiten. Die Natur verschleißt zwar nicht, aber die Moore im Hunsrück sind von Menschenhand geschädigt. Trockengelegt, mit Fichten bestockt, zerschnitten. Die Freiwilligen reparieren also. Wiedergutmachung an den Mooren. Sie initiieren die Wiedervernässung. Gräben werden verschlossen, Gräben werden verfüllt - mit einem Gemisch aus Sägemehl und Rindenmulch. Ohne Verfüllung keine Stauwirkung. Ohne Stauwirkung keine Wiedernässung. Ohne Wiedervernässung kein Torfmooswachstum. Ohne Torfmoose keine Wasserhaltefähigkeit. Ohne Wasserhaltefähigkeit kein Hochwasserschutz. argumentum ad infinitum bzw. alles was gemacht wird hat Wirkungen, um dem ursprünglichen Zustand so nahe wie möglich zu kommen. Reparatur eben.

Der Beginn der Wiedervernässung

 

31/05/17 | Oberhof, Thüringer Wald, TH | 645 Meter ü. M.

Projektwoche 22. Der MDR war da. Der Förster meint: „Ab Minute 17 im Thüringenjournal gibt es eine 30-Sekunden-Sequenz zum BWP.“ Wir hören rein. „...14 Freiwillige aus Deutschland und den USA helfen diese Woche im Forstamt Oberhof aus. Hauptsächlich werden die Wildschutzzäune instand gesetzt. Diese wurden Ende der 90er-Jahre errichtet, um seltene Baumarten wie Weißtanne, Douglasie und Bergahorn zu schützen...“ Stimmt, Bergahorn ist quasi Exotik in der Fichtenwüste Thüringens. Hätten natürlich noch sagen können, dass die Zäune bis zu 40 Jahren stehen müssen, um Schälschäden zu verhindern. Viel zu hohe Wilddichte. Ob's der MDR weiß?

Schutzzauninstandsetzung

 

30/05/17 | Steingaden, Schwangau, BY | 789 Meter ü. M.

Projektwoche 21. Pling. Arbeitspostkarte im Posteingang. "Hier alles bestens, Ankunft bei strahlendem Sonnenschein, durchwuseln durch Touristenströme bei Schloß Neuschwanstein, Fahrt in die einsame Berglandschaft, Ruhe tut gut in unserem 5-Millionen-Sterne-Hotel wie wir in der Nacht entdecken. Gestern dann Jagdschneise frei schneiden, Material für Hochsitz den Berg rauf wuchten, uffff, und nen Jagdsteig instand setzen. Gestern Abend noch ein Badeausflug zum Schwansee und abends Kässpätzle...Da schläft es sich gut. Drück die Daumen, dass keine Gewitter kommen ;-) lieben Gruß aus den Bergen." Im Lagezentrum seither: Daumendrücken.

Jagdsteig instand setzen

 

24/05/17 | Baden-Baden, Nordschwarzwald, BW | 754 Meter ü. M.

Projektwoche 19. Feierabend auf der Terasse der Bernardushütte am Rande des Nationalparks Nordschwarzwald. Die Wiese vor der Hütte beherbergt Orchideen. Also keine Liegewiese. Doch nach gefühlten 20 Hektar geräumter Waldfläche sind auch Helden müde. Die Fläche wird für Lise vorbereitet, das Rückepferd, das hier demnächst Saatrinnen in den Waldboden zieht. Danach werden Tannensamen ausgesät, die den Waldumbau mit Weißtanne weiter voranbringen, als Ergänzung zu den Weißtannenpflanzungen der Vortage. Die dabei verwendeten siebenjährigen Ballenpflanzen wiegen mit Wasser vollgesaugt [lt. Teilnehmeraussagen] bis zu vier Kilo. Diese in die Fläche bringen: macht ebenfalls müde. Aber das war die Vortagsmüdigkeit.

Feierabend

 

23/05/17 | Linderhof, Oberbayerische Alpen, BY | 939 Meter ü. M.

Projektwoche 20. Bergwaldprojekt - der Name verpflichtet. Eineinhalb Stunden Aufstieg zur Arbeitsstelle. Ein Klacks für die Freiwilligen, den rüstigen Rentnern und den jungen Wilden. Hier oben wartet ein Vertikalzaun auf seine Instandsetzung. Liegend taugt er nichts. Er soll den Hang wieder in zwei Teile trennen. Auf der einen Seite darf das Wild Wild sein, auf der anderen Seite heisst es Wald vor Wild. Nur so wird aus der aufwändigen Schutzwaldsanierung auch nachhaltiges Engagement. Ohne Jagdmanagement könnten die Freiwilligen die Terminaltriebe auch gleich in ihre Mittagssuppe schnippeln. Morgen zum Ausgleich quasi Wellnesstag. Null Stunden Zustieg. Wildwiese abrechen und von Steinen befreien. Die Berge sind trotzdem noch da - und von unten auch ganz schön.

Zauninstandsetzung

 

17/05/17 | Baden-Baden, Nordschwarzwald, BW | 756 Meter ü. M.

Projektwoche 18. Immerwieder und immernoch: Waldumbau mit Weißtanne. Auch hier am Rand des Nationalparks Nordschwarzwald - dieser heißt auf Amtsdeutsch Borkenkäferpufferstreifen und besteht bisher hauptsächlich aus Fichten. Nach zwei Tagen sind schon 1.500 Weißtannen im Boden. Von 15 Freiwilligen. Am steilen Felshang. Dank der Ballenpflanzen kommt auch gleich noch reichlich Erde mit ins Pflanzloch. Das macht die Tännchen aber schwerer und die Wege sind lang im Hang. Bäumchenketten werden also gebildet. Schwupp wandern die Tannen den Hang hinauf. Bis kurz vors Pflanzloch. Baum um Baum zum Waldumbau. Immerwieder.

Ballenpflanzenkette

 

11/05/17 | Nationalpark Harz, Harz, NI | 667 Meter ü. M.

Projektwoche 14. Gourmets schälen Spargel, Projektteilnehmer lieber Fichten. Nicht zum Verzehr sondern zur Verkehrsvorbeugung beim Buchdrucker, der unter der Rinde all zu gern seine Rammelkammer anlegt. So flitzen die Schäleisen den Fichtenstämmen entlang [es wird geräppelt], bis die Stämme komplett entrindet sind. Aus dem Abfallprodukt der Bachlaufentfichtung wird Baurohstoff für Jagdkanzeln. Doch ohne Fichten gibt es nun freistehende Bergahorne und Ebereschen. Rasch werden sie einzeln vor Rotwild geschützt. Denn diese im Fichten-Harz extrem seltenen Exemplare sind für Rotwild was der Spargel für den Mensch: willkommene Abwechslung.

Schälen der Fichten

 

10/05/17 | Schliersee, Oberbayern, BY | 878 Meter ü. M.

Projektwoche 15. Frau denkt, ​Männer denken, die Frau des Hirsches sei das Reh und man denkt, Baumschulen befürchten, manche könnten Laub- nicht von Nadelbäumen unterscheiden. Natürlich alles falsche Vorurteile. Kein Vorurteil: nach Schnee folgt auch mal Sonne. Auch in Oberbayern. Schön. So werden die hunderten jungen Fichten, Buchen und Lärchen im künftigen Wieder-Schutzwald nicht in den Schnee gepflanzt. Und ohne Schneeauflage gelingt auch der Steigbau im unbepuderten Steilhang besser. Ach ja: die Farben der Plastikpflanzencontainer stehen für die Größe des Wurzelwerks und die Anzahl der bisheringen Verpflanzungen. Blau ist also älter als rot und Hirschs Frau ist Frau Hirsch.

Farbcodiertes Pflanzgut

 

04/05/17 | Nationalpark Harz, Harz, NI | 659 Meter ü. M.

Projektwoche 12. Blauhelmeinsatz im Harz. Es geht gegen die Fichten. Bedrängte Erlen und Ebereschen müssen freigestellt werden. Links und rechts des Baches. Lautlos, ohne Maschineneinsatz. Erst aber Grundkurs Handholzerei. Dann finale Fällschnitte an den Fichten. Bruchleisten bewundern. Saubere Arbeit. So geht es dem Bach entlang aufwärts. Und das nach einem vorherigen Tag Dauerregen. Und dem Pflanzen von exakt 2714 Rotbuchen an einem steinreichen Steilhang. Im Harz. Und jetzt noch 853 Schwarzerlen dem Bachlauf folgend pflanzen. Die super Wuppertruppe macht das. Spitzen Einsatz. Kein Orden.

Grundkurs Handholzerei

 

02/05/17 | Schliersee, Oberbayern, BY | 878 Meter ü. M.

Projektwoche 14. In Baden-Württemberg wird Frost und Kälte zu einer Naturkatastrophe erklärt (um Winzer und Obstbauern entschädigen zu können). In Oberbayern wird angepackt. Bei Schnee, Regen, Sonne, Schnee und Schnee! Pflanzung Bergwaldzukunftsmischung: Fichte, Tanne, Buche, Lärche. Pflanzen bei Schnee: immer schauen, was unter dem Schnee steckt. Doch die Sonne hat Kraft. Der Schnee ist schnell ade. Steigbau im Steilhang steht noch an. Wie gut, dass die Sonne ihren Job hervorragend und zuverlässig erledigt. 

Liegt Schnee vor der Hütte ist Mai.

 

29/04/17 | Bayrischzell, Oberbayern, BY | 872 Meter ü. M.

Corporate Volunteering-Einsatz mit der Firma Gore. Steigbau und Pflanzung. Schnee ist auch im April nichts Ungewöhnliches. Vor allem, wenn man oberhalb der Schneefallgrenze tätig ist. Ein Teilnehmer fasst zusammen: „GORETEXeu folks volunteering for @bergwaldprojekt in the Alps. Tough conditions, great fun!" Der Projektleiter gerät in's Reimen: „Irgendwann ist leider Schluss - bei Tiefschnee ist 'ne Pflanzung Stuss." Damit Ende eines Intensivst-Einsatzes.

Pflanzen im Neuschnee.

 

27/04/17 | Braunlage, Harz, NI | 694 Meter ü. M.

Projektwoche 11. Taataaaa! Ein Jubiläum! Zum 20. Mal beim Forstamt Braunlage im Einsatz. Und wieder einmal genug Arbeit. Auch wieder einmal eisig kalt. Brrrrrr. Vereinzelt Schneeschauer. Ja mei. Werden eben rasch 1.000 Schwarzerlen zur Waldbachrenaturierung gepflanzt. Hunderte Meter Schutzzaun gebaut und andere abgebaut. 750 Ahorne gepflanzt mit teilweise Einzelschutz. So wird's warm. Dazwischen kurze Krankenhausfahrt mit Armverletzung. Aber auch kein Beinbruch. Daher geht's in der Exkursion noch zum Todesstreifen. Dem Ehemaligen. Dem Sogenannten. Dafür auch kein Tusch. Den gibt's dafür für die geleistete Arbeit. Tataaa!

Das Team der Braunlage-Woche auf dem Berge

 

25/04/17 | Werdohl, Sauerland, NW | 209 Meter ü. M.

Projektwoche 10. Waldumbau. 15 Freiwillige. Schlagkräftige Truppe. Rotbuchenpflanzung im Schutz der von Sturm und Trockenheit gestressten Fichte. Ahorn und Vogelkirsche folgen. „Für mich ist das Bergwaldprojekt eine sehr gute Möglichkeit, aus der Ohnmacht herauszukommen, die man angesichts der vielen Umweltprobleme verspürt“. Sagt's und steht in der Zeitung, der Meinerzhagener Zeitung. Der neben dran pflanzt nach Protokoll. Sagt's und landet im Fernsehen. Es folgt ein kleiner Pflegeeingriff bei den gut entwickelten Eichen von 2014. Wird gemacht und keiner merkt's. Weil Eichen reden nicht mit Journalisten.

Ahorn pflanzen unterm Fichtenschirm

 

19/04/17 | Clausthal-Zellerfeld, Harz, NI | 567 Meter ü. M.

Projektwoche 09. In dieser Woche: 35 Teilnehmer, davon 12 Kinder! Aber April, also auch Schnee. Graupel. Grrrr. Aber es wird gearbeitet. An einer alten Abraumhalde (Bergbau!) und einer ehemaligen Fichtefläche werden Weidenstecklinge gesetzt. Besser: gesteckt. In summa: ca. 2300 Stecklinge, die zuvor selbst geschnitten wurden. Auch: Wildhecke mit weiteren Sträuchern verbreitern, Haselnuss gegen Neophyten pflanzen (sollen das Springkraut verdämmen) und Fledermausstollen nacharbeiten. Und dann: Exkursion mit Sonnenschein. Schön. Zum Diabas, dem Gestein des Jahres. Dieser wird hier im Steinbruch abgebaut. Unter anderem für Gleisschotter und als Mineralgemisch für den Forstwegebau! Zur besseren Befahrung bei Eis und: Schnee.

