Netzwerk des Lebens
Biodiversität oder Biologische Vielfalt bezeichnet die Vielfalt des Lebens, von der genetischen Vielfalt über die Artenvielfalt bis hin zur Vielfalt der Ökosysteme. Die verschiedenen Lebensformen und Lebensräume sind miteinander und mit ihrer Umwelt vernetzt. Sie tauschen sich untereinander aus und bilden immer neue Kombinationen. Erst dieses Netzwerk der biologischen Vielfalt macht die Erde für den Menschen bewohnbar.
Die Lebenswelt steckt in einer tiefen Krise: Die biologische Vielfalt, die natürliche Lebensversicherung der Erde, erleidet drastische Verluste. Die vom Menschen verursachte Auslöschung der Gen- und Artenvielfalt übertrifft in Ausmaß und Geschwindigkeit selbst die große Krise, bei der die Saurier ausstarben. Die Zersplitterung und Beschädigung bis hin zum vollständigen Ausradieren von Ökosystemen geht jedoch meist schleichend und unbemerkt vor sich. Seit Beginn der landwirtschaftlichen Nutzung vor ca. 10.000 Jahren und insbesondere im Lauf der industriellen Revolution der letzten drei Jahrhunderte, hat der Mensch die Landschaften und Ökosysteme der Welt in immer größerem Maße umgeformt. Früher wurden Bäume gefällt, heute werden Berge versetzt.
Die meisten am Boden lebenden Arten sind in den Wäldern heimisch. Ungefähr 45 Prozent der Wälder der Erde sind jedoch schon verschwunden. Die tropischen Regenwälder, die den größten Reichtum an biologischen Vielfalt beheimaten, sind davon besonders stark betroffen. Aber auch unsere heimischen Wälder sind von den Verlusten schwer gezeichnet.
Mehr dazu unter www.biologischeVielfalt.de
Deutschland - Land der Buchenwälder
Mehr als 95% der Fläche Deutschlands wäre von Natur aus bewaldet. Die prägende Baumart dieser Wälder wäre die Buche. Nach einem Jahrtausend menschlicher Rodungstätigkeit für Landwirtschaft, Siedlungen und Verkehrswege, ist nur noch ein Drittel Deutschlands von Wald bedeckt. Gleichzeitig wurde die Buche auf einen Anteil von gerade noch 15% an der heutigen Waldfläche verdrängt. Ohne das Wirken des Menschen wäre die biologische Vielfalt in unseren Wäldern sehr viel höher als wir das heute aus den vielerorts artenarmen Monokulturen kennen.
Unsere Verantwortung zum Schutz der Vielfalt
Deutschland liegt im Zentrum des Rotbuchenverbreitungsgebietes - das auf Europa beschränkt ist. Rund 6800 Tierarten wurden in den verschiedenen Buchenwaldökosystemen nachgewiesen, viele dieser Arten kommen nur in Mitteleuropa vor.
Besonders die alten Buchenwälder (>160 Jahre), die wir nur noch auf kleinen Flecken (0,16% der Fläche Deutschlands) ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes finden, sind Schatzkammern der biologischen Vielfalt und bieten für viele Arten wie z.B. die Totholzbewohner die letzte Zuflucht. Aber auch die Moore, Bachauen und Bergwälder weisen einen hohen Artenreichtum auf. Deutschland hat deshalb eine besondere Verantwortung für den Schutz und Erhalt dieser sensiblen Ökosysteme.
Das Bergwaldprojekt setzt sich für die Vielfalt des Lebens in unseren Wäldern ein:
Durch Pflanzung und Pflege standortsheimischer Baumarten wie z.B. der Buche und der Tanne leisten wir einen wichtigen Beitrag zum naturnahen Umbau der Wälder.
Durch die Renaturierung stark versauerter Bäche wird deren Wasserqualität verbessert und die Artenvielfalt langsam wieder erhöht
Durch die Wiedervernässung von Mooren wird deren Wasserspeichervermögen verbessert und vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten ihr Lebensraum zurückgegeben.
Durch die Biotopgestaltung für Auer- und Birkwild in den Bergwaldgebieten wird die Arterhaltung dieser seltenen Raufußhühner gesichert.