Schnee auf dem Einsatzbus

 

11/04/17 | Sonneberg, Thüringer Wald, TH | 478 Meter ü. M.

Projektwoche 08. Karwoche. Kurz vor Ostern. Alles spricht von Ostern und Eiern von freilaufenden Hühnern. Käfighaltung geht gar nicht. 18 Freiwillige bringen kleine Weißtannen hinter Gitter. Hinter Drahtgitter. Die Käfighaltung der Pflanzen nennt sich Einzelschutz aus Drahtgitter und Pfählen im Dreieck. Schützt vor Verbiss-, Schlag- und Schälschäden von Konzentratselektierern (Rehe) und Rauhfutterverwertern (Hirsche). Die Weißtannen werden im Voranbau in einem Altbestand im Wald gepflanzt. Dann gegen die Bewohner des Waldes geschützt. Auch ein Bachlauf wird renaturiert. Er darf ungeschützt bleiben.

Drahtgitter und Pfähle für den Einzelschutz der Tannen

 

04/04/17 | Sächsische Schweiz, deutsch-tschechisches Grenzgebiet, SN | 321 Meter ü. M.

Projektwoche 07. In der Grenzbaude [sächs. Fachbegriff für schlichte Unterkunft] sind 15 Freiwillige einquartiert. Die ersten nach der Winterzeit. Rasch wird die Unterkunft bewohnbar gemacht und die Dachrinnen gereinigt. Denn es regnet. Der tägliche Wasserbedarf von 170 Litern kommt aber vom Forsthof in Cunnersdorf. Eine einfache Dusche wird zum Luxuserlebnis. Wichtiger ist eh der Dienst im Namen Caspar David Friedrichs. Namensgeber für einen zuwachsenden Wanderweg. Dank der Freiwilligen Arbeit jetzt: ehemals fast zugewachsener Wanderweg. Im Regen werden Schutzzäune abgebaut. In Regenpausen Aufstiege zu den charakteristischen Felsen instand gestetzt. Kein Wanderer soll wackligen Fußes den Aufstieg bewältigen. Wenn er Glück hat, auch trockenen Fußes.

Neue Trittstufen im Wackeltest

 

25/03/17 | Amrum, Nordfriesische Insel, SH | 4,91 Meter ü. M.

#rebloggoesamrum. Im Klartext: ein Dutzend Blogger des reBLOGS von Otto sind auf die Insel gekommen. greenmeberlin, averyveganlive und stylemom_de und andere digital natives pflanzen Buchen. Aber nur nebenbei. Kommunizieren ist wichtiger. Zuhören, was die Bergwaldprojektler von Wald und Welt wissen und erzählen. Knipsen, twittern, hashtaggen, instagramieren, multiplizieren, schreiben: „What a day Got out into nature, grabbed a spade & planted trees w/ amazing people @bergwaldprojekt“. So widerschallts in den sozialen Netzwerken und den angeschlossenen Blogs der Blogger. Wie immer, wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen und sich respektieren: fruchtbar für beide Seiten.

Erklärförster im Inseleinsatz

 

24/03/17 | Adamswalde, Mecklenburgische Seenplatte, BB | 59 Meter ü. M.

Projektwoche 05. Überall wimmelt es zur Vorfrühlingszeit. Erdkröten, Feldmaikäfer, Goldgrubenlaufkäfer, Blindschleichen. Vorsicht ist angesagt, wenn die Wiedehopfhaue in die Erde schiesst. Pflanzloch um Pflanzloch wird gegraben. 4.300 Traubeneichen kommen in die feuchte Erde. In einem alten Kiefernbestand werden sie die neue Waldgeneration. Nebenbei wird noch ein Wildschutzzaun angefangen. Wumms! Die Rammkatze rammt die Eichenpfosten in den Boden. Achtung! Wumms. Noch bisschen tiefer. Nächste Woche wird er fertig werden. Die Pflanzung ist dann geschützt. Kein Durchkommen mehr. Außer man ist eine Schleiche...

Junger Baum mit altem Laub.

 

22/03/17 | Amrum, Nordfriesische Insel, SH | 4,89 Meter ü. M.

Waldschulwoche 01. Herkunftsland Syrien, Algerien, Gambia... jetzt: Amrum. 13 Schülerinnen und Schüler einer Freiburger VABO-Klasse (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse!) entdecken eine Nordseeinsel. Geflohen vor Krieg und Perspektivlosigkeit pflegen sie nun alte Pflanzungen, pflanzen Buchen und Ahorn. Musik und Gesang auf der Arbeitsfläche. Arbeitssprache Hand-Fuß-Englisch-Deutsch. Tolle Stimmung. Toller Einsatz. Tolle Erschöpfung.

Müdigkeit in der Pflanzpause

 

16/03/17 | Würzburg, im Keller, BY | 4,80 Meter u. T.

Doityourself No. 63. Die Tourbusse sind wochenlang unterwegs. In der ersten Woche hat es geregnet. Das nasse Mannschaftszelt ist gut verstaut. Leider. Denn jeder kennt das: nasses Zelt eingepackt, igitt beim Auspacken. Im Keller unter dem Lagezentrum wurde deshalb seit Tagen gewerkelt. Nun ein großes Hurra. Sie ist fertig. Es gibt nun eine Zelttrocknungsanlage im Keller. Locker belastbar bis zum Lebendgewicht eines Geschäftsführers. Jetzt: warten auf die ersten nassen Zelte.

An der Leine hängt was trocknen muss.

 

14/03/17 | Amrum, Nordfriesische Insel, SH | 4,92 Meter ü. M.

Projektwoche 03. Weshalb sind grelle Farben auch auf Amrum sinnvoll? Um die vielen Kaninchen zu erschrecken? Nein, um die anderen Freiwilligen auch in 10 Meter Entfernung noch zu erkennen. Wer mit Schweizer Gertel und Astschere bewaffnet ist, soll auch wissen, wo die anderen sind. Ansonsten: Brombeeren und stinkende Spätblühende Traubenkirschen entfernen. Weil: gedeihen leider üppig und Wald der vergangenen Pflanzungen braucht für die kommende Vegetationsperiode Luft und Licht. Mühsam, aber notwendig. Derweil auch neue Pflanzungen. Waldumbau: 3000 Buchen, Ahorn, Tannen und Eichen werden unter Schwarzkiefern gepflanzt. Frisch geplanzt sind sie gut zu erkennen.

Hinter diesem Gestrüpp arbeiten Freiwillige.

 

KEIMRUHE | Kunstpause | Ausstellung: Unter freiem Himmel

Gibt es etwas öderes als Landschaftsmalerei? Wie deren Attraktivität steigern? Karlsruhe machts vor. In 53 Variationen gibt es das Genre nun in der Karlsruher Kunsthalle zu sehen - nebst in Auftrag gegebenen Bildergeschichten. Landschaftsbilder von 53 Malern aus sechs Jahrhunderten, bereichert mit Texten von 53 SchriftstellerInnen aus der Jetztzeit. Waldbilder. Urwüchsiger Wald. Hutewälder. Bergwälder. Mit den literarischen Gedanken auf den Ohren werden die Bilder zu einem doppelten Zeitzeugnis. Historische Bilder mit aktuellen Kommentaren. Es wandert der Blick auf das Bild und auf längst vergangene, historische Waldformen. Und urplötzlich vor einem Bild von Max Ernst erklärt Marlene Streeruwitz: "Der Wald steht nicht mehr als Landschaft zur Verfügung!" Uff. Noch bis 27. August.

Franz Marc, Nebel zwischen den Tannen, 1905 © Staatliche Kunsthalle Karlsruhe/ bpk

 

05.03.2017 | Burg Ludwigstein, Dreiländereck Hessen–Niedersachsen–Thüringen, HE | 236 Meter ü. M.

"Der Mensch ist verschieden, darin gleicht er sich vielleicht am meisten." Das gilt auch für Projektwochen. Deshalb einmal jährlich: Teamtreffen. Schauen, wie sich Projektwochen und die hochaktiven Menschen des Bergwaldprojekts gleichen und doch verschieden sind und sein werden. Mittels Exkursion im HessenForst, an den Ort, an dem viele der Stiele der Eise am Stiele herkommen. Und dem Ersthelfertraining mit den Johannitern. Und einem wachrüttelnden Vortrag von Prof. Uta Steinhardt, der die Wertschätzung des Bodens fördert. Eine Menge Input durch Austausch - auch zu Entsorgungsproblemen in Forstküchen und Busschiebetüröffnungsweisen bei Hanglage. Aber alle Probleme lassen sich lösen. Dank der unterscheidlichen Talente im Einsatz für die gleiche Idee: AUFBÄUMEN2017.

Wiederbelebungsübungen

 

KEIMRUHE | Buchpause | Johann Brandstetter & Josef H. Reichholf: Symbiosen

Schweine finden Trüffel, sind also Trüffelschweine. Da Trüffel unter der Erde wachsen, müssen sie gefunden werden, um sich zu verbreiten. Die Trüffel lässt Duftstoffe entweichen, Sexualduftsoftte, die Schweine anlocken. Diese buddeln, fressen und verbreiten die Sporen an ihrer Nase. Eines von 30 Beispielen für Symbiosen aus der Natur in diesem neuen Reichholf-Buch. Allen gemeinsam: Es müssen Vorteile gegeben sein, für alle Beteiligten. Denn niemand ist eine Insel. Aber: „Einseitigkeit führt in den Parasitismus. Wir erleben dies gerade in Teilen der modernen Landwirtschaft, die Natur, Böden und Gewässer ausbeuterisch übernutzt und gleichzeitig die Gesellschaft ausnutzt, von der sie mit riesigen Subventionszahlungen erhalten wird.“ Ein gehaltvolles Buch, anekdotisch und gespickt mit klugen Worten, auch zum Verständnis der Jäger „Die Jäger entscheiden, welche größeren Tiere in welchen Häufigkeiten oder überhaupt vorkommen dürfen.“ Nahrung für die Leser, Honorar für die Macher. Prima Symbiose.

Beispielseite aus Symbiosen © Johann Brandstetter

 

09/02/17 | Hainberg, Stadtrand von Nürnberg, BY | 314 Meter ü. M.

Projektwoche 02. Die einen kämpfen gegen den Stockausschlag, die anderen mit Bauernregeln. Während 17 Freiwillige für das Nationale Naturerbe im Einsatz sind, versucht das Lagezentrum in den sozialen Medien Interesse für die Waldwende zu wecken. Mit Neuen Wald-Bauernregeln: Wenn im Wald die Säge schweigt, die Artenvielfalt tierisch steigt. Das Rauschen im Netz ist auf der Fäche nicht zu vernehmen. Dort gefährden die Wurzelbrut der Robinie und ihre Ausschläge die heute seltene, vorindustrielle Kulturlandschaft des Sandmagerrasens. Aber mit Tatkraft und Werkzeug naht Hilfe. Abgeschnitten und als Wallhecke aufgebaut, schützen die stacheligen Triebe die Lebensgemeinschaft um Sandgrasnelke, Ödlandschnecke und Heidelerche. Vor allzu viel Besucherinteresse.

Schnittgut wird zur Wallhecke.

 

01/02/17 | Hainberg, Stadtrand von Nürnberg, BY | 314 Meter ü. M.

Projektwoche 01. Endlich draussen an der Arbeit. Zum Saisonauftakt wieder auf der Naturerbefläche Hainberg. Und gleich das Fernsehen mit dabei. Medienmenschen wollen wissen, weshalb die Freiwilligen in ihrer Freizeit nicht lieber auf dem Sofa oder den Malediven liegen. Tsssss. Bei frostigen Temperaturen freut sich Mensch über die ersten Sonnenstrahlen. Das ist mentale Südsee. Statt Sandburgen am Strand bauen die Freiwilligen lieber Zäune mit Eicheneckpfosten. Weil Rehe und Offenlandhaltungsbeweidungsschafe draussen bleiben sollen, wenn im Kiefernaltbestand Buchen geplanzt werden. Gebietsfremde Arten wie Spätblühende Traubenkirschen und Robinien werden entfernt. Das fördert die heimischen Arten statt mit Fernurlaub exotische Naturlandschaften zu zerstören. Und schon jetzt klar: Bergwaldprojekt ist auch 2017 wieder Freude am gemeinsamen Tun!

Der Rundfunk hat Fragen an Freiwillige

 

23/01/17 | Auf den Sofas, Allüberall, BRD | 0,5 Meter ü. B.

Vorbereitungstage. Anmeldungen für die Projektwochen werden verarbeitet. Drinnen wird geplant, was draussen passieren soll. Fahrtrouten für die Einsatzfahrzeuge werden gefunden. Lücken in der Küchenbesetzung geschlossen. Waldferne treibt die Menschen vor die Empfangsgeräte. Dort diskutieren Fernsehexperten über den Wald und die Grenzen des Naturschutzes in Deutschland. In vorbestimmten Zeitintervallen: Rede und Gegenrede mit erhobenem Zeigefinger. Jeder weiß es besser, jeder war auch schon mal im Wald. Sehnsucht entsteht nach Ruhe, nach selber Erleben, nach eigener Zeitrechnung. Die ersten Projektwochen stehen vor der Tür. Die Empfangsgeräte dürfen wieder verstummen.

 

21/12/16 | Würzburg, Unterfranken, BY | 176 Meter ü. M.

Winterpause. Kurze Tage, lange Nächte. Das Jahr geht dem Ende entgegen. Die Einsatzfahrzeuge stehen auf den Winterparkplätzen in Würzburger Halbhöhenlage. Alle Werkzeuge sind im Lager, sind sauber. Die nächste Projektsaison ist geplant. Die ersten 417 Anmeldungen für den 2017er Jahrgang sind frisch verarbeitet. Alle Shop-Bestellungen liegen im Postausgang. Das Team im Lagezentrum in der Veitshöchheimer Straße ist müde. Darf nun müde sein. Wieder Kräfte sammeln, träumen, zufrieden sein. Einer singt noch leise: „Ein Orden für die Ausdauer, ein Schulterklopfen für's Dabeisein, ein Taschenmesser zu Weihnachten und danke, dass Du bleibst wie du bist..." Gut, wenn man weiß wie es sein muss.

Team Winterruhe

 

30/11/16 | Hessisch Lichtenau, Ostnordhessen, HE | 387 Meter ü. M.

Teamwoche. Eben noch gefeiert als Baum des Jahres 2017, geht es der Fichte hier schon wieder an den Kragen. Wie gut, dass die Außentemperatur bei -7° liegt. So wärmt das Verfeuern der Fichten vor Ort die kalten Glieder der GruppenleiterInnen und ProjektleiterInnen, die sich zum Arbeitsjahrende nochmals zum gemeinsamen Arbeiten treffen. Im Moor. Und im Moorbirkenwald hat die Fichte nichts verloren. Auch als Wasserkonkurrenz ist sie unerwünscht. So wird ihr mit allem verfügbaren Schnittzeug - von der Rosenschere bis zur Motorsäge - von den 17 hippen Kadermitgliedern zu Stamme gerückt. Anschließendes Abfackeln immer im Sinn. Warme Gedanken alleine helfen eben nicht.

Fichten wärem in Hessisch Lichtenau

 

25/11/16 | Marktheidenfeld, Spessart, BY | 158 Meter ü. M.

Projektwoche 77. Es wird kalt im Wald. Das freut Flattertierchen wie den kleinen Frostspanner (Operophtera brumata), der bei Frost sexuell aktiv wird und zu Dutzenden in der Tiefe der Nacht gegen die Fenster der Unterkunft fliegt. Aber auch die Freiwilligen werden aktiv und arbeiten im tiefen Wald. Das macht warm. Rasch werden 3.500 Rotbuchen im Voranbau unter einem überalterten instabilen Mischbestand aus Eiche und Kiefer gepflanzt. Zudem noch hunderte Meter Wildschutzzaun abgebaut, da mittlerweile überflüssig. Bäume wachsen ja. Um zu sehen, was Schönes aus den Bäumen wird, geht's noch flugs in ein Furnierwerk zur Betriebsbesichtigung. Macht alles staunen und müde. Bald gehen die Freiwilligen nun in die Winterruhe und werden außerhalb des Waldes aktiv.

Im Spessart gehen Blick und Bäume gen Himmel

 

24/11/16 | Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nordhessen, HE | 509 Meter ü. M.

Projektwoche 78. Der Kellerwald ist Teil des Erbes der Menschheit, gehört zum deutschen UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder. Damit ist ein Auftrag der Freiwilligen klar: Einsatz für den bodensauren Rotbuchenwald. Also wiedermal Spätblühende Traubenkirsche und Robinie zurückdrängen und Bäume fällen. Denn für den Standort nicht typisch: Douglasien. Also fällen. Aber ohne Motorsäge sondern von Hand mit der Säge. Deren Namen wechselt ständig: Zweifrauzugsäge, Zweimannzugsäge, Zweihandzugsäge. Ausschau nach Telefonleitungen. Keine da. Helm auf. Los geht's. Fällschnitt, Bruchleiste, Fällkerbe. Alles im Blick. Sägen, Schwitzen, Wumms und Wow. Das war's. Stolz sein. Ganz Mensch. Ganz traditionell. Auch so ein Menschheitserbe. Noch ohne UNESCO-Zertifikat.

Holzhauer vor gefällter Douglasie im Kellerwald

 

18/11/16 | Partenstein, Spessart, BY | 194 Meter ü. M.

Projektwoche 76. Ist die Arbeit getan, darf der Blick nochmals schweifen. Erst zurück: 15 Freiwillige haben 4000 Buchenwildlinge gewonnen und unter aufgelichtete Fichten-Althölzer gepflanzt. Im Partensteiner Gemeindewald. Macht einen halben Hektar Waldumbau. Dazu noch knapp einen halben Kilometer nutzlos gewordener Wildzaun abgebaut und aus dem Wald entfernt. Und ja: Schnapsprobe incl. Dinkelwhisky aus dem Eichenfass. Nun wandert der Blick aber nach vorne: Exkursion. Freitag, November-Schmuddelwetter. Es geht hin zu den größten und ältesten Spessarteichen. Gibt ein Gefühl von Ewigkeit und Geworfenheit. Mit und durch die Arbeit. Für die Zukunft.

Drei Menschen umarmen eine Spessarteiche

 

Keimruhe | Buchpause | Wolfgang Veeser: Pfrunger-Burgweiler Ried. Impressionen einer Moorlandschaft

Das ganze Jahr werden ständig Moore wiedervernässt. Für eine feuchte Zukunft. Für pflanzliche und tierische Freunde der Feuchtgebiete. Doch wie wird es dort aussehen in 15 oder 20 Jahren? Das Pfrunger-Burgweiler Ried in Oberschwaben ist schon recht weit in diesem Prozess. Seit vier Jahren findet sich dort auch der größte Bannwald Baden-Württembergs. Ein prächtiger Bildband zeigt stimmungsvoll Fauna und Flora des Riedes. Schönes gibt es. Ergänzt wird der Band durch ein längeres Vorwort von Arnold Stadler. Er lobt, dass er auf den Bildern „keine spaßzeitalterkonformen Outdooraktivisten und Hightech-Fahrräder und hechelnde Visagen von solchen“ sieht. Das stimmt. Die haben im Moor nichts verloren. Der Mensch fehlt also auf diesen Bildern. Es gib nur schöne Natur. Quasi ein Jetztblick in die wunderbare Zukunft. Sehr zur Freude der Mooraktivisten.

Wolfgang Veeser. Aus dem besprochenen Bildband: Pfrunger-Burgweiler Ried. Impressionen einer Moorlandschaft

 

11/11/16 | Gemünden am Main, Spessart, BY | 169 Meter ü. M.

Projektwoche 75. Wird die Saat denn aufgehen? Sie sollen mindestens die nächsten 200 Jahre hier stehen. Dann schreiben wir das Jahr 2216 und unsere Nachfahren sind im Raumschiff Rentnerpreis in entfernten Galaxien unterwegs. Stop! Zurück in die Spessart-Galaxie. 15 Freiwillige sind hier im spätherbstlichen Laubwald zu Gange. Pflanzen Buchen unter Fichten, bauen einen Zaun für Tannen und sammeln Eicheln. Von uralten Eichen. Dann wird gesät: Die Eicheln für die zukünftigen 200jährigen Spessarteichen
. Und wer sät, darf auch ernten. Für Eichenholz, in denen der Bioschnapsbrenner mit fränkischem alten Wissen Schnaps reifen lässt. Viele Jahre lang. Die Freiwilligen sind schon abends bei der Schnapsprobe. Erdet.

Beim Eicheln säen für Spessarteichen

 

10/11/16 | Amrum, Nordfriesische Insel, SH | 4,88 Meter ü. M.

Projektwoche 73. Frost auf Amrum. Kein Schwimmen in der Nordsee. Die Schaltungen am Fahrrad sind eingefroren. Egal. Amrum ist ja ziemlich eben. Stielhippe, Gertel, Handsäge, Astschere: Die Werkzeuge gegen Brombeerstacheln und Spätblühende Traubenkirschen. Also weg damit! Für Licht. Für neuen Wald. Für Linde, Bergahorn, Rotbuche und Stieleiche. Für Naturverjüngung. Für Moorbirke und Eberesche. Für Waldumbau. Für Zukunft. Amrum, der Kampf geht weiter!

Jungwuchspflege auf Amrum

 

09/11/16 | Hinterweidenthal, Pfälzer Wald, RP | 248 Meter ü. M.

Projektwoche 74. Es geht dem Winter entgegen. Auch hier in Rufweite der französischen Vogesen. Bei Schneeregen draußen arbeitend, wünscht sich das Dutzend Freiwilliger schon mal kurz vor den warmen Holzofen der Unterkunft. Doch es müssen Wildlinge gewonnen werden. Es werden 13.000 Rotbuchen. Die wollen wieder gepflanzt werden. Gleich mal 4.000 davon. In die Kernzone des Biospährenreservats Pfälzer Wald. Anstelle der sich dort ausbreitenden Douglasien, die als fremdländische Baumart zunächst entfernt werden. Laub statt Nadel. Plötzlich bricht die Novembersonne durch. Schnell ein Sonnenbad. Ist ja auch eine Art warmer Ofen.

Novembersonnetankende Freiwillige im Pfälzer Wald

 

03/11/16 | Cuxhaven, Nordseeküste, NI | 16 Meter ü. M.

Projektwoche 71. Wer träumt nicht davon? Von einem wunderbaren Arbeitsplatz direkt am Meer. Für 14 Freiwilige vom Sekretär bis zur Psychologin ist derzeit der Traum war. Es werden Traubenkirschen bekämpft, genauer gesagt: geringelt. Um Platz zu schaffen für den Waldumbau. Der Saftstrom wird dabei unterbrochen, die Rinde ringförmig entfernt. Mit der Ringelung sterben die Traubenkirschen ab - ohne dass künftige Projekte den unerwünschten Stockausschlag wieder bekämpfen. So die Hoffnung. Damit sollen die hübschen Eichenkrattwälder, eine Art Eichenniederwald, der Küstenheide wieder voll zur Geltung kommen. Nebenbei wird noch an der Moorwiedervernässung weitergearbeitet. Gräben werden wasserdicht gemacht. Um den Traumarbeitsplatz auch noch kulinarisch abzurunden: Der Projektleiter der Vorwoche hat noch Wild erlegt. Wird traumhaft zubereitet.

Geringelte Traubenkirschen im Eichenkrattwald

 

02/11/16 | Amrum, Nordfriesische Insel, SH | 4,89 Meter ü. M.

Projektwoche 72. Gut zwei Dutzend Freiwillige sind wieder auf der Insel. Durchwachsenes Novemberwetter mit Regen und Sonne in regem Wechsel. Und erster Frost. Beim morgendlichen Radfahren zur Arbeit schon spürbar. Der Leuchtturm weist den Weg zur Arbeit. Dann mit Gertel und Astschere gegen schnell aufwachsende Brombeeren und Traubenkirsche in den Kulturen der letzten Jahre. Denn die Pflanzungen vor fünf Jahre wollen noch unterstützt sein im Kampf um Licht und Zukunft. Diesmal aber letztmalig. Später dann noch neue Pflanzungen. Die Insel bietet noch viel Arbeit im Waldumbau. Und damit Gründe zur Wiederkehr.

Der Leuchtturm weist den Weg zur Arbeitsfläche.

 

10/11/16 | Altenberg, Osterzgebirge, SN | 758 Meter ü. M.

Projektwoche 69. Majestätisch und äugend läuft der Rothirsch über das Gelände. Sein Gelände. Sich wundernd, was mit den historischen Lesesteinwällen, genannt Steinrücken, in seinem Revier geschieht. 22 Freiwilligen liegen diese für die Gegend typischen Landschaftselemente am Herzen. Über Jahrhunderte sammelten Bauern die Steine aus ihren Äckern, schichteten so flächige Steinwällen auf. Zur Freude mancher Kreuzotter und seltener Flechtenart. Doch ohne Brennholznutzung überwucherten und verbuschten die Wälle. Die Freiwilligen stellen nun frei, fällen, entnehmen Humus, setzen Steine wieder auf. Und zack sieht es wieder aus wie frisch aufgeschichtet im Jahr 1870. Bis auf die Menschen in der bunten Funktionskleidung.

Historische Steinrücken werden wiederbelebt.

 

KEIMRUHE | Kunstpause | Holzschnitte von Lianna Lukimto

Welche künstlerische Ausdrucksform passt am besten zum Bergwaldprojekt? Nein, nicht der Ausdruckstanz. Auch nicht der SW-Film. Es ist der Holzschnitt. Ein Hochdruckverfahren. Ganz und gar analog. Zuerst wird die Vorlage geschnitzt, in weiches Holz. Lindenholz. "Ich liebe die warme Oberfläche des Holzes", schwärmt die Künstlerin, die in Indonesien geboren ist und sich die Holzschnitttechnik autodidaktisch angeeignet hat. Die Naturdruckfarben sind selbst hergestellt, das Papier ist säurefreies Büttenpapier. Und das Sujet? "Bäume faszinieren mich, weil sie mir trotz der wechselnden Jahreszeiten sehr beständig erscheinen und stoische Ruhe austrahlen." Die stoische Ruhe wird künftig auf die Mitarbeiter des Bergwaldprojekts wirken, denn vier Holzschnitte von Lukimto wirken nun in unseren Büroräumen. Als "Unsere Schnittchen" zärtlich wahrgenommen.

Ein Holzschnitt eines Weidenbaumes auf Büttenpapier.

 

28/10/16 | Cuxhaven, Nordseeküste, NI | 16 Meter ü. M.

Projektwoche 70. „ Finde den Widerspruch: Bergwaldprojekt Küstenheide“ twittert User @EDVKessler. Acht Freiwillige sind derweil in der Küstenheide als soziales Moornetzwerk aktiv. Mit dem Rad auf sandigem Weg unterwegs zur Arbeitsstelle, einer Naturerbefläche mit 1200 ha Fläche. Ziel hier: Erhalt und Wiederherstellung der Moore zum Hochwasserschutz und als CO2-Speicher. Konkret: Die Acht verschließen den Entwässerungsgraben. Verbauen 15 achtzentimeterstarke Bohlen. Nachdem im Wasser bis auf den Grabengrund gegraben wurde. Im Wasser. Es gibt aber eine Pumpe. Es ist nass. Der Nachrichtenticker im Lagezentrum währenddessen: 23 Flächen mit 9000 Hektar zum Nationalen Kulturerbe hinzugekommen. Wer wird diese pflegen? @EDVKessler: Komm, mach mit!

8cm-starke Bohlen verschließen den Entwässerungsgraben

 

21/10/16 |  Arche Warder, mitten zwischen Nord- und Ostsee, SH | 27 Meter ü. M.

Projektwoche 67. Zwischen Poitou-Esel und Wollschwein heisst es Abschiednehmen. Abschied von Prunus serotina, der Spätblühenden Traubenkirsche. Diese Pflanze zählt zu den Klassikern unter den Neophyten. Und als problematisch und invasiv. Auch ihr Standort im Tierpark Arche Warder ist problematisch. Also wird sie von den Freiwilligen im Regen beseitigt und gehäckselt. Der Ort ist schießlich Hort bedrohter und seltener Nutztierrassen, also nur Heimat standortsheimischer Arten. Wie zum Beispiel Knickgehölze. Die werden hier auch noch gepflanzt. Denn Knickgehölze sind immer standortsheimisch und bilden im Plural zusammen den Knick, ein hier standortsheimisches Wort für Hecke auf Wall und als kulturlandschaftsprägendes Element auf jeden Fall auch schützenswert.

Freiwillige freiwillig eine Traubenkirsche hinter sich herziehend.

 

19/10/16 |  Euskirchen, Eifel, NW | 455 Meter ü. M.

Projektwoche 66. Wenn die Eifel aussieht wie die Toscana liegt es am zypressenähnlichen Wacholder. Und daran, dass er nicht im dichten Wacholderwald steht. Sondern locker über die Heide gestreut vor sich hin wachsen darf. Damit dies so bleibt, lichten die bunten trockenliebenden Freiwilligen [der gelbe Friesennerz kommt mehr und mehr aus der Mode] bei nicht-Toscana-typischem Wetter den Wacholderhang-Standort stark aus. Davor schon Bach renaturieren, Zäune und ein Bienenhaus abbauen und eine illegale Teichanlage rückbauen. Mal wieder: Viel Arbeit mit Pausen bei Regen ohne Pause. Und dabei immer am ungenehmsten: nasse Arbeitshandschuhe. Riechen leider meist auch nicht nach Toscana.

Freiwilligengruppenbild am Wacholderhang

 

14/10/16 | | Hinter der Roten Lache, Nordschwarzwald, BW | 690 Meter ü. M.

Projektwoche 65. Güldener Oktober. Die letzte von gut einem Dutzend Schwarzwaldprojektwochen. Auch im Murgtal gilt: Und täglich grüßt der Auerhahn. Denn auch hier wird wieder unverdrossen des Vogels Biotop gepflegt. Das Verhältnis zwischen geeignetem Biotop und Auerwild ist sicher umgekehrt proportional zum Pflegeschlüssel der Seniorenheime in Bordurien. Zudem wird die Weißtanne kräftig gegen Verbiss geschützt. Getüpfelt. Man muss beim Bauen auch ans Abreißen denken, denken sich die Freiwilligen und sammeln die nun eben doch nicht verrottenden Plastik-Tubex-Röhren und Drahthosen ein. Vor vielen Jahren eingesetzt, um vor Verbiss und Fegen zu schützen. Merke: Tüpfeln erspart spätere Arbeit.

Landschaftspflege im Murgtal

 

13/10/16 |  Prora, Ostsee, MV | 2,79 Meter ü. M.

Projektwoche 59. Nicht alles wird immer in einer Woche fertig. Vor allem wenn immer mehrere Arbeitsplätze während einer Woche angesteuert werden. [Der Abwechslung wegen] So wird in der zweiten Projektwoche eben vollendet, was in der ersten Projektwoche begonnen. Hier noch der Rest des Erlenstreifens zwischen den orchideenreichen Wiesen, da nochmals ein paar Hektar Feuersteinfelder. So lernen die Freiwilligen unterschiedliche Arbeitsplätze kennen. Anders der Koch. Der freut sich auch mal, wenn er zwei Wochen am Stück in der selben Küchenumgebung wirken darf.

Landschaft ohne Bäume mit Blick auf See.

 

07/10/16 |  Diepholzer Moorniederung, Norddeutsches Tiefland, NI | 41 Meter ü. M.

Nichts regt sich um ihn her, nur Schwärme
Von Kranichen begleiten ihn,
Die fernhin nach des Südens Wärme
In graulichtem Geschwader ziehn.

                                                        aus: Schillers Fritz: Die Kraniche des Ibykus

Projektwoche 64. Die Kraniche fliegen. Und darunter trifft Intensivlandwirtschaft auf Intensivnaturschutz - zehntausende Hektar Moor umgeben von Energiemais, soweit das Auge reicht. Das ist die Diepholzer Moorniederung. Ohne Bewuchs verdunstet weniger Wasser. Also beseitigen 20 Freiwillige den Anflug und Aufwuchs von Birke und Kiefer auf mehr als 10 Hektar Fläche, entkusseln mit Rosenschere und Astsäge und sind teilweilse auf Schneeschuhen unterwegs. Nicht wegen weißer Witterung sondern wegen des Schwingrasens, dessen Tragfähigkeit nicht unbedingt ausgetestet werden will. Auch nicht unter "Kranichen dort oben" und "auf fremden Boden, unbeweint".

Moorniederung bei Sonnenuntergang

 

06/10/16 |  Prora, Ostsee, MV | 2,79 Meter ü. M.

Projektwoche 58. Ein Seeadler kreist im Wind. Kranichflugzeit mit lautem Gruh-Gruh, den sturmischen Wind nutzend. Die Freiwilligen strampeln mit oder gegen den Wind auf ihren Rädern die täglichen 12 km zur Arbeitsfläche. Der Schönheit einer Pflanze wegen. Liparis loeselii heißt die Schönheit und wurde 1994 bereits zur Orchidee des Jahres gewählt, um auf ihre Schutzwürdigkeit hinzuweisen. Wiesen werden gemäht. Der trennende Erlenstreifen zwischen den Sumpf-Glanzkraut-Vorkommen zurückgeschnitten. Der Holzschnitt kommt zur Verwertung in die Hackschnitzelanlagen, das Mähgut wird zum Ansamen auf andere Flächen verbracht, die Freiwilligen radeln in die Unterkunft. Die berühmten Feuersteinfelder warten am nächsten Tag auf ihre jährliche Pflege. Auch der Schönheit wegen.

Blick auf die Ostsee. Davor das Orchideenmeer. Mit Grünzunge.

Blick auf die Ostsee. Davor das Orchideenmeer. Mit geschrumpfter Grünzunge.

 

05/10/16 | Lechtal, Oberbayern, BY | 579 Meter ü. M.

Projektwoche 60. Am Lech sind die Sensenfrauen im Einsatz. Landschaftspflege. Wiesen werden gemäht. Gut für seltene Orchideen, die hier wachsen. Manche denken immer noch, es gibt Frauen- und Männerarbeiten. „Scharfe Werkzeuge für Frauen nur in der Küche!“ [gähn...] Die Erfahrung lehrt: höchste Unfallgefahr herrscht stets wenn Männer mit Käsemessern in der Frühstückspause hantieren, aber nicht wenn Frauen Sensen führen.

Eine Freiwillige führt eine Sense zur Wiesenmahd.

 

04/10/16 | Eibenstock, Erzgebirge, SN | 652 Meter ü. M.

Projektwoche 62. Kleines Rätsel: Was haben Horn- und Geweihträger mit uns Menschen gemeinsam? Richtig. Das Haar in der Suppe. Denn wir mögen es beide nicht, wenn wir Haariges beim Essen im Mund haben. So ist das Schaf wichtiger Rohstofflieferant im Verbissschutzsektor. Nach der Tannenoffensive mit 2.500 frisch gepflanzten Weißtannen schützt die Wollmütze am Terminaltrieb aus bester Schafwolle gegen Kopflosigkeit, also Verbiss. Und für beste Anwuchsbedingungen sorgt zudem auch der beständige Regen. Beste Pflanzqualität ist bei den Freiwilligen eh klar. Also alles gerichtet für einen künftigen stabilen Bergmischwald statt Fichtenmonotonie im Erzgebirge.

Junge Tannen sind mit Schafswolle am Terminaltrieb geschützt.

 

KEIMRUHE | Buchpause | Fabian Scheidler, Das Ende der Megamaschine: Geschichte einer scheiternden Zivilisation

Wer im Geschichtsunterricht jahrelang nur körperlich anwesend war, braucht nun nur noch dieses eine Buch zu lesen, um die gesamte Menschheitsgeschichte verstehend und einordnend zu durchschreiten. Leider ist unsere Zivilisationsgeschichte keine freudvolle Erzählung. Die Menschen, in Klassen anhand der Besitzverhältnisse eingeteilt und von Ideologien eingenebelt, huschen als passive Schicksalsgestalten zum Wohle der Kapitalakkumulation, also der alles vereinnahmenden Megamaschine, durch die Jahrtausende. Die Menschheit als Opfer der Megamaschine, der sich alles unterordnet oder darunter umkommt. Oder gibt es Auswege? Hoffnung? Alternativen? Die sind zu erfahren im Waldsalon, der Kuschellounge am Rande des Lagezentrums. Vom Autoren Fabian Scheidler selbst, am 4. November hier in Würzburg.

Buchcover des Megabuchs Megamaschine

 

29/09/16 | Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nordhessen, HE | 501 Meter ü. M.

Projektwoche 55. 100 Prozent Wald will niemand. Weder der Naturschützer noch der Ästhet. Und sind die wirkmächtigsten Bäume nicht die Solitärbäume, die nicht nur dem Himmel sondern auch den Himmelsrichtungen entgegen wachsen können? Will das menschliche Auge nicht eher das Runde statt dem Langen? Egal, denn Biodiversität ist die Motivation. Tagfalter wollen Offenland und kein Drinnenwald. Anlass für die 20 Freiwilligen, um an Heiden und Weiden kosmetische Eingriffe an Gehölzen und Grasnarben vorzunehmen. Um das Offenland offen zu halten, werden also Gehölze entfernt und kreisrunde Flächen mit Spaten und Hauen in die Grasnarben gezeugt - durch Entfernen der Grasplatten. Für nährstoffarme Heideflächen, die dann von Schafen statt Freiwilligen gepflegt werden.

Freiwillige beim Anlegen von Graskreisen.

 

28/09/16 | Peenemünde, In der Ostsee, MV | 2 Meter ü. M.

Projektwoche 56. Aktuelle Hochburg der AfD, mythenumrankte Abschussbasis einer Naziwunderwaffe und Schlachtfeld im Dreißigjährigen Krieg. Für die Einen ist das hier das Ende der Welt, für Andere ein Hotspot deutscher Geschichte. Für das Bergwaldprojekt aber Einsatzort auf einer Naturerbefläche. Denn dank dem Ende der Welt gibt es hier oben auch Orchideenwiesen und seltene Bodenbrüter. Ist also auch kleiner Hotspot der Biodiversität. Also widmen sich die Freiwilligen bei Wind und Ostseebad der Offenlandpflege, Schwemmgutsammelei und dem Mähen der Orchideenwiesen. Zur Freude der Heidelerche, Ruthes Knabenkraut und dem Ende der Welt.

Ein Holzschild sagt wie der Naturpark heisst.

 

22/09/16 | Horn-Bad Meinberg, Nordostwestfalenmittelinks, NW | 427 Meter ü. M.

Projektwoche 53. Der Freischneider lärmt, die Fichten zittern. Auf dem Velmerstot wird entbuscht und entfichtet, bis die Fichtenhalde so groß ist wie der Velmerstot [mit 468 m Höhe zwar ein Hügel, aber für den Norden eine imposante Erhebung]. Zwei Dutzend Freiwillige in der Offenlandpflege! Auch dem Haselhuhn mit seinem schwarzen Kehllatz [endlich mal kein Auerhuhn] wird gute Arbeit gewidmet. Denn auch diese Rauhfußhühnerart hat ein Biotop. Und bekommt mit feinstem Sand noch eine schicke Huderstelle eingerichtet [quasi sein Badezimmer zur täglichen Gefiederpflege (obwohl in Einehe lebend) mit fließend Sand]. Nebenher wird noch einiges gelernt, ein blauer Bolzenschneider gesucht und mal wieder Schmorkraut verzehrt. Das isst man so am Velmerstot.

Was treibt das Haselhuhn am Huderplatz?

 

16/09/16 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1102 Meter ü. M.

Projektwoche 49. Klar. Alkohol ist Teufelszeug. Der gelbe Enzian dagegen wunderschön. Auch auf Viehweiden. Weideflächen im Hochschwarzwald gehören zur jahrhundertealten Kulturlandschaft. Das Weidevieh meidet den gelben Enzian, er kann zur Plage werden. Trotzdem Bedenken: Ist es Aufgabe Freiwilliger, Enzianwurzeln zur Schnapserzeugung zu ernten? Enzianerntehelfer? Mmmmm. Aber ja nur an einem Tag. Ansonsten wird gepflanzt, Tannenterminaltriebe geschützt, Wege und Auerhahnbiotope gepflegt und ein Hangmoor von Fichtenanflug befreit. Mit Fichtennadeln wird kein Schnaps gebrannt. Und das Schnapshäusle am Feldberg gehört ja irgendwie auch zur Kulturlandschaft. Verwirrende Argumentationskette. (...) Teufelszeug.

Enzianernteergebnis mit Erntehelfern.

 

15/09/16 | Wertach, Oberallgäu, BY | 951 Meter ü. M.

Projektwoche 51. Mal wieder das Auerhuhn, um das sich ein Dutzend Freiwillige in Spätsommers Hitze kümmern. Konkreter um ihr Wohn- und Esszimmer - derzeit ein einziges Heidelbeermeer. Ist abends auch gut sichtbar. Wie beim Bäcker, Metzger, Schornsteinfeger, Mehl, Blut und Russ zeigen, für und mit was sie arbeiten. Bei Auerhuhnbiotop-Pflegern sind’s die Hosenbeine, die nun reichlich besprenkelt sind mit Heidelbeerflecken. Zum Nachtisch dann ebenfalls Heidelbeeren. Kleckern fällt also gar nicht auf. Lichtblick in der Heidelbeermonotonie: Tannenpflanzen und mit Schafwolle den Terminaltrieb vor Verbiss schützen.

Linke Hälfte eines Auerhahnbiotops

Rechte Hälfte eines Auerhahnbiotops

 

10/09/16 | Hinterstein, Oberallgäu, BY | 914 Meter ü. M.

Projektwoche 50. Der Klassiker. Schutzwaldsanierung. Vivian und Wiebke waren hier 1990 am Werk. Dann kamen Borkenkäfer. Dann Baumleichen. Dann Trockenstress. Nochmals Käferbefall. Grasfilz, Mäuse, kaum Naturverjüngung. Dann 15 Freiwillige mit Wiederhopfhauen. Der Steinadler kreist. Die Kuhglocken bimmeln. Aufstieg auf 1300m ü. NN., der Schweiß rinnt. 500 Kiefern und 250 Lärchen werden in dem vergrasten Hang gepflanzt. Der Anfang ist gemacht. Für einen künftigen vitalen Schutzwald.

Grasfilz und Baumleichen statt Schutzwald

 

09/09/16 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1108 Meter ü. M.

Projektwoche 48. Was zeichnet einen guten Wanderweg aus? Was ist wichtig für die Dauerhaftigkeit von Arbeitssteigen? Da ist zunächst das Neigungsprofil des Weges, immer leicht der Bergseite zugeneigt. Und da ist natürlich der wohlbedachte Verlauf des Weges, der sich harmonisch den natürlichen Hanggegebenheiten anpasst. Aber die große Gefahr ist das Wasser und seine Erosionswirkung. Deshalb brauchen Wanderwege Regenrinnen. Im richtigen Winkel zur vermeintlichen Fließrichtung des Wassers. Aber nicht aus Beton. Mit Handarbeit mit Köpfchen wg. Winkel. So läuft das Wasser ab und der Weg bleibt Weg und ist nicht weg. Denn wo kein Weg mehr, sucht sich der Mensch einen eigenen. Das ist nicht immer optimal. Also Instandsetzung von Wanderwegen.

Perfekter 45°-Winkel einer Wanderwegregenabflussrinne

 

08/09/16 | Balderschwang, Oberallgäu, BY | 1256 Meter ü. M.

Waldschulwoche 14. Startschuss war am 11. Feburar 2016. An diesem Tag besuchte "uns Martin Ladach vom Bergwaldprojekt und stellt uns das BWP 2016 vor. 60 bis 70 Schüler*innen wollen sich über das Projekt informieren." So beginnt der Blog der Wuppertaler Else Lasker-Schüler-Schule. Nun sind einige von ihnen endlich in den Wäldern um Balderschwang. Es wird früh aufgestanden, Tannen werden gepflanzt, Verbissschutz angebracht, gemeinsam gegessen, Füße knicken um, der Bach wird zur Badestelle, das Wolkenspiel wird bebachtet. PÄNGGG. Wieder ein Schuss. Ständig schallen weitere Startschüsse für neue Erfahrungswelten durch den Wald.

Alle wollen Lurchi haben.

 

02/09/16 | Gunzesried, Oberallgäu, BY | 939 Meter ü. M.

Projektwoche 46. Ali, Arman, Fahiz und James sind nun in Gunzesried gelandet. Der Klang ihrer Namen und des Ortsnamnes im Allgäu wollen nicht recht zusammenpassen. Aber dies soll so sein, denn „Interkulturelle Projekte (...) für geflüchtete Menschen tragen dazu bei, dass Geflohene, Migranten und Zuwanderer die neue Umgebung verstehen lernen und dass sie im Idealfall von uns besser verstanden werden“, so eine Staats­sekretärin bei der Verteilung von 616.000 Euro Fördermittel an 36 Projekte, die sich um die Integration Geflüchteter kümmern sollen. In Gunzesried wird derweil gepflanzt. Ali, Arman, Fahiz und James pflanzen unglaublich gut. Der Gruppenleiter: "Schneller und besser als alle anderen." Quasi im Verborgenen. Ganz ohne speziellen Förderantrag.

Der Baum als Mittel. Pflanzen als Integrationsprojekt.

 

01/09/16 | Gemünd, Eifel, NW | 339 Meter ü. M.

Projektwoche 47. Wieder einmal im Nationalpark. Im Nationalpark Eifel. Hier gilt die Devise: Natur Natur sein lassen. Aber nur Zuschauen ist nicht. [Aber auch] Also Devise für die 18 Freiwilligen: Fichtenverjüngung zupfen, Adlerfarn knicken, Douglasienverjüngung entfernen, Bachlauf mit Schotter füllen um einen Abbruch zu überwinden und den Wasserlebewesen den Weg zur Quelle zu ebnen, Hemlocktannenverjüngung eliminieren, Wiesen mähen. Danach wieder: Natur Natur sein lassen. Zur Offenbarung des Nationalparkgedankens Exkursion mit dem Nationalparkleiter. Der Nationalpark muss sich noch entwickeln. Durch Arbeit. Irgendwann aber nur noch: Natur Natur sein lassen.

Feenstaub und Zuckerwatte im Genadel

 

25/08/16 | Biosphärenreservat Rhön, Hessische Rhön, HE |  420 Meter ü. M.
Projektwoche 43. Freiwillige in der Hessischen Rhön. Die Temperaturen klettern auf über 30° - vielleicht zum letzten Mal dieses Jahr. Da fällt einem oft anderes ein als Landschafts- und Birkhuhnbiotoppflege. Doch alle Teilnehmenden bleiben mit Spaß bei der Sache. Der Projektleiter belohnt am Ende des Tages mit einem Ausflug zu Krenzers Biogasthof „Zur Krone“. Dort gibt es für alle Fleißigen - natürlich - buntes regionales Eis, Eiskaffee, Eisschokolade, Crushed Ice, Cappuccino, Tiramisu, Früchte und Käsekuchen - sicher nicht zum letzten Mal in diesem Jahr. Denn schon freut man und frau sich auf den nächsten Arbeitstag und besonders auf die nächste Erfrischung nach getaner Arbeit.

Kaffeespezialitäten für Rhönspezialisten

 

24/08/16 | Balderschwang, Oberallgäu, BY | 1044 Meter ü. M.
Projektwoche 45. Familienwoche im Oberallgäu: Groß, Klein und Kuh beim gemeinsamen Abendessen open air. Biotoppflege für das Auerwild und Moorpflege für den Klimaschutz machen tagsüber besonders die Großen. Aber auch die Kleinen haben derweil viel erlebt: Unter pädagogischer Obhut ging’s mit der eigenen (Zwergen-)Truppe in den Wald, zum Schnitzen, Feuer und Quatsch machen. Beim gemeinsamen Abendessen vor malerischem Bergwiesenhorizont gibt es viel zu erzählen. Die frische Luft, die Arbeit und das viele Spielen machen alle Beteiligten hungrig, und zumindest alle Menschen arbeiten wieder am gleichen Ziel: Reinhauen und leckere drei Gänge ratzeputz leer futtern. Der Spannungsfaktor bei den Nachbars-Kühen scheint schneller abzuflachen. Na dann, gute Nacht!

Grünfutter für alle

 

17/08/16 | Jesberg, Nordhessen, HE | 247 Meter ü. M.

Projektwoche 40. Ein gutes Dutzend Freiwilliger ist wieder im Mooreinsatz. Wiedervernässung. Wasser kommt immer und überall durch. Deshalb seit Jahren immer wieder Versuche mit neuen Methoden und Materialien, um Stauwerke dicht zu bekommen und Entwässerungsgräben zu befüllen. Stimmt das Mischungsverhältnis der Hackschnitzel-Sägemehl-Mischung? Frische oder vorgealterte Hackschnitzel? Passt die Maschenweite der Kokosmatte? Lärchenholz oder Tanne für die Spundwände? Nun ein Novum in Jesberg: Murus Gallicus. Die Bohlenwand und deren Rückseite, von einem Holzkasten gestützt, und das Gerüst von Eichenstämmen, das mit Steinen gefüllt wird, bilden zusammen eine Art Keltische Mauer. Innovation im Moorverbau hat einen Namen: Bergwaldprojekt.

Nach 2000 Jahren wieder im Einsatz. Die Keltische Mauer.

 

16/08/16 | Garmisch-Partenkirchen, Bayerische Alpen, BY | 917 Meter ü. M.

Projektwoche 41. Fünf Uhr morgens. Küche und Team stehen auf. Prächtig: Sonnenaufgang mit Blick auf das ferne München. Später dann: Schutzwaldpflege am Ettaler Pass auf 1000 m. Hier ist die Buche die neue Fichte. Diese vermehrt sich in den letzten Jahren explosionsartig in dieser Höhenlage. Kennzeichen des Klimawandels? Um den Nadelanteil wieder zu erhöhen, entnehmen die 11 Freiwilligen hier die Buchen. Denn im Schutzwald ist der Laubbaum eher ungeeignet. Im Winter ohne Laub, bleibt kein Schnee in den Bäumen. Die Laubauflage auf dem Boden lässt den Schnee zudem schnell in Gleitbewegung geraten. Nadelbäume bleiben im Schutzwald unentbehrlich. Der Mann an der Freibadkasse unten in Garmisch findet seinen Schutzwald auch unentbehrlich. Folge: Freier Eintritt zum Duschen und Erfrischen für die Freiwilligen. Bloß kein Neid.

Fünf Uhr morgens. In der Ferne schimmert München.

 

KEIMRUHE | Kunstpause | Triennale Fellbach: Ökologien des Alltags

„Zumindest im Kontext der Ausstellung fügen die einzelnen Baumarten einander keinen Schaden zu.“ Ansonsten trocknet die Pinie im Forst sukzessive den Waldboden aus, was der Birke nicht bekommt. Rasmus Søndergaard Johannsen zersägt deshalb Baumstämme und klebt sie mit Naturharz zu seiner Kleinplastik „auftrennen, ausrichten, zusammenfügen“ wieder zusammen. Ferner in der Kleinplastik-Triennale zu sehen: Zebrafinken, die im Auftrag des Künstlers aus bereitgelegten Plastikfedern und Plastikblumen grazile Nester bauen. Wildtiere, die an der Futterkrippe schön dekorierte Platten essen könnten, wenn der Waschbär nicht das Buffet zu Boden risse. Schnapssammlungen und eingemachtes Obst, das aus Containern stammt, die hinter Supermärkten stehen, um den essbaren Abfall aufzunehmen. Und Tomaten in Aquarien. [Schön!] Eine Kunstschau mit 40 Künstlern, die sich mit Lebens-Mitteln amüsant, hintergründig, verkopft und verspielt auseinandersetzen. Aber keine Angst vor Kunst: Schwäbische KunsterklärerInnen schaffen niederschwelligen Zugang. Noch bis 2. Oktober.

Stadtwaldpodeste. Zebrafinkennester. Containermarmelade.

 

09/08/16 | Jesberg, Nordhessen, HE | 249 Meter ü. M.

Waldschulwoche 13. Multiplikatorenwoche. Outdoor-Seminar im Matsch mit 15 Studierenden im Fach Pädagogik der Uni Würzburg. Also Arbeit im Dienst der Wissenschaft. Natur und Moor ist dies Wurst. Eichenstämme werden gerückt, Gräben für die Spundwände aus Lärchenholz ausgehoben, Gummistiefel laufen voll. Vorarbeiten und Widrigkeiten bei der Wiedervernässung einer Moorfläche. Ziel der Handarbeiten: Das Moor als Wasser- und Kohlenstoffspeicher reaktivieren. Ziel des Seminars: Studierende als Wissens- und Erlebnisspeicher für künftige Arbeit mit Mensch und Natur aktivieren. Ziel am Abend des Tages: Gummistiefel innen trocknen.

Eichen zu Mooreichen im Dienste der Wiedervernässung

 

29/07/16 | Rohrhardsberg, Schwarzwald, BW | 963 Meter ü. M.

Projektwoche 36. Waldarbeit will auch verarbeitet sein. Körperlich und auch mental. Eine Möglichkeit bietet Literatur und Musik. Statt Baumwollfeld aber Auerwildbiotop. Für den Kulturabend am Lagerfeuer texten die Freiwilligen flugs ein Lied, das von ihrer harten Arbeit draussen in den schwarzen Wäldern für das Auerhuhn erzählt. Zu singen im Kanon auf die Melodie von "Hejo, spann den Wagen an":

Hejo, zieh die Fichten raus, denn das Huhn braucht freien Flug voraus,
um sich schön zu paaren, um sich schön zu paaren.

Hejo, lass die Beeren stehen, denn das Huhn will was zu Futtern sehn,
um sich dran zu laben, um sich dran zu laben.

Hejo, lass die Grüppchen stehn, denn das Huhn ist sonst zu gut zu sehn,
für den frechen Habicht, für den frechen Habicht.

Auerhahnbiotoppflegewimmelbild

 

28/07/16 | Fichtelberg, Oberfranken, BY | 758 Meter ü. M.

Projektwoche 38. Familienwoche. Kinderlachen. Brüllen. Toben. Alle ohne Milchzähne müssen in die Auerwildbiotop-Pflege. Außer Gewitter hindert die Arbeitskolonne daran. Alle anderen schnitzen, klettern, spielen, bauen sich einen Unterschlupf. Klar, dass die 11-schöpfige Milchzahnbande lieber im Unterschlupf übernachten will als in den Zelten. Aber erst nach dem Lagerfeuer. Und nach dem Bad im Fichtelsee. Und nachdem die Eltern von ihrem wackeren Arbeitsleben als WaldarbeiterInnen erzählt haben. Starkregenereignisse? Pille-Palle! Dafür wurde doch extra der Bachlauf freigeschnitten, oder etwa nicht? Hauptsache morgen gibt es wieder reichlich Samba zum Frühstück...

Wir sind die Auerwaldtrapper vom Fichtelberg!

 

22/07/16 | Rohrhardsberg, mittlerer Schwarzwald, BW | 963 Meter ü. M.

Projektwoche 35. Am Ende steht die Schwarzwälder Kirschtorte. Davor verlangt das Auerwild trotz Hitze: Freischneiden von Biotopflächen und Fördern der Heidelbeere (Auerhuhns Leibspeise). Wildwiesen verlangen trotz Hitze: Pflege durch Mähen und Abrechen – sonst ist die Wildwiese schnell ehemalige Wildwiese und das Wild verbeißt sich an der Naturverjüngung. 23 Freiwillige beißen sich trotz Hitze durch und renaturieren noch einen Bachlauf und zupfen zahlreiche Douglasiennatur-Verjüngung im Tannenbühl, bevor der Douglasienbühl droht. Das Finden von Auerhuhns Federn lässt Kirschtorte zwischenzeitlich vergessen. Wird dann trotzdem lustvoll verspeist.

Der Schein trügt: isch koi gmähts Wiesle.

 

21/07/16 | Fichtelberg, Oberfranken, BY | 758 Meter ü. M.

Projektwoche 37. Sein Name: Tetrao urogallus. Sein Problem: Schrumpfende Bestände. Seine Helfer: fünf Männer und zehn Frauen. Ihr Ziel: Auerhuhns Biotop soll attraktiver werden. Also: die Heidelbeere als Lieblings-Nahrungspflanze durch Reduktion der vorhandenen Fichtenaturverjüngung und Förderung der Stellen mit gutem Beerkrautbewuchs fördern. Nebenbei noch Anlage „multifunktionaler Naturschutzhaufen“ durch ehemalige Fichtenverjüngung. Die geschaffenen beerkrautreichen Freiflächen werden durch Verbindungskorridore, Flug- und Sichtschneisen vernetzt. Wird das den seltenen Hühnervögeln Freude bereiten und werden die Bestände wieder wachsen? Unklar, aber zu hoffen. Klar ist: Die 15 Freiwilligen haben Freude am hoffen.

Sie stehen mitten im Wohnzimmer der Auerhahns!

 

13/07/16 | Lechtal, Oberbayern, BY | 579 Meter ü. M.

Projektwoche 34. Im Gegensatz zu Löwenzahn und Hahnenfuß sind sie eher unbekannt. Die Mücken-Händelwurz. Das Weidenblättrige Ochsenauge. Die Sumpf-Gladiole, auch Sumpf-Siegwurz genannt. Der Klebrige Lein. Sie alle sind im Schneeheide-Kiefernwald zuhause, im Lechtal. 15 Freiwillige sind für diese floralen Exoten und ihr Vorkommen im Lechtal im Einsatz. In Zusammenarbeit mit dem Verein Lebensraum Lechtal. In einer ziemlich wässrigen Projektwoche. Links der Lech, von oben der Regen. Der lichte Schneeheide-Kiefernwald wird entbuscht und gemäht. Eine Zauntrasse wird freigestellt. Damit hier künftig eine Beweidung stattfinden kann. Mit Rindern. Zum Wohle der Ochsenaugen.

Mahd zum Erhalt eines Sumpfgladiolenvorkommens

 

05/07/16 | Bad Tölz, Bayerische Alpen, BY | 804 Meter ü. M.

Projektwoche 32. Die abendliche Badewanne erinnert an die Côte d’Azur. Nicht aber deren Temperatur. Aber nach dem Pflanzen von 1000 standortsheimischen Bäumen im Voranbau bei bestem Sonnenschein ist die Temperatur Wurst. Morgen Arbeitsort- und Tätigkeitswechsel für die 20 Teilnehmenden. Nach dem Aussicheln der letztjährigen Pflanzungen im Steilhang in der Sonne werden alle wieder gerne Pflanzen wollen... unabhängig von der lockenden Badewanne. [Prophezeiung des Projektleiters (Alter Fuchs!)]

Schuhe ausziehen, wenn das Badezimmer betreten wird.

 

23/06/16 | Hausen, Bayerische Rhön, BY | 669 Meter ü. M.

Projektwoche 30+31. Wenn Blumen leuchtend blühen freut sich eigentlich ein jeder Mensch. Wenn spezielle Blumen blühen aber nicht. Freunde der Bodenbrüter, konkreter Birkhühner, mögen das Blütenblau der blaublühenden Lupine, die aus Nordamerika stammt, überhaupt nicht. Diese verschlechtern den Lebensraum und Brutraum der Birkhühner massiv. Und der Lupinenwuchs nimmt zu. 20 Freiwillige kämpfen dagegen an und mähen alles um, was blau ist. Für die Bodenbrüter. Und für viele andere Pflanzen, die von den langstieligen und blattreichen Lupinen sonst überwuchert werden. Landschaftspflege. Bei 31° anschließend Körperpflege. Im kühlen Basaltsee.

Alles für die Bodenbrüter.

 

17/06/16 | Steingaden, Oberbayerische Alpen, BY | 1163 Meter ü. M.

Projektwoche 25. Touristenströme auf dem Weg zum Schloss Neuschwanstein. Dazwischen die Freiwilligen des Bergwaldprojekts. Wer wird am Ende des Tages zufriedener sein? Touristen blicken die steinerne Vergangenheit an. Das Bergwaldprojekt gestaltet Zukunft. Setzt Jagdsteige instand, fördert Moorbiotope, seltene Moor-Spirken und Wildwiesen, badet abends im Gebirgsfluss neben der Unterkunft, feiert gemeinsam Geburtstage mit noch fremden Menschen, fiebert beim Fußballschauen mit, wandert exkursiv aufs Koflerjoch, freut sich, dass es ausschließlich nachts regnet und erfreut sich an der in der Forsthütte zelebrierten deutsch-italienischen Küche. Mit-sich-und Welt-Zufriedenheitsfaktor abends in der Forsthütte: extrem hoch.

Das Glück im Wald und Text

 

08/06/16 | Oberammergau, Oberbayerische Alpen, BY | 859 Meter ü. M.

Projektwoche 24. Ramadan in der Projektwoche. Also Frühstück nachts um kurz nach drei, Abendessen kurz nach 21 Uhr. Dazwischen nichts essen. Für drei der Teilnehmer ist dies Alltag. Alltag im Bergwaldprojekt. Dank Caritas Garmisch-Partenkirchen. Sechs Geflüchtete sind in der Woche mit dabei. Sechs von 17. Beim Steigbau, bei der Bachrenaturierung, beim Zaunabbau. Wald und Waldarbeit war in Afghanistan und Eritrea nie ein Thema. Nun ist es ein Thema. Ein Thema jenseits von Notunterkünften, Flüchtlingsstatus und Odyssee durch halb Europa. Die Arbeit macht allen Spass. Endlich was tun. Etwas Sinnvolles. Umgangssprache ist ein spezielles Hand-Fuss-Englisch-Forstdeutsch-Esperanto. Natur, Arbeit, Mensch sein sind damit erklärbar. Aber "Wie-de-hopf-hau-e" müssen alle lernen. Bereichert schließlich jeden Wortschatz.

Vom Hindukusch in die Alpen: Pause beim Steigbau

 

03/06/16 | Feldberg, Hochschwarzwald, BW | 1.350 Meter ü. M.

Waldschulwoche 13. Brückentage und Regenwoche mit 35 jungen Erwachsenen aus zwei Klassen der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule Freiburg. Mit dabei: 24 geflüchtete Jugendliche aus Syrien, Gambia, Libyen, Irak und anderer Krisenregionen. Auf dem Programm: Pflege, Reparatur und Ausbau des "Sägebachsteigs", um Wanderer und Schneeschuhläufer auf dem Weg zu halten anstatt wild durchs Auerhahnbiotop zu laufen. Ganz konkret: Bau einer Brücke über einen Bachlauf, Trittstufen anlegen, Trampelpfade sperren, Wegebau und -erneuerung mit Kies und Sand aus dem Bachbett mittels Eimerkette. Ganz allgemein: Brückenbauen zwischen Kulturen und Sprachen.

Ende der Eimerkette. Anfang eines neuen Weges.

 

02/06/16 | Eichstätt, Altmühltal, BY | 404 Meter ü. M.

Projektwoche 22. Sollte nichts besonderes sein diese Woche. 16 Menschen mit unterschiedlichen Begabungen und Talenten nehmen daran teil. Also 16 besondere Menschen. So wie jede Woche. Der von Jungwuchs überwucherte römische Limes wird wieder sichtbar gemacht. Der Jungwuchs weicht also. Einzelne Bäume - „Sonderbaumarten“  - werden freigestellt und dürfen weiter wachsen. Weil Biodiversität und ökologisch wertvoll. Das besondere an dieser Woche mit Sonderbaumarten: ist eine integrative Woche. MIt dabei: Teilnehmende aus einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Für sie ist die Woche etwas besonderes. Erfolgreich sind die Wochen und die Sonderbaumarten, wenn sie irgendwann nichts mehr besonderes sind. Dann: überall bunter Menschenmischwald.

Am Limes gibt es vieles zu erklären. Besondere Menschen, besondere Bäume.

 

01/06/16 | Oberhof, Thüringer Wald, TH | 817 Meter ü. M.

Projektwoche 23. In Süddeutschland sorgen Unwetter und Sturzfluten für Schrecken und Verwüstung. Im Thüringer Wald bauen 16 Freiwillige fünf kleine Stauwerke, um die Fließgeschwindigkeit bei einem Quellmoorzufluss zu reduzieren. In Südosteuropa werden Zäune aufgebaut, um flüchtenden Menschen den Zutritt nach Europa zu verwehren. Im Thüringer Wald bauen 16 Freiwillige überflüssige Hordengatter ab, deren Zutrittsabwehr bei neugierigen Menschen nicht funktionierte. In Schweden wird mit Kahlschlägen der europäische Holz- und Papierhunger gestillt. Im Thüringer Wald gewinnen 16 Freiweillige 210 Weißtannenwildlinge und verpflanzen diese, um einen stabilen Mischwald zu etablieren. Seltsame Gleichzeitigkeiten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben.

Kleine Stauwerke für große Ergebnise

 

30/05/16 | Llavorsí, Cataluna, ES | 811 Meter ü. M.

Projecte Boscos de Muntanya. Ende einer Dienstreise - nach Überquerung der Pyrenäen. Der weiße VW-Bus T4, Baujahr 2003, durfte dabei nochmals die 2000er-Höhenlinie überschreiten. Nach 220.000 km, unzähligen Projektwochen war er die letzten Jahre noch als Tourbus für die Infotour im Einsatz. Begonnen hatte der Bus seine Bergwaldkarriere in Schweizer Projektwochen. Der abgeschriebene Neun-Sitzer mit neuer Wasserpumpe und neuem Zahnriemen aus Würzburg wird nun das katalanische Bergwaldprojekt in den Pyrenäen unterstützen. Große Freude im Naturpark alt pirineu. Stilles Absingen der Internationalen.

Deutsch-Katalansiche Freundschaft

 

20/05/16 | Adamswalde, Mecklenburgische Seenplatte, BB | 60 Meter ü. M.

Waldschulwoche 04. Mit dabei: Jugendliche aus Berlin-Marzahn, aus dem Projekt Die Manege. Sie wollen Chancen nutzen und Zukunft schaffen. Passt also. Allerdings: die Nächte in der Mecklenburgischen Seenplatte sind eisig kalt - im Zelt. Motivierende Gespräche. Es holpert. Es geht voran. Mehr als 100 Meter Zaun werden gebaut, eine Halb-Hektar-Fläche mittels Schlagräumung zur Pflanzung vorbereitet, ein Baum zielgenau gefällt und einzelne Bäume mit Einzelschutz gepflanzt. Es wird etwas Bleibendes hinterlassen. Spuren der einzelnen Jugendlichen. Das macht Stolz. Spürbar.

Eichen gehören in den märkischen Sand

 

KEIMRUHE | Buchpause | Werner Bätzing: Zwischen Wildnis und Freizeitpark. Eine Streitschrift zur Zukunft der Alpen

Derzeit und immer: Verhandeln über das richtige Konzept zur Waldbewirtschaftung. Aktuell im Diskurs ist der Segregationsgedanke: Einerseits möglichst große, natürliche Wald-Schutzgebiete und daneben reiner Wirtschaftswald für hocheffiziente Holznutzung. Diese Segregation beschreibt auch der Alpenforscherpapst Werner Bätzing. Durch Nutzungsaufgabe verwildern einerseits große Flächen in den Alpen - mit schwindender Artenvielfalt der traditionellen Kulturlandschaft aufgrund einheitlicher Vegetationsgesellschaften. Der andere Teil sind zersiedelte und zugebaute Tallagen und Sportzirkusareale mit Intensivnutzung. Wie sich in dieser alpenländischen Segregation die Probleme der globalisierten Welt spiegeln und welche Perspektiven für diesen Raum bestehen: davon dieses Buch. Und es gibt Hoffnung, weil "je stärker Wirtschaft und Lebenswelt global vernetzt werden, desto mehr wird auf einmal die "Region" und das "Regionale" aufgewertet." Mit Hölderlin: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“

Schwarzbrot für die grauen Zellen

 

17/05/16 | Vallfogona de Ripollès, Catalunya, ES | 748 Meter ü. M.

#projecteboscosdemuntanya. Genau gesagt: Acaben 3 dies intensos de formació de Caps de Colla de #BergwaldProjekt. Ende Mai wird der Bergwaldprojektverein in Katalonien mehrköpfigen Besuch aus Würzburg bekommen. Es werden Geschenke mitgebracht werden. Vorfreude beiderseits schon jetzt.

Amigos katalanos

 

10/05/16 | Rostock, Ostseeküste, MV | 9 Meter ü. M.

Projektwoche 18. Wenn ich zur See seh, brauch ich kein Meer mehr. Frische Seeluft, schönstes Küstenwetter. Die Arbeit geht der ganzen Truppe locker von der Hand. Zwischen Wald und Ostseeufer Tätigkeit als Strandläufer. Müll wird gesammelt und was sich noch so findet an Trouvaillen. Zuvor Heide-Entbuschung, Zaunabbau, Sitzbankbau und Waldpflege. Nach schweißtreibender Eichen-Pflanzung im Küstenwald erfrischt auch ein Ostsee-Bad. Die Gelegenheiten nutzen, wo sie sich anbieten.

An der Ost-Seeeee-Küste...

 

07/05/16 | Prinzessinnengarten, Kreuzberg, BE | 52 Meter ü. M.

Info-Tour, 1. Station. Sich zeigen. Sichtbar machen. Informieren und motivieren. Auftakt zur Infotour 2016. Beim sechsten Pflanzentauschmarkt im Prinzessinengarten. Pflanzgut wird getauscht. Aber für private Zwecke. Kurze Gespräche geführt. Für gute Zwecke. Zusätzlich zur klassischen Öffentlichkeitsarbeit macht das Bergwaldprojekt mit dem Infostand auf Vereinszweck und Projektwochen aufmerksam. Dank engagierten Helfern in der ganzen Republik. Authentisch und ehrlich. Hier eben mal in Berlin. Bei schönstem Wetter.

Immer Tag der offenen Tür

 

04/05/16 | Morbach, Hunsrück, RP | 440 Meter ü. M.

Projektwoche 19. Endlich Moor. Liegt wohl bei Kalau, denn Moorfreunde skandieren: We want moor! Das Wasser findet seinen Weg. Wichtige Erkenntnis, wenn man es aufstauen will, um ein Moor wieder zu vernässen. Stauwände werden gerammt. Hackschnitzel-Sägemehl-Mischungen hergestellt und in Gräben verfüllt. Über Nacht erste Anstauungen. Sichtbarer Erfolg der Arbeit. Wow! Aber die eigentlichen Arbeit machen dann doch die Torfmoose. Unsere wahren Stauhelden und CO2-Binder. Brauchen zwar lange, aber haben auch viel, viel mehr Zeit als nur eine Woche.

Landschaftsgärtner at work

 

29/04/16 | Baden-Baden, Nordschwarzwald, BW | 850 Meter ü. M.
Grün-Weiß ist wie Tanne in Schnee

Projektwoche 16. Brrrrrr. Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bei geschlossener Schneedecke Abbruch der Weißtannen-Pflanzung. Aber erst nach 300 Stück. Stattdessen: Illegale Pisten für Mountainbiker werden durch Anlage regulärer Wegangebote vermieden und unzählige Tubex-Wuchshüllen werden vor dem endgültigen Einwachsen gerettet, abgebaut und gesammelt. Aber Achtung und erhöhte Wachsamkeit: Rutschgefahr im Schneematsch. Das Durchhaltevermögen wird belohnt. Mit dem Abschlussessen - als Erinnerung an den Daseinszweck der Wuchshüllen junger Bäume. Es gibt Hirschgulasch.

 

26/04/16 | St. Andreasberg, Harz, NI | 693 Meter ü. M.

Projektwoche 13. Der April macht was er will. Er will: Eis, Hagel, 20 cm Neuschnee. Er will es also extrem. Zitternd werden Fahrzeuge aus dem Schnee geschoben. Arbeiten müssen teilweise eingestellt werden. Einzelne drohen im dichten Schneetreiben für immer verloren zu gehen. Trotzdem werden noch 1500 Buchen – teilweise am Hang - gepflanzt. Keine Lawinengefahr. Hordengitter werden aufgebaut. Ein Bachlauf wird entfichtet – der Erlenverjüngung eine Chance. Das alles bei Minusgraden. Nicht immer alles nur einfach für alle der 17 Freiwilligen. Davon wird den Kindeskindern noch erzählt werden...

Normalwetterlage im April

 

22/04/16 | St. Andreasberg, Harz, NI | 693 Meter ü. M.

Projektwoche 12. 16 Freiwillige aus deutschsprachigen Ländern freuen sich über märchenhaft-sonniges Arbeitswetter. Daher Arbeit an der Schneewittchen-Loipe. Unweit des Biathlonzentrums wollen die Besucher auf ihren Brettern gelenkt sein. Also auf der Loipe bleiben. Geschickte kleine Eingriffe unsererseits werden dies bewirken. Und wo nur Fichten sich verdichten, aber keine Mutterbäume für einen Laubmischwald zu finden sind, werden noch 3500 Buchen gepflanzt. Denn: Auch der Harz soll aufgemischt werden. Das Rotwild hat was dagegen. Dagegen wird eine Jagdkanzel gebaut.

Von dieser Kanzel fallen keine Worte

 

22/04/16 | Schliersee, Oberbayern, BY | 784 Meter ü. M.

Projektwoche 14. Die 12-köpfige Bau-Brigade leistet ganze Arbeit. Im Steigbau. Beim Hochsitzbau. Mit Schutzzaunabbau. Durch Brennholzlageraufbau. Steig und Hochsitz unterstützen Waldarbeiter und Jägerinnen, überflüssiger Ex-Zaun sorgt nun für Freiheit für alle und Brennholz für Behaglichkeit. Und dann noch das: Unbekannte Täter stoßen drei Hochsitze den Hang hinunter – sie werden rasch geborgen. Vorausgehende starke Niederschläge sorgen für Rutschungen und beschädigen die Fahrwege - Instandsetzung erfolgt sofort. Es wird gegrillt – es bleibt nichts übrig.

Hochsitztest. Bereit zum Einsatz.

 

21/04/16 | Jesberg, Nordhessen, HE | 248 Meter ü. M.

Waldschulwoche 03. FÖJ + FSJ + BWP = Waldschulwoche. Im Naturpark Kellerwald sind 15 Freiwilligendienstleistende vor Ort. Beeindruckende Tatkräftigkeit bei der Entfichtung einer Sickerquellenfläche und bei Pflanzung und Einzelschutz von Weißtannen. Muffelwild überrascht und Waldarbeiter erstaunt über Effektivität und Geschwindigkeit des Arbeitseinsatzes. Teilnehmende ebenfalls. Belohnung in Form von Eiscreme. Passend zum hessischen Sonnenwetter.

Einzelschutz für die Weißtanne

 

20/04/16 | Amrum, Nordfriesische Insel, SH | 8,41 Meter ü. M.

Projektwoche 09. Waldumbau des Inselforsts geht in die zweite Woche. Wurzelbrut der Traubenkirsche und der Brombeere macht frisch gemulchte Flächen notwendig. 25 Freiwillige wissen das zu schätzen. Die Zukunft wird zeigen, was die Traubenkirsche davon hält. 2000 Bergahorne und 400 Winterlinden starten mit Liebe und Sorgfalt gepflanzt in ihr Inselleben.

Frisch gemulcht, frisch gepflanzt

 

15/04/16 | Sonneberg, Thüringer Wald, TH | 480 Meter ü. M.

Projektwoche 11. Waldrandgestaltung. Hört sich nach Kunstunterricht in der Schule an. Bedeutet aber: Pflanzung von Feldahorn wg. dessen geringerer vertikaler Endausdehnung. Außerdem Bachlaufgestaltung durch Entfichten, Bergmischwaldgestaltung durch Bergahornpflanzung und Weißtannenpflanzung mit Einzelschutz. Im Gegensatz zur Schule sind die 14 Gestalter freiwillig da. Wie üblich am Freitag noch kleine Exkursion. Ergebnisse der Pflanzung des vergangenen Jahres anschauen. Alle Bäume noch da! Keiner weg. Wurden auch extra eingezäunt.

Da hinten beginnt die Pflanzfläche.

 

14/04/16 | Braunlage, Harz, NI | 693 Meter ü. M.

Projektwoche 10. Einsatz am höchsten Berg Niedersachsens, am Wurmberg. Ragt bis zu 971 Meter in den Aprilharzhimmel. Hochlagenfichten werden gepflanzt, überflüssige Wildschutzzäune abgebaut und Vogelbeeren und Bergahorne bekommen einen Schälschutz. Tagesgeschäft. Weiter unten in den Bachtälern: Entfichten entlang des Bachlaufs und 500 Schwarzerlen pflanzen. Prompt erscheint ein feuchter Nutznießer unserer Arbeit. Der Molch kennt leider seinen Namen nicht. Triturus cristatus? Jürgen? oder Ichthyosaura alpestris? Alle finden ihn jedenfalls süß. Ganz klar: Er muss nächster Lurch des Jahres werden.

Deutschlands nächster Lurch des Jahres

 

13/04/16 | Amrum, Nordfriesische Inseln, SH | 8,42 Meter ü. M.

Projektwoche 08. Sturmwurffläche im Dünenrandbereich mit 600 Exemplaren erfolgreich bepflanzt. Nun geht’s auf vier Hektar weiter im Kampf gegen Spätblühende Traubenkirschen und Brombeeren, welche die letztjährigen Pflanzungen zuwuchern und verdrängen und daher beseitigt werden wollen. Ergiebige Regenschauer. Gut für Frisch-Gepflanztes.

Vom Winde umweht...

 

KEIMRUHE | Wolfpause | Sergej Prokofjew: Peter und der Wolf

Deutschland. Wolfsland. Dutzende Wolfsrudel leben in verschiedenen Gegenden und weitere Regionen sind Wolfserwartungsland. Wolfsmanagementpläne werden erstellt. Seit dieser Woche läuft nun "Wild" in den deutschen Kinos. Eine junge Frau verliebt sich in einen Wolf oder in den Gedanken "Zurück in die Wildnis – raus aus der menschlichen Gesellschaft." Deutschland im Wolfsfieber. Besser: Musikalisches Märchen hören. Genial, wie die Tiere bei Peter und der Wolf mit Musik lebendig werden. Zur Erinnerung: Der Wolf, das sind die Hörner. Es gibt eine Aufnahme mit der 18jährigen Romy Schneider als Erzählerin. Zeit sie wieder zu hören. Der Plattenteller im Lagezentrum läuft. Immer noch hinreißend. Deshalb: Danke Wolf.

Der Wolf dreht sich im Kreise

 

12/04/16 | Amrum, Nordfriesische Inseln, SH | 8,44 Meter ü. M.

Projektwoche 08. Pflanzungen im Dünenrandbereich, am Fuß der Aussichtsdüne bei Süddorf. 25 schnell-sturmerprobte Freiwillige inkl. der Verstärkung durch eine Ausbildungsrotte von Sachsenforst versuchen bei aufkommender Flut mit Eichen und Bergahornen die Sturmwurffläche zu füllen. Das Vordringen der Düne muss verhindert werden. Wurzelschnittschere bereits versandet und weg. Nachrichtenlage derzeit noch unklar. Warten auf die nächste Fähre...

Sachsenforst pflanzt vor aufkommender Flut

 

08/04/16 | Sächsische Schweiz, Tschechische Grenze, SN | 310 Meter ü. M.

Projektwoche 06. Als Übergang von der Wiese zur Baumzone sind Sträucher ideal. Die ökologisch wertvollen Gehölze in einer freizuräumenden Rückegasse zu pflanzen ist Schwerstarbeit für die 11 Freiwilligen. Mit Hasel, Hartriegel, Weißdorn, Schlehe und Hundsrose [ja: Hagebutte] hin zu Vogelkirsche und Wildapfel in dutzendfacher Pflanzung wird die Waldtraufgestaltung perfekt. Nebenbei noch 500 Roterlen und 370 Traubeneichen im Brombeerverhau pflanzen, Weißtannen freistellen und Steig begehbar machen bei 20° Vorsommerwetter. Niemand hat gesagt, dass es langweilig wird.

Das lustige Früchteterzett aus dem Waldessaumquartett

 

07/04/16 | Werdohl, Sauerland, NW | 210 Meter ü. M.

Projektwoche 07. Aprilwetter. Schreckt die 20 Freiwilligen nicht ab. Schon gar nicht, wenn man 79 Jahre ist wie die älteste Teilnehmerin. Die Pflanzfläche ist 0,6 Hektar groß. Hier standen bis 2007 Fichten. Monokultur. Dann kam der Sturm Kyrill. Ende der Monokultur.

Eine Monokultur nach dem Sturm

Dann kam das Bergwaldprojekt. Jetzt werden Eichen und Hainbuchen gepflanzt. Als neue heimische Laubbaumgemeinschaft. Eine Gemeinschaft nach dem Geschmack der Rehe. Kleine Verbissinstallationen verderben den Appetit.

Dahinter stecken das Bergwaldprojekt und Laubbäume

 

06/04/16 | Baden-Baden, Nordschwarzwald, BW | 850 Meter ü. M.

Waldschulwoche 01. Schwarzwaldromantik. Viele Tannen und junge Tannen. Unter Tannen und mit Tannen arbeiten 29 Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule in Bruchsal und pflanzen fleißig Weißtannen. In unmittelbarer Nähe zum neuen Nationalpark Nordschwarzwald soll der Wald noch schöner werden. Ein naturnaher Bergmischwald soll etabliert werden. Es jaulen laut die Wiedehopfhauen von getroffenen Steinen. Denn noch mehr als Tannen im Wald gibt es Steine im Erdreich. Dies spürt, wer am Ende der Pflanzhaue steht. Wir nennen das: Ausreizen der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit und Freude am gemeinsamen Arbeiten. Wir sagen dazu: Danke, Stihl.

Hier kocht der Chef persönlich

 

31/03/16 | Clausthal-Zellerfeld, Harz, NI | 560 Meter ü. M.

Projektwoche 05. Die Woche mit Kindern. Die Großen aktiv für Bechsteinfledermaus, Nordfledermaus und Mopsfledermaus (gehört zur Familie der Glattnasen!). Weitere Details mit Musik in drei Minuten und zwölf Sekunden.

 

18/03/16 | Adamswalde, Mecklenburgische Seenplatte, BB | 60 Meter ü. M.
Traubeneiche oder Stieleiche?

Projektwoche 04. Die Eiche. Präziser: Die Traubeneiche ist die Baumart der Wahl hier im Norden Brandenburgs. 5.250 zweijährige Exemplare dieser Spezies werden mit der Wiedehopfhaue in Reih und Glied gepflanzt. In Zeiten des Klimawandels ist es jetzt nötig, die jahrelange flächendeckende Dominanz der Kiefer zu brechen. Im Einsatz gegen die Kiefernreinbestände: 17 Freiwillige im Alter zwischen 21 und 66 Jahren. Die Eichen bekommen gleich noch einen Wildschutzzaun gegen das gefräßige Wild verpasst. 1.780 gepflanzte Rotbuchen müssen jedoch ohne Schutz groß werden. Doch Hoffnung naht. Nachts schleichen wieder Wölfe durch die Gegend. Unsere kundigen Spurenleser entdecken frische Trittsiegel. Wuhuuuu!

 

18/03/16 | Iphofen, Unterfranken, BY | 250 Meter ü. M.

Waldschultraining. Hier und heute: Tugend trainiert für Waldschulwochen. Auf dem Stundenplan: kleines 1x1 der Naturpädagogik und Waldfunktionen, Nachhaltigkeitsdiskurs und Nahrungsketten in Theorie und Praxis. 21 motivierte Menschen des Bergwaldprojektkaders machen sich mit- und füreinander fit für ihren Einsatz in der Naturschutz- und Bildungsarbeit. Anwendung und Nutzen des Erlernten? Als Gruppen- oder Projektleiter unserer Waldschulwochen in dieser Projektsaison. Und: als Teil der von uns zertifizierten Weiterbildung „Bildung für nachhaltige Entwicklung in Theorie und Praxis“. Denn was der Mensch sät, das werden die Menschen ernten.

Waldschultraining im Bildungsurlaub

 

11/03/16 | Adamswalde, Mecklenburgische Seenplatte, BB | 60 Meter ü. M.

Projektwoche 03. Über Brandenburgs Norden lacht nach Frühnebel nur die Sonne. Es pflanzen 17 Freiwillige, vom Programmierer bis zur Verkäuferin, Rotbuchen (exakt 1.175) und Traubeneichen (auch exakt: 1.125). Viel Reh und Hirsch haben viel Hunger und sorgen für Verbiss an den Bäumen: Ein Schutzzaun wird gebaut. Und zu viel Hirsch und Reh machen deren Bejagung notwendig: Ein Hochsitz wird errichtet. Die neue Waldgeneration im bisher jungwuchslosen alten Kiefernwald startet ins Jahr. Dem Wald blüht Zukunft - auch dank der Förderung der Pflanzung durch die Umweltstiftung Fondation Yves Rocher.

Richtfest am Hochsitz

 

KEIMRUHE | Buchpause | Zora del Buono: Das Leben der Mächtigen – Reisen zu alten Bäumen

Zwar bekannt: Bäume und Menschen verbindet gemeinsame Geschichte, sie erleben sich gegenseitig. Bäume mussten von Menschen einiges erleiden, Bäume wurden von Menschen belebt, Bäume wurden von Menschen erledigt. Statt Menschen werden nun 14 uralte Bäume porträtiert. Die Autorin und Fotografin bereist diese pflanzlichen Zeitgenossen und Persönlichkeiten auf der Nordhalbkugel. Lernt sie und mit ihnen verbundene Menschen kennen und spürt dabei Berührungsimpulse. Trotzdem nichts Esoterisches, nichts Wohlleben'sches in diesem Reisebuch [Gestaltung:*****], sondern wunderbare Literatur. Höhepunkt: die Autorin besucht den Pando in Utah, 80.000 Jahre alt, eine Klonkolonie amerikanischer Zitterpappeln. Schaudern. Ehrfurcht.

Pando - aus: Das Leben der Mächtigen © Zora del Buono

 

28/02/16 | Allerheiligen, Nordschwarzwald, BW | 277 Meter ü. M.

92 Menschen aus allen Regionen Deutschlands sind zusammen, um in die neue Projektsaison zu starten. Brandschutz (No Learning by Burning), Unfallverhütung (Stichwort Schärfewinkel) und Ernährungstipps (Sich mit Wasser über Wasser halten) werden ernstgenommen, Leitgedanken unserer Arbeit verinnerlicht und alle Projektwochen en détail mit Tatkraft versehen. Freundschaften erneuern sich, Gesichter werden erinnert, Gemeinsamkeiten sind erkannt. Die Projektsaison kann beginnen.

Teamtreffen Allerheiligen 2016

 

18/02/16 | Hainberg, Stadtrand von Nürnberg, BY | 314 Meter ü. M.

Projektwoche 02. Kleine Regen- und Schneeschauer lassen die Freiwilligen kalt bei ihrer Arbeit im Naturschutzgebiet Hainberg, vordem militärischer Übungsplatz, vordem Wallensteins Lager (so um das Jahr 1632 im Spätsommer). Lichtdurchlässige Flecken helfen seltenen Sandspezialisten zu überleben. Deshalb schaffen hier acht Frauen und acht Männer genügend Licht durch Fällungen, schaffen Pfosten aus den gefällten Bäumen für Schilder, die auf brütende Heidelerchen hinweisen. Das Reisig wird zu frischen, saftigen Hackschnitzeln verarbeitet und bleibt trotzdem ungegessen.

Hainberg Reisigräumen

 

10/02/16 | Hainberg, Stadtrand von Nürnberg, BY | 314 Meter ü. M.

Projektwoche 01. Fällen mit der Zwei-Frau-Säge von pflanzlichen Bedrängern der alten großkronigen Eichen in ehemaligen Hutewäldern. 16 Freiwillige pflegen vier Hektar alter Kulturlandschaft, die zum Nationalen Naturerbe gehört. Spätblühende Traubenkirschen und Robinien als standortsfremde Baumarten u. a. hatten die alten Waldweiden zugewuchert. Dank der gemeinsamen Anstrengung auf der ehemaligen Militärfläche gibt es einen zufriedenen Projektpartner, die DBU Naturerbe GmbH. Seltene lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten freuen sich. Eine Astungssäge verschwindet spurlos und leistet ihnen Gesellschaft.

Fällen der Bedränger in Hainberg

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